Lebensdaten
1882 bis 1955
Geburtsort
Leonberg
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136238858 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Längerer, Heinrich

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Zitierweise

Längerer, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136238858.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1855–1922), Schuhmachermeister, S d. Christian Andreas, aus seit 1620 in L. ansässiger Schuhmacherfam., u. d. Juliane Dorothea Kühnle;
    M Pauline (1855–1922), T d. Christof Gottlieb Ege in L. u. d. Katharine Gruber;
    Ov August (1870–1941), Flaschnermeister in L., Mitinh. u. Betriebsleiter d. Fa. Längerer u. Reich GmbH in Stuttgart;
    - 1) Stuttgart 1909 Lina (1882–1945), T d. Hermann Schweizer in Esslingen u. d. Berta Haug, 2) Stuttgart 1947 Frieda (1895–1967), T d. Gottlob Leeger u. d. Anna Katharina Schlichenmaier;
    1 S, 3 T aus 1), u. a. Heinrich (* 1915), Kaufm., Geschäftsführer d. Fa. Längerer u. Reich GmbH & Co. KG in Filderstadt.

  • Leben

    L. war das älteste von 12 Kindern. Er besuchte die Lateinschule, zuletzt das Karls-Gymnasium in Stuttgart. 1898-1901 ging er bei der Stuttgarter Eisenhandlung C. Fr. Barth in die kaufmännische Lehre. Danach trat er in einem Antwerpener Eisenexporthaus seine erste Stellung an und war dann in Birmingham, Brüssel und als Büroleiter einer deutschen Firma in London tätig. Der Londoner Straßenverkehr hatte L. den Aufstieg des Automobils gezeigt. Als er 1910 nach Stuttgart zurückkehrte, fand er dort eine aufstrebende Kraftfahrzeugbranche vor. Er gewann seinen Onkel August und Imanuel Reich aus Heimsheim, beide Flaschnermeister, für eine selbständige Arbeit in der neuen Automobilbranche. Sie begannen in einer kleinen Werkstatt der Stuttgarter Neckarstraße mit Instandsetzungen der Kühler von Unfallwagen. Das Geschäft entwickelte sich so gut, daß L. 1913 mit seinen beiden Partnern die Kühlerfabrik Längerer & Reich GmbH gründete. Schon nach einem Jahr mußte sie in größere Räume in die Mörikestraße umziehen, und hier begann die Neufertigung von Automobilkühlern in Handarbeit nach eigenem Patent. Seine ersten bedeutenden Kunden gewann L. in Sachsen, wo vor allem August Horch seine Qualitätsarbeit schätzte. Bei Kriegsausbruch 1914 beschäftigte er 20 Feinblechner, mußte aber bald mehr einstellen, um nun auch Flugzeugkühler liefern zu können. Wegen des großen Bedarfs bezog er 1917 eine fünfstöckige Fabrik in der Hackstraße, die sein Stammwerk werden sollte. Die schwierigen Nachkriegsjahre bis 1923 überstand er durch den Bau von Standuhren aus Feinblech, zu denen er die Uhrwerke aus dem Schwarzwald bezog. Dann erhielt er wieder Kühlerbestellungen, vor allem von den sächsischen Automobilfirmen Horch, Audi, Wanderer, Presto und Elite. Um sie schneller beliefern zu können, betrieb L. 1921-27 eine Fabrik in Wilkau b. Zwickau mit 150 Beschäftigten. Er lieferte die Kühler für das erste wassergekühlte Motorrad von DKW mit 500-ccm-Zweizylinder-Zweitaktmotor (1928) und für die DKW-Automobile. 1921-38 war L.s Firma eine Aktiengesellschaft, die mehrheitlich ihren drei Gründern gehörte, mit ihm selbst als Vorstand, seinem Onkel August und Imanuel Reich als Betriebsleitern. Durch die Stockung im Automobilgeschäft 1928-32 und die Schließung einiger deutscher Automobilfirmen 1930/31 erlitt L. einen hohen Verlust, so daß er nur noch 80-100 Mann beschäftigen konnte. Als es seit 1933 wieder aufwärts ging, konnte L. seinen Betrieb um mehrere neue Werkstätten mit insgesamt 1000 Beschäftigten erweitern. Bald mußte er buntmetallarme Kühler herstellen, die trotzdem erstklassig blieben.

    1944 zerstörte ein Luftangriff das Stammwerk. Nach Kriegsende war nur ein Werk für eine kleine Kühlerfertigung übriggeblieben. L. wandelte das Unternehmen 1938 in eine GmbH um. 1955 errichtete er das neue Werk in Bernhausen (Filderstadt) mit stark erweitertem Lieferprogramm. Nach seinem Tode führte sein Sohn das Unternehmen als OHG fort. Über den Fahrzeugbau hinaus wandte sich die Firma dem allgemeinen Industrie-Kühlanlagenbau zu.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Leonberg (1952), Ehrensenator d. TH Stuttgart (1954).

  • Werke

    Selbstbiogr., 1937 (unveröff. Ms.);
    DRP auf Kfz-Kühler 267 321 v. 1913, 469 888 v. 1927, 517 515 v. 1928, 694 985 v. 1935.

  • Literatur

    H. C. Gf. v. Seherr-Thoß, Die dt. Automobilindustrie, 21979.

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Längerer, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 404 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136238858.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA