Lebensdaten
1896 bis 1957
Geburtsort
Offenbach
Sterbeort
Eisenach
Beruf/Funktion
Lederwarenindustrieller
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 106196790 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krumm, Heinrich

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Zitierweise

Krumm, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd106196790.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Anton (1858–1905), Teilhaber d. Lederwarenfabrik Ludwig Krumm AG in O., S d. Ludwig|(1827-86), Gründer e. Fabrik f. Portemonnaies u. Brieftaschen (1856) in O., d. anfangs hauptsächl. nach Osteuropa exportierte, u. d. Elisabeth Lißberger;
    M Maria Wellhöfer;
    Ov Moritz (1852–1940), Lederwarenindustrieller, eröffnete 1878 e. Filiale in London u. erschloß den Offenbacher Lederwaren d. Märkte d. Brit. Empire;
    B Theodor ( 1967), stellv. Vors. d. Aufsichtsrats d. Krumm AG.;
    - Cäcilie Hahn; 2 K, u. a. Klaus (* 1924), Vorstandsmitgl. d. Firma.

  • Leben

    K. besuchte das Schweizer Handelsschulinternat Château du Rosey. Nach handwerklicher Ausbildung im Familienunternehmen folgten kaufmännische Volontärjahre in London. 1914 kehrte K. nach Deutschland zurück und nahm als Offizier am 1. Weltkrieg teil. Nach seinem Eintritt in die Lederwarenfabrik setzte er sich als junger Partner neben dem patriarchalischer Geschäftsleitung zugeneigten Onkel Moritz allmählich durch. An die Stelle des verlorenen englischen Marktes trat, von K. eingeleitet, das Amerikageschäft. 1924 wurde das Familienunternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, in deren Vorstand K. eintrat. 1928 fusionierte die Ludwig Krumm AG mit der Offenbacher Firma Gebr. Langhardt, die sehr stark auf dem deutschen Markt vertreten war. – Mitte der zwanziger Jahre bewirkte K. in Abkehr von der konventionellen Linie der Offenbacher Lederware eine Umstellung auf modische Erzeugnisse. Eine Neuerung in der deutschen Lederwarenindustrie war auch die Heranziehung von künstlerischen Kräften für die Modellgestaltung, die durch Prof. Hugo Eberhardt an die neugeschaffene Fachklasse und Modellwerkstätte der Offenbacher Kunstgewerbe-Schule berufen worden waren. K. wagte es als erster, Schluß zu machen mit der Anonymität, in der Offenbachs Lederwarenindustrie bisher gearbeitet hatte. 1931 wurde die Marke „Gold-Pfeil“ eingeführt. Leo Schumacher, später Professor an der Kunstgewerbe-Schule, wurde als für die gesamte „Gold-Pfeil“-Produktion verantwortlicher Künstler Vorstandsmitglied des Unternehmens. „Gold-Pfeil“ wurde zu einer Weltmarke für Lederwaren. Die erfolgreichen Neuerungen K.s fanden rasch Nachahmung. Die Einführung von Warenmarken in der deutschen Lederwarenindustrie hatte eine deutliche Qualitätsverbesserung zur Folge. – K. war seit 1923 im Vorstand der Lederwarenvereinigung, seit 1935 Leiter der Fachabteilung Täschnerwaren, seit 1941 Leiter der Fachgruppe Lederwaren- und Kofferindustrie und seit 1944 Leiter der Wirtschaftsgruppe Lederindustrie. Als erster führte er in der Lederwarenindustrie die Refa-Fertigung (Arbeitsteilung, Zerlegung der Arbeitsvorgänge, Minutenakkord) ein. Auf einer Fahrt zur Leipziger Messe verunglückte er tödlich.

  • Werke

    Tagebuch e. dt. Unternehmers (1937–47; Privatdr., P
    ).

  • Literatur

    Gold-Pfeil Jubiläumstagung anläßl. d. 100j. Bestehens d. Ludwig Krumm AG, 1956;
    Lederwaren-Ztg. 4, April 1957 (P);
    Offenbach-Post v. 6.3.1957 (P).

  • Portraits

    (auch v. Moritz u. Anton) in 4seitigem Druck d. Firma zum 100j. Jubiläum, 1956.

  • Autor/in

    Hugo Eberhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Eberhardt, Hugo, "Krumm, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 121 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd106196790.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA