Dates of Life
1779 – 1847
Place of birth
Marktl Kreis Altötting (Oberbayern)
Place of death
Birkenstein bei Fischbachau (Oberbayern)
Occupation
Wagenbauer
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 128616873 | OGND | VIAF: 42894204
Alternate Names
  • Lankensperger, Georg
  • Lanckensberger, Georg
  • Lankensperger, Geo.
  • more

Relations

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Lankensperger, Georg, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128616873.html [21.02.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Lorenz ( 1786), Wagner;
    M Anna Maria N. N.;
    Stief-V (seit 1789) Franz Weinberger, Wagner;
    München 1806 Marianna Ressler, Wwe d. Wenzeslaus Rebhahn ( 1804), Wagnermeister;
    1 T;
    Stief-S Josef Rebhahn.

  • Biographical Presentation

    L. verlor schon früh seinen Vater. Bei seinem Stiefvater erlernte er das Wagnerhandwerk. Auf der Wanderschaft kam er nach München, wo ihn der Wagnermeister Wenzeslaus Rebhahn als Gesellen in seine Wagenfabrik an der heutigen Brienner Straße aufnahm. Als Rebhahn 1804 starb, führte L. den Betrieb weiter. 1805 erhielt er das Münchener Bürgerrecht, heiratete die Witwe Rebhahn und wurde dadurch Mitbesitzer und Leiter der Wagenfabrik. In seinem ständigen Bemühen, die pferdegezogenen Wagen technisch zu verbessern, erfand L. 1815 die „Achsschenkel-Lenkung“. Hierbei ließ er die|ganze Lenkachse nicht mehr um ihre Mitte schwenken, sondern nur um ihre Achsschenkel je für sich, so daß der Wagen immer auf vier Punkten stand. Die getrennten Drehpunkte je Seite waren verbunden durch Hebel mit entsprechender Einstellung für den richtigen Lenkausschlag. Als L. 1816 einen Wagen mit dieser Einrichtung gebaut hatte, in dem auch neuartige Ringfedern von Georg v. Reichenbach verwendet wurden, erteilte ihm die Bayer. Akademie der Wissenschaften ein Privileg. Der Kunsthändler und Patentanwalt Rudolph Ackermann vermittelte ihm 1818 eine Patentanmeldung in England. L. baute 34 Wagen mit Achsschenkel-Lenkung, darunter eine 6sitzige Kutsche für den König (Nymphenburg, Marstall). Seine Erfindung fand im In- und Ausland als nützliche Verbesserung Anerkennung, so daß L. vermögend wurde. Er konnte sich daher in der christlichen Wohlfahrtspflege in Fischbachau b. Miesbach betätigen. Zu der nahegelegenen Wallfahrtskapelle in Birkenstein stiftete er ein Wallfahrtspriesterhaus, später eine Mädchenschule. 1845 ließ L. ein Kloster für die Armen Schulschwestern vom Münchener Angerkloster bauen.

    1840 überließ L. die Wagenfabrik seinem Stiefsohn Josef Rebhahn und lebte mit Frau und Tochter bis zu seinem Tod in Birkenstein. Seine Erfindung geriet zunächst in Vergessenheit, bis Ende des 19. Jh. der Kraftwagen kam, für den die Achsschenkel-Lenkung ein Hauptkennzeichen wurde, weil sie bequem, einfach und sicher war. Amédée Bollée erfand sie 1873 für seinen Dampfwagen (FP 99 574) und Karl Benz 1891 für seinen vierrädrigen Motorwagen (DRP 73 515 v. 1893) wieder. Sie gewann noch an Bedeutung, als 1930 die Einzelradfederung eingeführt wurde.

  • Works

    Privileg d. Bayer. Ak. d. Wiss. v. 25.5.1816, Min. d. Innern 6 330 d. W. 5 119 (Bayer. Hauptstaatsarchiv, Min. d. Innern Nr. 13, 797);
    Engl. Patent 2 412 v. 1818. -
    Bewegl. Achsen u. a. Verbesserungen an Wagengestellen, 1818.

  • Literature

    J. Ch. Ginzrot, Die Wagen u. Fuhrwerke v. d. Antike b. z. 19. Jh., 1817, S. 302;
    Dinglers Polytechn. Journal 1, 1820, S. 296;
    Lebrun/Rinne, Theoret.-prakt. Hdb. d. Wagners, Stellmachers u. Chaisefabrikanten, 1835, § 48, S. 117-24;
    J. H. M. Poppe, Gesch. aller Erfindungen u. Entdeckungen, 1847, S. 319;
    F. M. Feldhaus, Ein vergessener Münchener Erfinder, in: Fortschritte d. Technik, 1926, Nr. 9, S. 34;
    P. Siebertz, Karl Benz, 1943, S. 126-28;
    J. Seidl-Ainöder, in: Altbayer. Heimatpost 31, 1979, Nr. 13, S. 4 f.;
    Krafthand 25, 1952, H. 24, S. 643-45;
    C. Davison, Hist. of Steam Road Vehicles, 1953.

  • Author

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Citation

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Lankensperger, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 617-618 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128616873.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA