Lebensdaten
1652 - 1714
Geburtsort
Dahlem (Herzogtum Limburg, heute Luxemburg)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Jesuit ; Moraltheologe ; Philosoph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129957682 | OGND | VIAF: 23233499
Namensvarianten
  • Lacroix, Claudius
  • Lacroix, Claude
  • Croix, Claude la
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Orte

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Zitierweise

Lacroix, Claudius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129957682.html [17.09.2021].

CC0

  • Leben

    L. gehörte zu den bedeutenden Moraltheologen des 18. Jh. Nachdem er die Gymnasialstudien am Jesuitenkolleg (Tricoronatum) zu Köln abgeschlossen hatte, trat er 1673 in das Jesuitennoviziat zu Trier ein und wurde nach Abschluß der Ordensstudien 1684 zum Priester geweiht. Er lehrte zunächst 3 Jahre Philosophie in Köln, dann Moraltheologie in Münster und Köln. Sein Hauptwerk ist die achtbändige „Theologia moralis“ (1707-14, zuletzt 1890), welche H. Busenbaums weit verbreitete „Medulla theologiae moralis“ (1645 oder 1650) kommentierte und durch eigene Zusätze erweiterte. Ihre Stärke ist die Lösung konkreter Gewissensprobleme in „probabilistischem“ (d.h. im Zweifel die Freiheit des einzelnen und nicht das Gesetz betonendem) Sinne. Sie wurde damals auch außerhalb Deutschlands stark beachtet, fand die Anerkennung von Alfons von Liguori und des Papstes Benedikt XIV. und erlebte in einem halben Jh. 25 Auflagen. Ähnlich wie ihre Vorlage, die Moraltheologie Busenbaums, wurde sie auch zur Zielscheibe jansenistischer Angriffe gegen die „Jesuitenmoral“, besonders seitdem nach der Mitte des 18. Jh. der kirchenpolitische und publizistische Vernichtungskampf gegen den Jesuitenorden eingesetzt hatte. Thesen, welche der Befürwortung des Tyrannenmords oder der weltlichen Gewalt des Papstes über die Fürsten nahekamen und die L. aus älteren Autoren entnommen hatte (Erlaubtheit der Tötung vom Papste Geächteter auf dem Territorium jedes Fürsten, Notwehrtötung auch gegenüber Vorgesetzten, präventive Notwehrtötung) boten dazu Anlaß. Nach dem Attentat von Damiens auf Kg. Ludwig XV. von Frankreich (1757) wurde deshalb die Lyoner Ausgabe von 1729 durch die Parlamente von Toulouse und Paris verurteilt und in Toulouse durch Henkershand verbrannt, ebenso 1758 die Verteidigung von Busenbaum und L. durch Zaccaria. Persönlich bescheiden und zurückhaltend, wurde L. allgemein menschlich geschätzt.

  • Werke

    Weitere W u. a. Tractatus de beatitudine et actibus humanis, 1709; W-Verz. s.
    Sommervogel IV, Sp. 1347–54.

  • Literatur

    ADB 17;
    J. Hartzheim, Bibl. Coloniensis, 1747, S. 61;
    I. v. Döllinger u. F. H. Reusch, Gesch. d. Moralstreitigkeiten in d. röm.-kath. Kirche I, 1889, S. 335;
    H. Thoelen, Menologium od. Lb. aus d. Gesch. d. dt. Ordensprov. d. Ges. Jesu, 1901, S. 342 f.;
    H. Hurter, Nomenclator literarius theologiae catholicae IV, 1910, Sp. 941;
    Dict. de Théologie Catholique VIII;
    LThK2;
    Litterae annuae d. Kölner Jesuiten (Stadtarchiv Köln).

  • Autor/in

    Klaus Schatz SJ
  • Empfohlene Zitierweise

    Schatz SJ, Klaus, "Lacroix, Claudius" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 381 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129957682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lacroix: Claudius L., geb. 1652 zu Dahlem im Limburgischen, am 2. Juni 1714 zu Köln, trat 1673 in den Jesuitenorden und wurde nach Beendigung seiner Studien als Lehrer in den Anstalten seines Ordens verwendet. So lehrte er zuerst die Humaniora zu Jülich und Münster, sodann Philosophie in Köln, letztlich Moraltheologie in Münster und Köln. Sein Werk über Moraltheologie, welches auf Busenbaum's Gehe Bd. III S. 646) Medulla theologiae moralis gebaut ist, gehört zu den bedeutenderen Leistungen der damaligen Zeit auf dem bezeichneten Gebiete und erlebte angefangen vom Jahre 1707, in welchem es zum ersten Male ans Licht trat, eine Reihe von Auflagen. Als letzte ist bei Backer (Ecrivains de la Comp. d. Jésus II, p. 337) angeführt: „Theologia morum ab H. Busenbaum S. J. primum tradita, tum a Claudio Lacroix et Franc. Ant. Zacharia ejusdem Sociis aucta, nunc demum ad Angelo Franzosa Collegii Patavini Doctore Theologo juxta saniores ac praesertim angelicas Divi Thomae Aquinatis doctrinas ad trutinam revocata“, Bologna 1760. Fol.

  • Autor/in

    Werner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, "Lacroix, Claudius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 486-487 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129957682.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA