Lebensdaten
1771 bis 1825
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Gießen
Beruf/Funktion
Technologe ; Metallurg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118664182 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Blumhof, Johann Georg Ludolf
  • Blumhof, J. G. L.
  • Blumhof, Joh. Georg Ludw.
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Blumhof, Johann Georg Ludolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118664182.html [20.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Conrad, Landwirt, S des Burchard, Gartenmann in Hannover, und der Dorothea Magdalena Mühlcken;
    M Anna Magdalena, T des Johann Heinrich Wolf, Gartenmann in Hannover;
    Niedernjesa bei Göttingen 1805 Wilhelmine Ernestine von Mengershausen; 5 K.

  • Leben

    Durch privates Studium vorbereitet, konnte B. 1792 die Universität Göttingen beziehen, wo er in J. Ch. Lichtenberg und Kästner wohlwollende Lehrer fand. Er studierte Mathematik, Physik und Volkswirtschaft und vervollständigte seine Kenntnisse in Latein und Französisch. Nach Abschluß des Studiums verblieb er in Göttingen, um sich auf die akademische Laufbahn vorzubereiten. Seinen Lebensunterhalt bestritt er dabei aus schriftstellerischer Tätigkeit, vor allem Übersetzungen aus dem Schwedischen. Durch die Berührung mit den Gelehrten dieses Landes, das im 18. Jahrhundert über hervorragende Schriftsteller auf dem Gebiete der Eisenhüttenkunde verfügte, zog ihn die Berg- und Hüttenkunde immer mehr in ihren Bann. Es ist sein Verdienst, durch Übersetzung einer Reihe schwedischer Arbeiten die eisenhüttenmännischen Erkenntnisse dieses Landes den deutschen Hüttenleuten vermittelt zu haben. Auf der Roten Hütte in Elbingerode am Unterharz arbeitete sich B. in die eisenhüttenmännische Praxis ein. Nachdem er es schließlich zum Administrator von Eisenwerken gebracht hatte, wurde er 1809 Inspektor der Ludwigshütte in Biedenkopf (Oberhessen). Der Hang zu wissenschaftlicher Arbeit fesselte ihn an den Schreibtisch. Die ihm zu Unrecht vorgeworfenen Unterschlagungen einiger seiner Untergebenen wirkten sich physisch und psychisch nachteilig aus. Die Ludwigshütte wurde verpachtet und B. pensioniert. Er siedelte 1815 nach Eckelshausen über, wo er rastlos wissenschaftlich tätig war und verschiedene größere Arbeiten zum Abschluß brachte. Vor allem veröffentlichte er hier den ersten Band seines „Versuchs einer Enzyklopädie der Eisenhüttenkunde“ (4 Bände, 1817–1821). B. bewarb sich um die Professur an der Landesuniversität Gießen, um dort Vorträge über Technologie, Eisenhüttenkunde, Bergwerkskunde und Kameralwissenschaften zu halten. Nach langwierigen Verhandlungen berief ihn der Senat 1817 zum außerordentlichen Professor.

  • Werke

    Üb. d. rechte Konstruktion d. Wellfüße od. Kämme z. einem gleichförm. Gebläse, bes. b. Hochöfen od. Frischherden, 1800;
    Beobachtungen auf einer Fußreise v. d. Rothen Hütte ins Anhaltische nach Mägdesprung, der Roßtrappe, Thale u. d. Blankenburg. Eisenhütten (mit I. C. Stünkel), 1800;
    Vollst. systemat. Lit. vom Eisen in mineralog., chem., technol., ökonom., kameralist. u. med. Hinsicht, 1803;
    Grundlinien d. ökonom.-technol. Mineralogie, 1820;
    Lehrb. d. Lithurgik od. d. angewandten Mineralogie, 1822;
    Überss. techn. Werke aus d. Franz., Dän. u. Schwed. sowie Zss.aufsätze.

  • Literatur

    ADB II;
    Meusel, Gel. Teutschland I, 1804, S. 108-10;
    K. W. Justi, Grundlage z. einer hess. Gelehrten-, Schriftsteller- u. Künstlergesch., 1831, S. 31-47;
    Nachrr. d. Gießener Hochschulges. 7, 1930, S. 20-25;
    Btrr. z. Gesch. d. Technik 17, 1927, S. 157 f.;
    Das Werk 11, 1930, S. 237 f.;
    Scriba, Abt. 2, 1843, S. 57-62;
    Pogg. I, II;
    Ferchl.

  • Autor/in

    Herbert Dickmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Dickmann, Herbert, "Blumhof, Johann Georg Ludolf" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 336 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118664182.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Blumhof: Johann Georg Ludolf B., Metallurg, geb. 25. Sept. 1774 zu Hannover, 9. Mai 1825 zu Gießen. Er wurde 1805 Eisenhütten-Administrator zu Silbach in Westfalen, 1809 Inspector auf der Ludwigs-Eisenhütte bei Biedenkopf in Oberhessen, 1819 außerordentlicher Professor der Technologie an der Universität Gießen. Verfaßte eine „Encyklopädie der Eisenhüttenkunde" (4 Bde. 1816—21) und einige kleinere Schriften über Mineralogie und Eisenhüttenwesen; übersetzte aus dem Schwedischen Nordwall's „Maschinenlehre“ (1804—6) u. a., namentlich auch den ersten Band von Berzelius' „Chemie“. Vgl. N. Nekrol. III. 1443.

  • Autor/in

    Karmarsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Karmarsch, Karl, "Blumhof, Johann Georg Ludolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 755 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118664182.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA