Lebensdaten
1788 bis 1855
Geburtsort
Schloß Tranekjaer auf Langeland (Dänemark)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Soldatenwerberin
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116270608 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Margarete Gräfin von
  • Ahlefeldt-Laurwig, Elise Gräfin von
  • Lützow, Elise von
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Gräfin von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116270608.html [21.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Graf von Ahlefeldt-Laurwig (1760–1832), Herr der Grafschaft Langeland;
    M Louise Charlotte von Hedemann-Heespen aus Holstein (1762–1812, geschieden 1809);
    1) 1806 Christian VIII., Herzog von Schleswig, Holstein und Lauenburg, seit 1839 König von Dänemark (1786–1848), 2) 20.3.1810 Adolf Freiherr von Lützow (1782–1834, Freikorpsführer, geschieden April 1825);
    T aus 1) Adolfine Laurberg (* 1807. 1836 Karl Kegel, Gymnasiallehrer aus Elberfeld).

  • Leben

    A. erhielt von ihrem 7. Lebensjahr an eine vollkommen deutsche Erziehung. Ihre erste, gegen den Willen des Vaters geschlossene kurze, glückliche Ehe wurde verschwiegen und das Kind von Dänemark ferngehalten. Durch ihre zweite Ehe mit Adolf von Lützow wurde sie in den Befreiungskriegen „die Seele und die Muse“ der Lützowschen „Schwarzen Jäger“; in Lützows Abwesenheit warb sie in Breslau selbst Freiwillige an. 1817 zog das Ehepaar nach Münster. Die Ehe zwischen dem biederen Kriegsmann Lützow und der reichgebildeten, schöngeistigen A. war bereits in sich gebrochen, als sie in Münster den 25jährigen K. L. Immermann kennenlernte. Nach der Trennung ihrer Ehe ging A. zunächst nach Dresden, später nach Magdeburg, lehnte es aber ab, Immermanns Frau zu werden. Seit 1827 teilte sie mit ihm, den sie in seiner dichterischen Schaffenskraft zu fördern wußte, in Düsseldorf das Haus, welches bald ein Mittelpunkt für Dichter und Künstler wurde. Im August 1839 verließ A. den Dichter, als dieser sich zu Marianne Niemeyer bekannt hatte, und reiste nach Italien. 1840 gründete sie in Berlin ein Heim, in dem sie einen anregenden Freundeskreis um sich versammelte.

  • Literatur

    ADB I;
    L. Assing, Gfn. E. v. A., Eine Biogr., nebst Briefen v. Immermann, Möller u. Henriette Paalzow, 1857 (P);
    F. Kohlrausch, Erinnerungen aus meinem Leben, 1863;
    K. Immermann, sein Leben u. seine Werke, aus Tagebüchern u. Briefen an seine Fam. zusammengestellt, hrsg. v. G. zu Putlitz, 2 Bde., 1870;
    H. Maync, Gfn. E. v. A. im Leben Lützows u. Immermanns, in: Internat. Mschr. f. Wiss., Kunst u. Technik 11, 1917, Sp. 101-28, 229-54;
    ders., Immermann, 1920, S. 84-93, 439-49, 453-63;
    W. Deetjen, Gfn. E. v. A., in: Westermanns Mhh., Jg. 66, Bd. 132, 1922, S. 116 bis 122 (P);
    C. F. Müller, Gfn. A. u. Emil Palleske, ebenda, Jg. 67, Bd. 134, 1923, S. 65-68 (P);
    R. Kühn, E. v. Lützow u. Lützows wilde Jagd, 1934;
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L).

  • Werke

    zum Gesamtartikel: L. Bobbé, Slaegten Ahlefeldts Historie, 1897 ff.;
    Danmarks Adels Aarbog II, 1929;
    Dansk. Leks. I.

  • Autor/in

    Walter Kunze
  • Empfohlene Zitierweise

    Kunze, Walter, "Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Gräfin von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 110 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116270608.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ahlefeldt: Elise Davidia Margarethe, Gräfin von A.-Laurwig, Tochter des Grafen Friedrich, geb. zu Schloß Trankjör auf Langeland 17. Nov. 1788, 20. März 1855. Sie greift sowol in die Geschichte der Freiheitskriege als in die ihnen folgende Litteraturepoche mit ihren Lebensschicksalen ein. Einziges überlebendes Kind ihrer Eltern wurde ihr doch keine beglückte Kindheit und Jugend. Häusliche Zerwürfnisse, meist hervorgerufen durch Verschwendung und Ausschweifungen des Vaters, trennten die Ehe der Eltern. So wuchs sie auf, bald in trüber Zurückgezogenheit bei der Mutter, bald in dem üppig verschwenderischen Schloßleben des Vaters. Anmuth, vornehme Erscheinung, ein romantischer Zug durch ihr ganzes Wesen, leidenschaftliche Begeisterungsfähigkeit, glühende Neigung zur Poesie, die sich mehr in sinniger Empfänglichkeit und Hingabe, als in kritischer Schärfe äußerte, entwickelten sich schnell bei dem jungen schönen Mädchen, das als reiche Erbin in die Welt trat. — Ganz deutsch in ihrer Empfindung durch die Erziehung der angebeteten deutschen Mutter, ward sie von den Geschicken Deutschlands in den schweren Jahren der Erniedrigung|ergriffen und da ein gemeinsamer Badeaufenthalt sie die Bekanntschaft Adolfs von Lützow machen ließ, in dem sie gleich glühende Begeisterung für die große Sache des Vaterlandes fand, schloß sie mit diesem, nicht ohne schwer zu überwindenden Einspruch ihres Vaters, im J. 1808 eine Ehe, die anfangs ganz geeignet schien, sie zu beglücken. An dem Entschluß zur Bildung eines Freicorps im J. 1813 hatte sie, wie auch an der Werbung desselben, entschiedenen Antheil. Sie nahm in Breslau die Meldungen an, trat vielen Kameraden des Corps freundschaftlich näher und theilte ihnen ihre Begeisterung mit. Theodor Körner, Friesen, Petersdorff, gehörten zu ihren treusten Freunden. In den Kämpfen blieb sie dem Corps nahe, helfend, pflegend, namentlich ihren oft verwundeten Gatten; alle Mühen theilend. Nach dem Kriege lebte sie in Münster, wo Lützow in Garnison stand. Aber die äußerlich freundlichen, innerlich unharmonischen Verhältnisse der kinderlosen Ehe wurden immer unbefriedigender. In dieser geistigen Oede lernte sie den jungen Immermann kennen, der Auditeur bei Lützow war. Mit Begeisterung verfolgte sie die Entwickelung seines im Werden ringenden dichterischen Talentes; so legte sich der Grund zu einer Freundschaft, die immer leidenschaftlicher werdend in das Leben Beider mächtig eingriff. — Freundliches gegenseitiges Abkommen trennte die Ehe mit Lützow und Elise nahm ihren Familiennamen Gräfin A. wieder an. Von nun an folgte sie Immermann erst nach Magdeburg, dann nach Düsseldorf und kam so mit den Repräsentanten der Litteratur, so weit sie in Immermann's Kreis traten, in Beziehung. Als der Dichter sich im J. 1839 verheirathete, siedelte Elise von Düsseldorf nach Berlin über, wo sie bis zu ihrem Tode blieb. Schnell hatte sich wieder ein Kreis älterer Freunde und jüngerer Bekannten um sie als anmuthigen Mittelpunkt gesammelt, belebt von den Erinnerungen der Freiheitskriege und von warmer litterarischer Theilnahme. — Längeres Leiden schloß ein Leben ab, das reicher an Erfahrungen als an Glück, an immer wieder getäuschten Illusionen hinkrankte.

    • Literatur

      Ludm. Assing, Gräfin El. v. A., Biographie, nebst Briefen von Immermann, Möller u. Henr. Paalzow.

  • Autor/in

    G. zu , Putlitz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Putlitz, G. zu, "Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Gräfin von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 160-161 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116270608.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA