Lebensdaten
1874 bis 1942
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 122904850 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kühne, Max Hans
  • Kühne, Max H.
  • Cühne, Max H.

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Zitierweise

Kühne, Max Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122904850.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Edmund William (* 1847), Restaurateur in D., S d. Christian, aus Badersleben b. Halberstadt, Lotterieeinnehmer, dann Kohlenhändler in Leipzig, u. d. Charlotte Joh. Ansin aus Eisleben;
    M Wilhelmine Martha, T d. Frdr. Gustav Oeckler ( 1889), Kaufm. in D., u. d. Bernhardine Wilhelmine Zörner, beide aus Schleiz;
    Johanna ( 1956), T d. William Lossow (1852–1914), Architekt, hatte mit L. e. gemeinsames Entwurfsbüro, seit 1906 Dir. d. Kunstgewerbeschule in D. (s. ThB).

  • Leben

    Seine Studien an der Dresdener Kunstakademie beendete K. 1896 als Meisterschüler von Paul Wallot. Nach Studienreisen durch Italien, Frankreich und England arbeitete er in den Büros von Ernst v. Ihne, dem Hauptvertreter des „wilhelminischen Barock“ in Berlin, und bei dem dortigen Stadtbaurat Ludwig Hoffmann. 1901 machte sich K. in seiner Heimatstadt selbständig und assoziierte sich 1906 mit William Lossow, der im gleichen Jahr Direktor der Kunstgewerbeschule in Dresden geworden war. Unter der Firma „Lossow & Kühne“ zeichnete er nach dessen Tod weiterhin als künstlerischer Leiter des Büros seine Arbeiten. Die Bedeutung dieses Architektenbüros, das vor dem 1. Weltkrieg zu den meistbeschäftigten in Deutschland zählte und vielfältige öffentliche und private Bauaufgaben geplant hat, liegt weniger in der Durchsetzung neuer architektonischer Strömungen als in einer geläuterten Abwandlung historischer Stile. Hatte sich Lossow anfangs ganz dem Historismus verschrieben (z. B. Viktoriahaus in Dresden 1891-92 in Anlehnung an das Braunschweiger Gewandhaus in deutscher Renaissance), so nahmen dann beide, vor allem bei ihren Dresdener Bauten, Stilelemente des bereits von klassizistischer Formensprache beeinflußten sächs. Spätbarock auf, um diese möglichst harmonisch in das Altstadtbild einzubinden, wie vornehmlich beim 1913 vollendeten Schauspielhaus, einem Doppelrangtheater mit Proszeniumslogen und abschließendem oberen Logenring. Trotz des ungünstigen Bauplatzes gelang hier eine funktionelle Raumfolge. Dagegen wirkt die Baugruppe in ihrer Formgebung neben dem Zwinger doch etwas schwerfällig. Weit über Deutschlands Grenzen hinaus erlangte das Architektenbüro Bedeutung durch das 298 m lange Empfangsgebäude des Leipziger Hauptbahnhofs (1909–15), der zu den größten Bahnhöfen Europas zählt. Als Kopfbahnhof angelegt, läßt er in Grundriß und Aufbau mit zwei dominierenden Eingangshallen die ursprüngliche Zweiteilung für die preuß. und sächs. Staatseisenbahnen erkennen. Den neoklassizistischen, mit figürlicher Architekturplastik bereicherten Sandsteinfassaden steht die materialgerecht gestaltete Querhalle als bedeutendes Werk aus der Frühzeit des Stahlbetons gegenüber. In K.s späteren Werken, wie beispielsweise bei der Schokoladenfabrik Mauxion in Saalfeld/Saale (1923), läßt er dann verstärkt seinen Sinn für Materialgerechtigkeit als Ausdruck architektonischer Gestaltung erkennen.

  • Werke

    Das kgl. Schauspielhaus Dresden, 1913;
    Arbeiten v. Lossow & K. 1906-13, o. J.;
    Lossow & K., Bauten v. öffentl. Interesse, o. J.;
    Lossow & K., Industriebauten, o. J.;
    Haus Bergfried (Saalfeld), Ein Herrensitz im Herzen Thüringens, erbaut 1923/24 durch Prof. M. H. K., 1929;
    Lossow & K., Arbeiten, 1930;
    Lossow & K., Hotels u. deren Innenräume …, 1932.

  • Literatur

    H. W. Hegemann, Architekten Lossow & K., 1930;
    H. Röttcher, Empfangsgebäude d. Personenbahnhöfe, 1933, S. 118 f.;
    H. Lasch, Architekten-Bibliogr., 1962, Nr. 1733 f., 1899-1902;
    Wasmuths Lex. d. Baukunst III;
    ThB (W);
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Kühne, Max Hans" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 201 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122904850.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA