Lebensdaten
1892 bis 1972
Geburtsort
Boizenburg/Elbe
Sterbeort
Marburg/Lahn
Beruf/Funktion
Christlicher Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 121091384 | OGND | VIAF: 13155005
Namensvarianten
  • Laag, Heinrich
  • Laag, Lic.

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Zitierweise

Laag, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121091384.html [22.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Kaufm. in B., später in Landsberg/Warthe;
    M Frieda Wendlandt;
    Landsberg/Warthe 1916 Klara, T d. Dr. med. Max Schlesier, Arzt (Halsspezialist), u. d. Elise Sickmann; Schwägerin Frieda ( Prof. Dr. Manuel Gutierrez Marin, * 1906, Präs. d. Span. Ev. Kirche);
    2 T.

  • Leben

    L. studierte sechs Semester ev. Theologie in Tübingen und Berlin und legte 1913 und 1915 die beiden theolog. Prüfungen in Berlin ab. Nachdem er zunächst Militärhilfsgeistlicher|und Zivilerzieher an der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde war, übernahm er 1918 die Pfarrstelle Stojentin b. Stolp und wurde 1919 in Greifswald zum Lic. theol. promoviert. Um der Universität näher zu sein, wurde er 1922 Pfarrer in Groß-Bünzow b. Greifswald, habilitierte sich 1924 und hielt als Privatdozent Vorlesungen in Kirchengeschichte und Christlicher Archäologie. 1928 erhielt L. ein Stipendium für die wissenschaftliche Auswertung der Ausgrabungen in Tarragona (Spanien). Dabei stellte er die Ausmaße einer Coemeterialbasilika aus dem Ende des 4. Jh. fest und schlug Rekonstruktionsversuche der möglichen Bauperioden vor. Ferner publizierte und interpretierte er vorgefundene Sarkophage, Mosaiken und Inschriften; seine Hypothese von einer eigenen Sarkophagwerkstatt in Tarragona hat sich als richtig erwiesen.

    1930 wurde ihm die Superintendentur in Garz auf Rügen übertragen. Die Univ. Greifswald ernannte ihn 1933 zum ao. Professor für Kirchengeschichte und Christliche Archäologie. 1934 siedelte er nach Stettin über, wo er als Propst und kurz danach als Oberkonsistorialrat im Ev. Konsistorium tätig war. Als Leiter des Kirchenbezirks Westpommern gründete er 1938 die Kirchenmusikschule Finkenwalde. Bis zur Vertreibung 1945 war er sowohl in seiner kirchlichen Position wie als Lehrer tätig. Nach dem Krieg übernahm L. zunächst die Pfarrstelle Schlüchtern (Hessen), wo er wieder eine Kirchenmusikschule gründete, und erhielt 1950 einen Lehrauftrag für Christl. Archäologie in Marburg. 1953 wurde er zum Honorarprofessor ernannt und siedelte 1955 in die Pfarrstelle Caldern b. Marburg über. Seine hervorragende Leistung war 1954 die Errichtung einer Zentralstelle für modernen Kirchenbau als Zweigstelle des Christlich-Archäologischen Seminars in Marburg, die er 1956 zum „Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart“ erweiterte. 1960 erhielt dieses Institut durch einen Staatskirchenvertrag seine besondere Legitimation. L. legte als erster Direktor den entscheidenden Grundstein für die Doppelaufgabe dieser in Deutschland einmaligen Institution als Lehr- und Forschungsstätte für Theologen und Kirchenbauarchitekten.|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Greifswald 1930).

  • Werke

    Die Coemeterialbasilika v. Tarragona, in: Von d. Antike z. Christentum, Unterss. als Festgabe f. Victor Schultze z. 80. Geb.tag, 1931, S. 125-66;
    Wb. d. altchristl. Kunst, 1959;
    Der moderne Kirchenbau, in: Mschr. f. Pastoraltheol. 50, 1961, S. 48-54;
    Die Darst. Christi in d. bildenden Kunst d. Gegenwart, in: Jesus Christus, Das Christusverständnis im Wandel d. Zeiten, 1963, S. 149-59;
    Der Einfluß d. liturg. Bewegung auf d. modernen kath. Kirchenbau, in: Materialdienst d. konfessionskundl. Inst. Bensheim 14, 1963, S. 41-47;
    Der Trierer Noahsarkophag, in: Festschr. f. Alois Thomas, 1967, S. 233-38;
    Der Einfluß Afrikas auf d. altchristl. Kunst Spaniens, in: Glaube, Geist, Gesch., Festschr. f. Ernst Benz z. 60. Geb.tag, 1967, S. 368-77. -
    Hrsg.: Bll. f. KG Pommerns, 1928-45. -
    Mitarbeiter: Ev. Kirchenlex., 1956-61;
    RGG2;
    RGG3;
    Ullsteins Kunstlex., 1967;
    Lex. d. Christl., Ikonogr., 1968-76.

  • Literatur

    U. Fabricius u. R. Volp, Sichtbare Kirche, Festschr. f. H. L. z. s. 80. Geb.tag, 1973 (P);
    RGG (W-Verz.).

  • Autor/in

    Ulrich Fabricius
  • Empfohlene Zitierweise

    Fabricius, Ulrich, "Laag, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 358 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121091384.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA