Lebensdaten
1576 - 1643
Geburtsort
Mecheln
Sterbeort
Antwerpen
Beruf/Funktion
katholischer Kontroverstheologe ; Augustinereremit
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128544139 | OGND | VIAF: 40431491
Namensvarianten
  • Lancelottus, Henricus
  • Lancelotz, Henricus
  • Lancilottus, Henricus
  • mehr

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Zitierweise

Lancilottus, Henri, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128544139.html [24.07.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas, Ratssekr. v. M.;
    M Margarita Vischavens;
    B Corneille (1574–1622), Provinzial d. nd.rhein. Augustinerprov. (1607–10), Vf. rel. u. theol. Schrr. (s. L).

  • Leben

    Nach Gymnasialstudien in Antwerpen trat L. 1592 in das Augustinerkloster von Mecheln ein und studierte seit ca. 1593 in Löwen Philosophie und Theologie. In verschiedenen Klöstern der niederrhein. Augustinerprovinz wirkte er danach als Prior: 1601-03 in Hasselt, 1603-07 in Trier, 1607-13 in Antwerpen, seit 1613 in Gent und viele Jahre auch in Brüssel. In Antwerpen gründete er 1608 ein Gymnasium. Hochangesehen als Prediger und vorbildlicher Ordenspriester, wurde er 1620 von seinem Ordensgeneral zu dessen Vikar und Visitator in der rhein.-schwäb. Augustinerprovinz ernannt und war dort bis 1637 für die Rückgewinnung verlorener Klöster und die Hebung der Ordenszucht tätig. 1617 in Löwen zum Dr. theol. promoviert, wirkte er seit 1622 als Universitätsprofessor und zeitweiliger Dekan der Theol. Fakultät in Mainz.

    L. trat in Wort und Schrift als „fidei orthodoxae fervidus zelator“ auf, wie seine Grabinschrift von ihm rühmt. Weitbekannt machte ihn sein originelles Werk „Haereticum Quare per Catholicum Quia … solutum“ (1615 u. ö.; franz., fläm., ital. u. poln. Überss.). In Form eines fingierten Dialogs zwischen einem „Geuza reformatus“ und einem „Romano Catholicus“ werden 100 Fragen („Quare“) in der typischen polemischen Formulierung der calvinist. und luth. Gegner vorgelegt und ausführlich, anschaulich und im allgemeinen sachlich, mit reicher Begründung aus der Schrift und den Vätern, gelegentlich auch mit scharfer Polemik, beantwortet. Die vorwiegend apologetischen Darlegungen zeigen keine irenischen Zielsetzungen und gehen auf die tieferen Anliegen des Gegners nicht ein. Originalität besitzt auch die Schrift „Paralleli LXXIII Augustini Catholici et Augustinomastigis Haeretici“ (1619). L. sucht darin durch Gegenüberstellung von Lehrsätzen Augustins und der Reformatoren nachzuweisen, daß diese sich zu Unrecht auf den Kirchenvater berufen bzw. seine Lehre mißdeuten. Die sachlichen Darlegungen mit ihren genauen Quellenangaben aus Augustinus, Calvin und Luther halten sich von überscharfer Polemik frei. – Auch L.s exegetische Schriften lassen den Kontroverstheologen erkennen und haben als eines ihrer Ziele das „fidem catholicam firmare“.

  • Auszeichnungen

  • Werke

    Weitere W u. a. Kontroversschriften: Pharos apostolica, seu Pseudo-ministerium pseudo-reformantium, 1611;
    Abecedarium Luthero-Calvinisticum, 1617;
    Corona Calviniana, quinque margaritis in gratiam evangelicorum adornata, 1626.

  • Literatur

    Ph. Elssius, Encomiasticon Augustinianum, 1654, S. 278 f.;
    A. Höhn, Chronologia Provinciae Rheno-Suevicae Ord. FF. Erem. S. P. Augustini, 1744, S. 235-43;
    J. F. Ossinger, Bibl. Augustiniana, 1768, S. 494 f.;
    N. Merlin, De Henrico Lancelotz eiusque operibus, in: Analecta Augustiniana 2, 1907/08, S. 349-51;
    E. Braem u. N. Teeuwen, Augustiniana Belgica Illustrata, 1956, S. 122 (P S. 43);
    A. Zumkeller, Urkk. u. Regg. z. Gesch. d. Augustinerklöster Würzburg u. Münnerstadt I-II, 1966 f., Nrr. 711, 713 f., 726, 761 u. 1211;
    A. Kunzelmann, Gesch. d. dt. Augustiner-Eremiten VII, 1976, passim (vor allem S. 388 f., Anm. 1868);
    Dict. de théologie catholique VIII, Sp. 255 f. (vollst. Verz. s. 16 Schrr.);
    Dict. de Spiritualité ascetique et mystique IX, Sp. 178 f. (z. Inhalt seiner 2 exeget. u. 4 erbaul. Schrr., auch f. B Corneille);
    LThK2.

  • Autor/in

    Adolar Zumkeller
  • Empfohlene Zitierweise

    Zumkeller OSA, Adolar, "Lancilottus, Henri" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 473 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128544139.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA