Lebensdaten
1877 bis 1966
Geburtsort
Peterswaldau (Schlesien)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Kulturpolitiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124001548 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lammers, Aloys

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Zitierweise

Lammers, Aloys, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124001548.html [22.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Bernard (1848–1931), Bgm. v. Dülmen, dann im Dienst v. Franz Gf. zu Stolberg-Wernigerode in P., schließlich Rentmeister d. Fürstbischofs v. Breslau bei St. Hedwig in Berlin, S d. Kaufm. Caspar (1814–85) in Lüdinghausen (Westfalen) u. d. Anna Maria Tinklohe;
    M Anna (1851–1939), T d. Sanitätsrats Dr. med. Peter Franz Thewalt (1820–96) u. d. Maria Anna Grimm;
    B Clemens (1882–1957), Reichstagsabg. (Zentrum), Vorstandsmitgl. d. Reichsverbands d. Dt. Industrie (s. Rhdb.);
    - 1907 Helene (1883–1968), T d. Kaufm. Friedrich Küchenhoff (1847–1921) in Neheim-Hüsten u. d. Elisabeth Kaiser gen. Hagen;
    3 S, u. a. Egbert (* 1908), Maler u. Glasmaler.

  • Leben

    L. studierte seit 1897 in Berlin Rechtswissenschaft und Nationalökonomie. 1901 bestand er die 1., 1906 die 2. juristische Staatsprüfung. 1914 wurde er Staatsanwalt am preuß. Kammergericht in Berlin. Nach der Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg wurde er 1919 als Vertreter des Zentrums in die Stadtverordnetenversammlung von Berlin-Schöneberg gewählt. Seit dem 1.2.1921 leitete er als Ministerialrat die Hochschulabteilung im preuß. Kultusministerium. Die Ernennung des Katholiken L. zum Staatssekretär am 30.6.1925 wurde in der kath. Öffentlichkeit als „Wiedergutmachung eines hundertjährigen Unrechts“ aufgenommen. Als Staatssekretär war L. führend an den Verhandlungen über das preuß. Konkordat (1929) und über die Hochschulbestimmungen des Reichskonkordats (1933) beteiligt. Er förderte die Vollendung des Klinikums der Universität Münster (1925) und des Neuen Pergamonmuseums in Berlin (1930). Auch der Aufbau der Sektion für Dichtkunst bei der Preuß. Akademie ist mit seinem Namen verbunden. Bei der Absetzung der geschäftsführenden Regierung Braun durch Papen am 20.7.1932 blieb L. ebenso wie die meisten anderen Staatssekretäre im Amt und leitete bis zum 10. Oktober als Reichskommissar das preuß. Kultusministerium. Als Staatssekretär wurde er am 2.6.1933 von den Nationalsozialisten entlassen. Nicht zuletzt auf Wunsch maßgeblicher kirchlicher Stellen wollte er möglichst lange im Amt ausharren, um vor allem die Entlassung mißliebiger Beamter zu verhindern. In seinen Einführungsworten für den nationalsozialistischen Kultusminister Rust beschwor er „das Streben nach unbeirrbarer Gerechtigkeit, ohne die kein Staat bestehen kann“. In der Zeit des Dritten Reiches wirkte L. u. a. im Auftrage des Osnabrücker Bischofs Berning als Gutachter in Sachen Konkordatsverletzungen für den Heiligen Stuhl. Vom März bis Okt. 1946 war L. Leiter der Kultusabteilung beim Oberpräsidium in Düsseldorf. Seine u. a. von Adenauer befürwortete Ernennung zum Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen scheiterte am Widerstand der Sozialdemokraten. Im kirchlichen Bereich wirkte er 1948-52 als Präsident der Kath. Deutschen Akademikerschaft und 1950-53 als Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. – Dr. med. h. c. (Münster 1925); Goethe-Medaille d. Stadt Frankfurt (1932).

  • Werke

    Nachlaß: Nordrhein-Westfäl. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf (RWN 93), (Lebenserinnerungen, Mss. kulturpol. Reden 1946).

  • Literatur

    H. Hömig, Das preuß. Zentrum in d. Weimarer Republik, 1979, S. 167, 230 f.;
    H. Mussinghoff, Theol. Fakultäten im Spannungsfeld v. Staat u. Kirche, 1979, S. 156 f., 205, 340. -
    Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Herbert Hömig
  • Empfohlene Zitierweise

    Hömig, Herbert, "Lammers, Aloys" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 448 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124001548.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA