Lebensdaten
1822 bis 1852
Geburtsort
Detmold
Sterbeort
Gotha
Beruf/Funktion
politischer Schriftsteller ; Redakteur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118644882 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Althaus, Theodor

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Althaus, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644882.html [21.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Friedrich Althaus (1790–1863), Generalsuperintendent in Detmold;
    M Julie Auguste Christine, T des Bischofs und Dompredigers Johann Heinrich Bernhard Dräseke, Magdeburg;
    Gvv Philipp Heinrich Althaus (1739–1819), Prediger in Blomberg bei Detmold;
    B Friedrich Althaus (1829–97), Schriftsteller;
    N Theodor Lewald, Staatssekretär.

  • Leben

    A. studierte in Bonn, Jena und Berlin Theologie und Philosophie. In Jena schloß er sich der Burschenschaft an. E. M. Arndt, G. Kinkel, A. H. Hoffmann von Fallersleben, F. Ch. Dahlmann und nicht zuletzt J. Fröbel, der Verfasser des Buches „System der socialen Politik“, wirkten nachhaltig auf ihn ein. In Berlin fand er Zutritt zu den Kreisen um Bettina von Arnim und Henriette Herz; das Treiben der „Freien“ um B. Bauer mißfiel ihm. In Berlin gab er den Plan, als Theologe die akademische Laufbahn zu ergreifen, auf. Philosophie, Geschichte und Politik zogen ihn stärker in ihren Bann. 1844 verlobte er sich mit Malvida von Meysenbug; die Verbindung löste sich später, doch hatte sie einen beide Teile fördernden und hebenden Austausch hervorgebracht und wurde von A. noch auf dem Sterbebett als die „edelste Blüte seiner Jugend“ bezeichnet. Seit 1843, endgültig seit 1844, ging A. den Weg des politischen Schriftstellers. Er wurde Mitarbeiter der Weserzeitung, des „Hauptorgans des vormärzlichen norddeutschen Liberalismus“, 1848 wurde er für die Bremer Zeitung Berichterstatter bei der Frankfurter Nationalversammlung. Im Juli 1848 übernahm er die Leitung dieser Zeitung, die aber infolge seines Radikalismus in Bremen nicht durchdringen konnte. Unter dem Namen „Zeitung für Norddeutschland“ verlegte er das Blatt daraufhin nach Hannover. Als er in einem Artikel vom 13.5.1849 zur Einsetzung eines Landesausschusses aufrief zur Durchführung der Reichsverfassung, notfalls mit Waffengewalt, zog er sich wegen „Aufforderung zum Staatsverrat“ eine zweijährige Gefängnisstrafe zu. A. war einer der lautersten Männer der deutschen Linken des Jahres 1848, ein idealistischer Demokrat, betont national und zeitweise sozialistischen und kommunistischen Gedankengängen, aber auf christlicher Grundlage, zugetan. Religiöse, kirchliche und kirchenpolitische Fragen haben nie aufgehört, den unablässig um Erkenntnis ringenden Sucher zu beschäftigen. Das Buch „Zukunft des Christentums“ (1847) wandte sich gegen L. Feuerbachs „Wesen des Christentums“. Seine Religiosität sah in einer freien, auf der Höhe des kulturellen Fortschritts stehenden geistigen Gemeinschaft die Zukunftskirche und erwartete eine immanente Verwirklichung des Reiches Gottes im Sinne politischer und sozialer Vervollkommnung.

  • Werke

    Weitere W Rheinfahrt im August, 1846;
    Märchen aus d. Gegenwart, 1848;
    Aus d. Gefängnis, 1850; zahlreiche Flugschrr. u. Aufsätze in Ztgg. u. Zeitschrr.; Tagebücher u. Aufzeichnungen befanden sich 1922 im Besitz v. Th. A., London.

  • Literatur

    ADB I;
    Friedr. A., Th. A., ein Lebensbild, 1888;
    M. v. Meysenbug, Memoiren einer Idealistin, 1899;
    D. Wegele, M. v. Meysenbug u. Th. A., in: Dt. Staat u. dt. Parteien, Festgabe f. F. Meinecke, 1922, S. 36 ff.;
    dies., Th. A. u. M. v. Meysenbug, Zwei Gestalten d. Vormärz, Diss. Marburg 1927 (P);
    Goedeke, NF, 1940, S. 188 (L).

  • Autor/in

    Heinz Gollwitzer
  • Empfohlene Zitierweise

    Gollwitzer, Heinz, "Althaus, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 221 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644882.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Althaus: Theodor A., politischer Schriftsteller, geb. zu Detmold 22. Oct. 1822, zu Gotha 2. April 1852. Aeltester Sohn des Generalsuperintendenten A. und durch seine Mutter Enkel des Bischofs Dräseke, widmete er sich in Bonn, Jena und Berlin dem Studium der Theologie und Philosophie. Auch seine schriftstellerische Thätigkeit in den Jahren 1846 und 47, in zahlreichen Artikeln der Weserzeitung und ihres Sonntagsblattes niedergelegt, galt vorzugsweise der kirchlichen Bewegung. Mit dem März 1848 widmete er sich ganz der Tagespresse und der Politik: erst in Bremen, wo aber die von ihm redigirte Bremer Zeitung in Folge seines Radikalismus keinen Boden gewinnen konnte, dann in Hannover, wo sie als Zeitung für Norddeutschland wiedererstand und sich mehr der Vertretung der concreten nationalen Aufgaben annahm. Die Reichsverfassungskämpfe des J. 1849 rissen A. in ihren Strudel. Sein Leitartikel vom 13. Mai, der, wenn auch ohne allen Erfolg, zur Einsetzung eines Landesausschusses für Durchführung der Deutschen Reichsverfassung aufrief, zog ihm eine Verurtheilung zu zweijährigem Staatsgefängniß wegen Aufforderung zum Staatsverrath zu. Im Nov. 1849 nach Hildesheim abgeführt, wurde er im Mai 1850 begnadigt. Das aus dieser Zeit stammende Buch: „Aus dem Gefängniß“ (Bremen 1850) enthält neben Poesien und politischen Charakteristiken das idealdemokratische Programm des Autors, das auf Socialismus und humanen Universalismus hinausläuft. Eine Stelle als Lehrer der freien Gemeinde zu Hamburg konnte er in Folge seiner Ausweisung nicht antreten. Für|körperliche Leiden, die durch die Haft verschlimmert waren, Heilung suchend, starb er in Gotha.

    • Literatur

      Weserzeitung v. 13. Mai, Zeitung f. Norddeutschl. v. 13., Berl. Nationalzeitung v. 22. April 1852. Briefwechsel und Gespräche Alex. v. Humboldt's mit einem jungen Freunde (Friedrich A., Bruder von Th. A.), Berlin 1861.

  • Autor/in

    F. Frensdorff.
  • Empfohlene Zitierweise

    Frensdorff, Ferdinand, "Althaus, Theodor" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 366-367 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644882.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA