Lebensdaten
1889 bis 1966
Geburtsort
Belleville (Illinois, USA)
Sterbeort
Weingarten (Württemberg)
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137808356 | OGND | VIAF: 41928952
Namensvarianten
  • Lengerken, Hanns von
  • Lengerken, H. v.
  • Lengerken, H. von
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Zitierweise

Lengerken, Hanns von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137808356.html [21.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V August (1860–1944), Dr. phil., Prof., Oberstudienrat, S d. Apothekenbes. Otto in Osnabrück u. d. Johanne Rabeler;
    M Johanne (1861–94), T d. Oberkontrolleurs Ludwig v. Kaulmann u. d. Dorothea Michels;
    Schw Hildegard ( Georg Frebold, 1891–1948, Prof. d. Geol. an d. TH Hannover, s. Kürschner, Gel.-Kal. 1940; Pogg. VII a);
    - 1) Tilsit 1914 Erna (1886–1939), 2) Berlin 1941 Elisabeth (1888–1959), beide T d. Oberzollbeamten Georg Neubauer u. d. Helene Firnhaber;
    1 S aus 1).

  • Leben

    L. kam 1894 mit seinem Vater aus den USA, lebte zunächst in Hannover, seit 1897 in Idar-Oberstein, seit 1899 in Danzig. Nach Abitur und Militärdienst studierte er Naturwissenschaften, zunächst 3 Semester lang an der TH Danzig, dann 6 Semester an der Univ. Berlin. 1913 erfolgte seine Promotion bei R. Heymons im Hauptfach Zoologie mit der Arbeit „Die Kolbenzellen von Anguilla [Aal] und Petromyzon [Neunauge]“. 1914-19 war L. als Leutnant d. Res. Kriegsteilnehmer. Nach seiner Heimkehr nahm ihn Heymons als 1. Assistenten in das Zoologische Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin auf, wo er sich 1920 auf dem Gebiet der Insektenkunde habilitierte. Seine Antrittsvorlesung „Die schädlichen Insekten des Rapses“ weist auf eine der Hauptlinien seiner Forschungen hin. 1923 erhielt er an der LH für das Gebiet der Angewandten Zoologie die ao. Professur mit gleichzeitigem Lehrauftrag. 1926 erfolgte die Ernennung zum Oberassistenten und 1935 die zum o. Professor für Landwirtschaftszoologie und zum Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche Zoologie als Heymons Nachfolger. Außerdem wurde L. Mitglied der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Univ. Berlin, 1937 zusätzlich Direktor des Zoologischen Museums der Universität und Verwaltungsdirektor des Museums für Naturkunde. – Nach dem 2. Weltkrieg – in Berlin 1946 entlassen – folgte er einem Ruf an die Univ. Halle. Dort baute er seit 1949 das Institut für Landwirtschaftliche Zoologie und Haustierkunde auf, dessen Direktor er bis zu seiner Emeritierung 1958 blieb. 1960 zog L. nach Weingarten.

    L. war schon als Schüler ein begeisterter Zoologe mit besonderen Interessen für Vögel und Insekten. Die Forschungen der ersten 10 Institutsjahre galten vor allem wirtschaftlich wichtigen Insekten, insbesondere den Schädlingen der Landwirtschaft und des Garten-, Obst- und Weinbaues. Eine Spezialvorlesung hierüber führte 1932 zum „Schädlingsbuch“, einer der ersten praxisnahen Zusammenstellungen mit hervorragenden, z. T. von ihm selbst stammenden Abbildungen. Anfang 1937 richtete L. im Institut eine „Auskunftsstelle für Schädlingsbekämpfung“ ein, die bald großen Zuspruch hatte. Sie nahm dann auch – den Großstadtgegebenheiten entsprechend – die Bearbeitung von Vorrats-, Material- und Hygieneschädlingen hinzu, wobei sich viele Anstöße für weitere Forschungen des im Aufbau befindlichen Fachgebietes Pflanzenschutz/Schädlingsbekämpfung ergaben. – L. vermochte sein Wissen in anregender Form an Studenten und Doktoranden weiterzugeben. Das Institut besaß wertvolle Haustiersammlungen, was L. auch zur Bearbeitung der Haustierkunde führte. Seine Vorlesung „Haustierkunde“ in Berlin, dann in Halle, hatte ein großes Echo und fand ihren Niederschlag in entsprechenden Werken, auch auf zoologisch-kulturhistorischem Gebiet. Alle seine Arbeiten und seit 1923 die Mitherausgabe von Kükenthals „Handbuch der Zoologie“ (Hrsg. Th. Krumbach), Abt. Säugetierkunde, fanden große Anerkennung.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina u. d. Senckenberg. Naturforsch. Ges.

  • Werke

    Weitere W u. a. Coleoptera, in: Biol. d. Tiere Dtld.s (Hrsg. P. Schulze), 1924;
    Lebenserscheinungen d. Käfer, 1928;
    Die Salzkäfer d. Nord- u. Ostseeküste, 1929;
    Leitfaden d. Tierkde., 1937;
    Biologie, 1938;
    Die Brutfürsorge- u. Brutpflegeinstinkte d. Käfer, 1939, 21954;
    Einführung in d. allg. Zool., 1949;
    Einführung in d. Haustierkde., 1952, 21954, 31958;
    Der Mondhornkäfer u. s. Verwandten, 1952;
    Der Ur u. s. Beziehung z. Menschen, 1953;
    Insekten, in: Das Tierreich, 1953;
    Zoologie, in: Universitas Literarum, 1955;
    Ur, Hausrind u. Mensch, 1955;
    Stammart u. Haustier, 1966 (ungedr.). - Hrsg.: Bücherei der Landwirtschaft, 1925 ff.

  • Literatur

    Säugetierkundl. Mitt. 3, 1955, H. 1;
    ebd. 8, 1960, H. 1/2;
    ebd. 15, 1967, H. 1;
    Mitt. d. Dt. Entomolog. Ges. 18, 1959, H. 4;
    ebd. 26, 1967, H. 1;
    Wiss. Zs. d. Martin-Luther-Univ. Halle-Wittenberg 8, 1958/59, H. 4-6 (Slg. gewidmeter Arbeiten);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931 f.

  • Portraits

    Phot. in: GHdA 73.

  • Autor/in

    Waldemar Madel
  • Empfohlene Zitierweise

    Madel, Waldemar, "Lengerken, Hanns von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 208 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137808356.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA