Lebensdaten
1592 bis 1659
Geburtsort
München
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Reichsvizekanzler ; bayerischer Staatsminister
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 121561232 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kurz von Senftenau, Ferdinand Sigmund Graf
  • Kurz von Senftenau, Sigmund Graf
  • Kurtz von Senftenau, Sigmund Graf
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Zitierweise

Kurtz von Senftenau, Ferdinand Sigmund Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd121561232.html [18.08.2017].

CC0

Kurtz von Senftenau, Ferdinand Sigmund Graf| (Reichsgraf 1636)

Reichsvizekanzler, * 1592 München, 24.3.1659 Wien.

  • Genealogie

    V Philipp K. v. Thurn u. Toblach, Frhr. v. S. (seit 1636 Gf. v. Valley, 1643), Hofmeister d.|Kfn. Elisabeth v. Bayern, S d. Sebastian (s. 1); M Magdalena Viehauser, aus österr. Hofbeamtenfam.; Ov Jakob (1558–94), 1587 Verwalter d. Reichsvizekanzleramtes, 1593 Reichsvizekanzler; B Maximilian (1595–1662), bayer. GR, Gesandter u. Obersthofmeister (s. ADB 17); Vt Johann Jakob (1583–1645), kaiserl. Gesandter, seit 1626 Jesuit (s. ADB 17); - 1) Wien 1627 Martha Barbara Elisabeth ( 1639), T d. Vincenz Frhr. Muschinger v. Drosendorf u. d. Margarethe v. Kemptner, 2) 1640 Regina Gfn. v. Abensberg u. Traun; 8 T aus 1), u. a. Anna Maria ( Oberst Dietrich v. Gaisberg), bayer. Obersthofmeisterin, Maria Barbara ( Gottfr. Wilh. Gf. v. Tattenbach, bayer. Oberststallmeister).

  • Leben

    Auf Empfehlung des Kurfürsten von Bayern wurde K. Ende 1637 ohne Einverständnis des Erzkanzlers das Amt des Reichsvizekanzlers übertragen. Aus Brüssel, wo er Page des Statthalters Erzhzg. Albrecht war, war er 1625 als Kämmerer nach Wien gekommen, wurde 1626 Reichshofrat und 1640 Mitglied des Geh. Rats. 1635-37 war er besonders mit der diplomatischen Vorbereitung und Durchführung des Regensburger Kurfürstentages befaßt, in dessen Mittelpunkt die Ausführung des Prager Friedens, das Verhältnis zu Frankreich, für den Kaiser aber vor allem die Königswahl standen. Anerkennung für seine und seines Bruders Tätigkeit war (neben einer hohen Gratifikation für letzteren) der 1636 für beide und ihren Vater erteilte Reichsgrafenstand; Kf. Maximilian hatte sich dafür verwendet. Zusammen mit dem bereits schwerkranken Reichsvizekanzler Stralendorff und dem Reichshofrat Justus Gebhardt bestimmte K. in diesen Jahren maßgebend die Politik des Kaisers, gutachtete und verhandelte persönlich (in München, Dresden, Hamburg, Dänemark) über pfälz., engl. und schwed. Interessen, über die holländ. Frage und die hess. Administration. Neben Trauttmansdorff, mit dem er eng zusammenarbeitete, und zuletzt Auersperg, der ihm – ungerechtfertigt – mangelnde Loyalität im Zusammenhang mit der Mission 1655 nach Bayern wegen der Königswahl vorwarf, konnte K. in den folgenden Jahren nicht zum ersten Berater des Kaisers aufsteigen. Aber Fleiß, Tüchtigkeit und Erfahrung, vielleicht auch seine vorausschauenden wirtschaftspolitischen Aktivitäten, sicherten ihm bis zu seinem Tod einen bedeutenden Einfluß. Die Abdrängung von Reichshofkanzlei und Reichshofrat auf die Reichsmaterien im engeren Sinne fällt erst in die Zeit seiner Amtsnachfolger Walderdorff und Königsegg.

  • Literatur

    ADB 17; L. Groß, Die Gesch. d. dt. Reichshofkanzlei v. 1559 bis 1806, 1933; O. v. Gschließer, Der Reichshofrat, 1942 (P); H. F. Schwarz, The Imperial Privy Council in the 17th Century, 1943; H. Haan, Der Regensburger Kurfürstentag V. 1636/1837, 1967.

  • Portraits

    Kupf. v. C. Meijssens n. Zeichnung v. J. Toorenvliet, um 1650, Abb. b. Gschließer, s. L.

  • Autor

    Erwin Riedenauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Riedenauer, Erwin, "Kurtz von Senftenau, Ferdinand Sigmund Graf" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 328 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd121561232.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Kurz, Ferdinand Sigismund

  • Leben

    Kurz: Ferdinand Sigismund Freiherr K. v. Senftenau. Die K. (Khurz, Kurtz) sind ein schwäbisch-baierisch-tirolisches Adelsgeschlecht, angeblich rhätischen Ursprungs, das auf tirolischem Boden und zwar im Pusterthale sich seit dem 14. Jahrhundert schon bemerkbar macht, im Dienst- und Lehensverhältnisse zu den Grafen von Görz steht und die Prädikate von Toblach (Niederndorf, Thurn) und Senftenau führt, welches letztere zunächst dem bairischen Zweige zukommt. Ferdinand Sigismund, später auch Reichsgraf von Valley (die Stammherrschaft eines altbairischen Geschlechtes welfisch-wittelsbachischer Verwandtschaft), geb. zu München 1592, Page Erzherzog Albrechts, des Erbstatthalters und Lehensinhabers der spanischen Niederlande. Aus Brüssel kam K. an den Hof König Ferdinands II. als dessen Kammerherr (1625), wurde|Reichsgraf (26. Juni 1638), um diese Zeit Unterhändler des Friedens mit Schweden, der allerdings nicht zu Stande kam, und schloß als Reichsvicekanzler seine Tage. In seinem letzten Willen von 1650 findet sich die Stiftung des Piaristenklosters zu Horn in Niederösterreich, eines der frühesten Convente dieses damals noch jungen, erst aufstrebenden Ordens.

    Joh. Jacob K., dritter Sohn des kaiserlichen Hofkammerrathes zu Innsbruck, Sebastian, geb. zu Prag 1583, Gesandter Kaiser Ferdinands II. am französischen, polnischen Hofe und bei der Pforte; 1624 trat er in den Jesuitenorden und starb als Prediger von Ruf am 31. October 1645. Von ihm rührt eine deutsche Uebersetzung des bekannten Panegyricons seines Zeit- und Ordensgenossen Lamormain, Ferdinandi II. R. Imper. virtutes (Vienne 1637) unter dem Titel "Ferdinandi II. christlich heroische Tugenden" durch J. J. Curtius S. J. (Wien 1638), 4", 140 S., her, die sich auch in Khevenhüller's Annalen T. XII abgedruckt findet. — Philipp K., kurbairischer Oberhofmarschall und geheimer Rath, 1662.

    • Literatur

      Zedler, Univ.-Lex. Wißgrill, Schaupl. des lands. nied.-österr. Adels. V. 344 ff. Hurter, Gesch. Ferd. II. u. s. Eltern.

  • Autor

    Krones.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krones, Franz von, "Kurtz von Senftenau, Ferdinand Sigmund Graf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 429-430 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd121561232.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA