Lebensdaten
um 635 - 705 oder 706
Sterbeort
Lüttich
Beruf/Funktion
Bischof von Maastricht ; Heiliger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130832901 | OGND | VIAF: 105146331770318690271
Namensvarianten
  • Lambert von Maastricht
  • Landbert (ältere Form)
  • Lambert
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Orte

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Zitierweise

Lambert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130832901.html [18.05.2021].

CC0

  • Leben

    Der fränk. Grafensohn wurde von seinem Onkel Theodard erzogen und um 675 zu dessen Nachfolger als Bischof von Maastricht bestellt. Als solcher wurde er in die inneren Machtkämpfe des Frankenreiches verstrickt. Er stand in der Gunst der jungen Könige Childerich II. und Theoderich II, wurde aber bald vom Hausmeier Ebroin, dessen Zorn bereits sein Vorgänger zum Opfer gefallen war, verbannt. Deshalb verbrachte L. sieben Jahre im Kloster Stablo, wo man nach der Regel Kolumbans lebte. Nach dem Tod Ebroins kehrte L. zurück und machte sich um die Missionstätigkeit in Nordbrabant verdient. Er blieb jedoch in die schwer überschaubaren Parteikämpfe seiner Zeit verwickelt. Nach den ersten Biographien wurde L., der sich bewußt nicht verteidigte, infolge eines Aktes von Blutrache vom Gf. Dodo ermordet. Gleich danach wird seine Verehrung als Heiliger greifbar. Bereits in der ersten Hälfte des 8. Jh. heißt er „Märtyrer“. Ca. 10 Jahre nach seinem Tod ist in Lüttich eine Kirche Maria und L. geweiht. Sein Nachfolger Hubertus förderte die Verehrung und übertrug mit dem Bischofssitz auch die Reliquien L.s nach Lüttich, dessen rascher Aufstieg zu einer der bedeutendsten Stätten des Abendlandes u. a. der Verehrung des Märtyrergrabes zu verdanken ist. Seit dem 10. Jh. tritt neben die alte Fassung der Lambertsvita die Deutung des Martyriums als Folge seines Einspruchs gegen ein ehebrecherisches Verhältnis Pippins. Jedenfalls gewinnt der Kult L.s in wenigen Jahrhunderten eine weite Verbreitung, gefördert durch die politische und kulturelle Bedeutung des Maaslandes im frühen und beginnenden hohen Mittelalter. Die Reliquien in Lüttich wurden 1794 vernichtet. Im Münster zu Freiburg i. Br. wird das Lambertushaupt, das um 1190 durch einen Zähringer Grafensohn übertragen worden ist, verehrt.

  • Literatur

    ADB 17;
    Die vier ältesten Viten ed. B. Krusch: MGH SS rer. Mer. VI, S. 299-429;
    Vita metrica: MGH Poetae IV, S. 141-57;
    Viten v. Anselm v. Lüttich u. Aegidius v. Orval: MGH SS VII, S. 192-98, XXV, S. 38-42. -
    G. Kurth, Étude critique sur S. L. et son premier biographe, in: Ann. de l'Académie d'Archéol. de Belgique III, Sér. 3, 1876, S. 5-112;
    L. van d. Essen, Étude critique et littéraire sur les Vitae de saints mérovingiens de l'ancienne Belgique, 1906, S. 20-53;
    Manitius III;
    E. de Moreau, Hist. de l'église en Belgique I, S. 94 ff., 1945;
    M. Zender, Räume u. Schichten ma. Heiligenverehrung in ihrer Bedeutung f. d. Volkskunde, 1959, S. 27-40;
    A. M. Zimmermann, Kalendarium Benedictinum III, 1937, S. 71-74;
    M. Coens, in: Analecta Bollandiana 74, 1956, S. 514 ff.;
    Bibl. hagiographica latina antiquae et mediae aetatis, ed. socii Bollandiani, II, S. 4677-94;
    Biogr. nat. Belge XI, S. 143-48;
    LThK2.

  • Autor/in

    Basilius Senger
  • Empfohlene Zitierweise

    Senger, Basilius, "Lambert" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 433 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130832901.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lambert, in älterer Form Landbert, 40 Jahre lang Bischof von Mastricht (ca. 668—708), wird als ein Mann von hervorragender Frömmigkeit und Festigkeit geschildert. Von dem grausamen Hausmeier Ebroin als Anhänger des ermordeten Königs Childerich II. verjagt, hat er in dem Kloster Stablo Zuflucht gefunden (674—681) und sich hier der strengsten Mönchszucht unterworfen. Unter Pippin zurückgekehrt, wurde er auf Anstiften des fränkischen Großen Dodo am 17. September 708 (?) in Lüttich ermordet. Den Anlaß soll sein Widerspruch gegen das Verhältniß Pippins zur Alpais, Karl Martells Mutter, gegeben haben, Dodo ihr Bruder gewesen sein. Man hat diese Umstände, welche in den älteren Legenden fehlen, als unbegründete Ausschmückung verworfen, doch hat neuerdings Prof. Kurth, gestützt, außer den schon früher bekannten Stellen, auf den berichtigten Text Anselms von Lüttich, es sehr wahrscheinlich gemacht, daß wirklich die alten Biographen aus Furcht den wahren Anlaß seines Todes verschwiegen haben. Sein Nachfolger Hubert übertrug 721 seine Gebeine nach Lüttich, wo er bald als Schutzheiliger des nun hierhin verpflanzten Bisthums erscheint und große Verehrung genießt.

    • Literatur

      Rettberg, Kirchengesch. Deutschlands, I. 558. G. Kurth, Étude critique sur St. Lambert et son Premier biographe. Antwerpen 1876.

  • Autor/in

    Wattenbach.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Lambert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 547 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130832901.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA