Lebensdaten
1708 – 1783 oder 1790
Sterbeort
Rio de Janeiro
Beruf/Funktion
portugiesischer General
Konfession
mehrkonfessionell
Normdaten
GND: 135552265 | OGND | VIAF: 18442636
Namensvarianten
  • Böhm, Johann Heinrich von (von ist kein Adelsprädikat)
  • Bohm, Joao Henrique
  • Bohn, Joao Henrique
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Orte

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Zitierweise

Böhm, Johann Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135552265.html [01.03.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Hinrich;
    M Gesche Delvendahl;
    ⚭ Agnes Judith Sibylla van Dinklagen.

  • Biographie

    B. stand zuerst als Offizier in preußischen Diensten und war dann Oberst im Infanterieregiment des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe. Nachdem er 1759-62 im Dienst seiner Vaterstadt gestanden war, begleitete er diesen nach Portugal, wo der Graf in dem zwischen Portugal/England und Spanien/Frankreich ausgebrochenen Krieg den Oberbefehl über die portugiesischen Truppen übernahm. Als Generaladjutant nahm B. an dem Feldzug 1762 teil, kehrte aber 1763 enttäuscht zu seinem alten Kommando nach Bremen zurück. 1763 ging er als Nachfolger des Grafen von Schaumburg-Lippe wieder nach Lissabon. 1767 wurde er Generalleutnant und Generalinspektor aller in Brasilien stehenden Truppen (nur dem Vizekönig unterstellt), nach Brasilien geschickt, um die immer wieder aufflackernden Grenzstreitigkeiten mit den Spaniern an der Südgrenze zu beenden. Im gleichen Jahre traf er in Rio ein und nahm sich sofort der gründlichen Ausbildung und Ausrüstung der Truppe an. Wegen seines schroffen Wesens und der eisernen Disziplin nach preußischem Muster stieß er oft auf Widerstand. Anfang Dezember 1774 übernahm er den Posten als Oberkommandierender des portugiesischen Südheeres, verließ Rio zu Schiff und landete mit seiner Kerntruppe in Laguna. Als Artilleriekommandeur begleitete ihn der schwedische Feldmarschall Jaques Funck. Er fand wenig Unterstützung und konnte nur mit Mühe eine einigermaßen brauchbare Truppe aufstellen. Im Frühjahr 1775 bezog B. am Nordufer des Rio Grande do Sul Stellung. Er kämpfte mit wechselndem Erfolg, bis der Friede von S. Idelfonso (1777) dem Feldzug ein Ende setzte. 1779 traf B. wieder in Rio ein. Am 25.7.1782 trat er unter dem Eindruck eines lebensgefährlichen Unfalls zum Katholizismus über, unter lebhaftester Anteilnahme der Gesellschaft und des Volkes. Zusammen mit Funck gilt B. als der Begründer des brasilianischen Heeres, das er als Instruktionsoffizier erstmalig zu einer regulären Truppe formte.

  • Werke

    Denkschrr., Dokumente, Erinnerungen, Briefe u. a. Hss. (Instituto Historico Brasileiro in Rio de Janeiro, Archivo Publico de Rio, Nat.bibl. Lissabon, Staatsarchiv S. Paulo, Staatsarchiv Bremen).

  • Literatur

    J. Focke, Vom brem. Stadtmilitär, in: Brem. Jb., Bd. 19, 1900, S. 28 f.;
    F. Sommer, Dt. Charakterbilder aus d. brasilian. Gesch., Vermehrt u. neu bearb., T. 1, São Leopoldo u. Cruz Alta (Rio Grande do Sul) o. J. [um 1918], S. 44-61, = Südamerikan. Lit., Bd. 18;
    E. A. Pereira Sales, O Conde de Lippe em Portugal, Villa Nova de Famalicão 1936, S. 159-66 u. ö.;
    E. A. Strasen u. A. Gándara, Oito Séculos de História luso-alemã, Berlin 1944, S. 253, 263 f.;
    Hdwb. d. Grenz- u. Auslanddeutschtums I, 1933, S. 523;
    J. F. Velho Sobrino, Dicionário biobliográfico brasileiro II, Rio de Janeiro 1940, S. 366.

  • Autor/in

    Hans-Joachim Bock
  • Zitierweise

    Bock, Hans Joachim, "Böhm, Johann Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 382-383 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135552265.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA