Lebensdaten
1906 bis 1966
Geburtsort
Beromünster Kanton Luzern
Sterbeort
Luzern
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11871404X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kopp, Josef Vital
  • Kopp, Josef V.
  • Kopp, Josef Vitalis
  • mehr

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Zitierweise

Kopp, Josef Vital, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11871404X.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Michael Vital (1873–1939), Gemeindeschreiber u. -ammann, Kreiskommandant, S d. Landwirts Michael u. d. Anna Schüpfer;
    M Kunigunde (1879–1960), T d. Alois Herzog u. d. Kunigunde Estermann; Verwandter Joseph Eutych (s. 1); - ledig.

  • Leben

    K. besucht die Mittelschule Beromünster sowie die Stiftsschule von Maria Einsiedeln und studiert Theologie in Innsbruck. Nach Abfassung einer Dissertation über „Die Staatslehre des heiligen Paulus“ verzichtet er auf das Rigorosum und beendet seine geistlichen Studien am Priesterseminar Solothurn, wo er 1931 die Weihe empfängt. Nach 3 Vikariatsjahren in Luzern nimmt er das Studium der Klassischen Philologie in Freiburg (Schweiz) auf, wo er (nach 2 Semestern in Berlin und Heidelberg 1935/36) mit einer Arbeit über „Das physikalische Weltbild der frühen griechischen Dichtung“ (1939) promoviert wird. Zum Lehrer für alte Sprachen und Religion an die Mittelschule Willisau im Entlebuch gewählt, übernimmt er 1941 deren Leitung. 1945 wird er als Lehrer für alte Sprachen an die oberen Klassen der Kantonsschule Luzern gewählt and bleibt in diesem Amte bis zu seiner schweren Erkrankung (Leukämie) 1962. Er diente dem Kanton Luzern auch als Mitglied des Erziehungsrates und als Schulinspektor; daneben blieb er als Priester seiner Kirche verpflichtet.

    Angeregt durch die Beschäftigung mit der Antike, aber auch durch die Geschehnisse während der Naziherrschaft in Deutschland, schreibt K. seinen ersten Roman „Sokrates träumt“ (1946, 21955), in dem sich die Wirrnisse und Kämpfe der eigenen Zeit in den Machtkämpfen Griechenlands während und nach dem Peloponnesischen Krieg spiegeln. 3 Jahre später erscheint der in die Gründungszeit der römischen Republik verlegte Roman „Brutus“. Darin werden, angeregt vor allem durch Bachofen, archaische Denkformen tiefenpsychologisch gedeutet. Ausgehend von Apostelgeschichte XVII,34 entsteht in den nächsten 3 Jahren der Roman „Die schöne Damaris“,|der in der Zeit der Missionstätigkeit des Apostels Paulus in Athen spielt. Im tragischen Schicksal zweier junger Menschen entladen sich die philosophischen und religiösen Spannungen und menschlichen Leidenschaften. Mit dem Roman „Die Launen des Pegasus“ (1958) wendet sich K. der ironischen Darstellung seiner Künstlerproblematik zu. Entscheidende Impulse werden ihm seit 1959 aus der Auseinandersetzung mit Pierre Teilhard de Chardin zuteil. Im Zeichen eines neuen Welt- und Menschenbildes steht „Der sechste Tag“ (1961), eine poetische Darstellung seiner Jugendzeit, ferner die Schrift „Der Arzt im kosmischen Zeitalter“. Gleichzeitig und unter der Einwirkung des 2. Vatikanischen Konzils weitet sich K.s Katholizismus zu ökumenischer Haltung. Die Kritik an der Kirche findet ihren Niederschlag in den Romanen „Die Tochter Sions“ (1966) und „Der Forstmeister“ (1967 postum erschienen). – K.s Sprache und seine dichterischen Konzeptionen sind gekennzeichnet durch knappe Sachlichkeit, luzide Symbolik und scharfsinnige Prägungen sowie durch menschliches und psychologisches Verständnis.

  • Werke

    Weitere W Entstehung u. Zukunft d. Menschen, Pierre Teilhard de Chardin u. s. Weltbild, 1961;
    Übers.: P. Teilhard de Chardin, Der göttliche Bereich (Le milieu Divin), 61966;
    Der Tod ist gut, Reflexionen großer Geister üb. d. Sterben, 1967;
    Feuilletons, in: Vaterland (Luzern) u. a. Ztgg. u. Periodika;
    Aphorismen, Aus d. Nachlaß ausgew. u. hrsg. v. B. v. Matt u. K. Fehr, 1972;
    Diese letzten Tage m. Lebens, Reflexionen u. Beobachtungen, hrsg. v. B. v. Matt, 1975;
    Der Nachbar, 3 Erzz., hrsg. v. B. v. Matt, 1976;
    - ungedr. lyr. Texte, Frühfassungen, Entwürfe im Nachlaß (Stans NW);
    Mss. u. Entwürfe im Ortsmus. Beromünster.

  • Literatur

    K. Fehr, J. V. K., ein Dichter- u. Priesterleben im Bannkreis moderner Welt- u. Gottesschau, 1968 (Gesamtverz. d. Schrr., Übers., Rezensionen u. Würdigungen);
    D. Schönbächler, Erfahrung d. Ambivalenz, Das Bild d. Wirklichkeit im Werk J. V. K.s, 1975.

  • Portraits

    Bronze-Porträtkopf v. U. Weber-Fehr (Frauenfeld, Privatbes.);
    Phot. im Nachlaß.

  • Autor/in

    Karl Fehr
  • Empfohlene Zitierweise

    Fehr, Karl, "Kopp, Josef Vital" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 569 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11871404X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA