Lebensdaten
1868 bis 1962
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Neuropathologe ; Psychiater
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117516856 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Henneberg, Richard Max Wilhelm
  • Henneberg, Richard
  • Henneberg, Richard Max Wilhelm

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Zitierweise

Henneberg, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117516856.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1828–93), Dr. med., Arzt, S d. Eduard (s. Gen. 2);
    M Marie (1840–83), T d. Sup. Frdr. Wilh. Hildebrandt in M. u. d. Fanny Hoffmann;
    Ov Wilhelm (s. 2);
    B Bruno (1867–1941), Prof. d. Anatomie in Gießen, Wilhelm (s. 3);
    - Gertrud Braun (* 1885); kinderlos.

  • Leben

    Nach Medizinstudium und Promotion (Berlin 1893) war H. an der psychiatrischen Klinik der Charité unter Jolly tätig, bei dem er sich 1902 habilitierte (1906 Professor(in), 1921 außerordentlich Professor(in), und das anatomische Laboratorium leitete|Nach Jollys frühem Tode verließ er die Klinik und war später ein vielgesuchter Konsiliarius als Neurologe und Psychiater, der eine ausschlaggebende Bedeutung auch als Gutachter hatte. Unbestechliche Kritik, Güte und Beschlagensein in allen naturwissenschaftlichen Fragen sowie umfassende humanistische Bildung – er hatte sich schon früh für Antike, Sprachen, Zoologie, Botanik und Astronomie interessiert – bedingten sein Ansehen und seine Wirkung auf einen großen Ärztekreis. Da die Neuropathologie damals noch kein Fach war, war H. stets auf die Hilfe anderer Laboratorien angewiesen, so daß seine Leistung für dieses Fach bewundernswert ist. – So ist der Name H.s weniger mit seinen Leistungen und Veröffentlichungen als kluger und genau beobachtender Psychiater verbunden als mit der Lösung verschiedener Probleme der Neuropathologie: Im Vordergrund stehen die Untersuchungen der Entwicklungsstörungen des Zentralnervensystems, die er zum Teil mit Max Bielschowsky, Max Koch und anderen veröffentlichte; ferner die Verbildungen des Rückenmarkes, die zum Syringgomyeliekomplex führten und die er mit Bielschowsky auf die Störungen beim Schluß des Rückenmarkes zurückführen konnte. Er förderte die Kenntnis vererbbarer Krankheiten, wie der Recklinghausenschen Neurofibromatose, deren Symptomatologie er analysierte und die er zu Hirnrindenverbildungen bei der tuberösen Sklerose in Verbindung setzte. Seine psychiatrischen Arbeiten waren mehr zeitgebunden und wirkten fermentativ. Sie dokumentieren noch den Forscher, der stets den Dingen auf den Grund zu gehen bestrebt war und das morphologische Substrat der Krankheitserscheinung im Gehirn suchte.

  • Werke

    u. a. Über Spiritismus u. Geistesstörungen, in: Archiv f. Psychiatrie u. Nervenkrankheiten 34, 1901, S. 998-1039;
    Messung d. Oberflächenausdehnung d. Großhirnrinde, in: Journal f. Psychol, u. Neurol. 17, 1911, S. 144-58;
    Über familiäre diffuse Sklerose, ebd. 36, H. 4, 1928, S. 131-81 (mit M. Bielschowsky);
    Über Geschoßkontusion d. Rückenmarkes, in: Neurolog. Cbl. 36, 1917, S. 252;
    Über Geschwülste d. hinteren Schließungslinie d. Rückenmarkes, in: Berliner Klin. Wschr. 58, 1921, S. 1289-93;
    Zur Histol. u. Histogenese d. zentralen Neurofibromatose, in: Libro en honor de Ramón y Cajal I, Madrid 1922, S. 505-34 (mit M. Bielschowsky);
    Die Hydrocephalien, in: Neue Dt. Klinik 5, 1930, S. 169-92;
    Die tier. Parasiten d. Zentralnervensystems, in: Hdb. d. Neurol. XIV, 21936.

  • Literatur

    J. Hallervorden, in: Nervenarzt 19, 1948, S. 568;
    ders., in: Münchener med. Wschr. 95, 1953, S. 1378 f. (P);
    ders., in: Dt. med. Wschr. 83, 1958, S. 2302;
    B. Ostertag, ebd. 87, 1962, S. 1616;
    W. Leibbrand, in: Die Medizinische, 1959, S. 91;
    ders., in: Med. Klinik 57, 1962, S. 445.

  • Autor/in

    Berthold Ostertag
  • Empfohlene Zitierweise

    Ostertag, Berthold, "Henneberg, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 539 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117516856.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA