Lebensdaten
geboren letztes Viertel 13. Jahrhundert , erwähnt um 1300
Geburtsort
Eichstätt
Sterbeort
Eichstätt
Beruf/Funktion
medizinischer Schriftsteller ; Arzt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118874497 | OGND | VIAF: 10643748
Namensvarianten
  • Konrad
  • Konrad von Eichstätt
  • Konrad
  • mehr

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Zitierweise

Konrad von Eichstätt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118874497.html [10.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus angesehener Eichstätter Bürgerfam.;
    V Hiltbrandt, Stadtrichter in E.; MN. N.;
    1) vor 1327 Katherin, 2) vor 1336 Hailwig;
    1 T aus 2).

  • Leben

    K. erwarb um 1300 den medizinischen Magistergrad und betrieb in seiner Vaterstadt eine erfolgreiche ärztliche Praxis. 1325-26 ist er in Regensburg nachgewiesen, wo er den Abt von Sankt Emmeram, Albert (Adalbert II.) von Schmidmühlen, behandelte. In den Eichstätter Urkunden erscheint er mehrfach als wohlhabender Mann mit guten Lehenseinkünften und beachtlichem Grundbesitz. Neben einem eigenen Haus in der Stadt und einer umfangreichen Bibliothek besaß er mehrere Gehöfte in der Umgebung. Er war auch Besitzer einer Badstube in Eichstätt, die er mehrfach ausbaute und schließlich in ein Brauhaus umwandelte. K. ist Verfasser eines lateinischen Gesundheitsregimens, das auf den latinisierten medizinischen Kompendien der arabischen Autoritäten Avicenna, Rhazes und Averroes aufbaut und zu den wichtigsten Texten der mittelalterlichen diätetischen Literatur gehört. Es besteht aus zwei Traktaten, dem „Sanitatis conservator“, der unter anderem die „sex res non naturales“ (Luft, Essen und Trinken, Füllung und Entleerung, Bewegung und Ruhe, Schlafen und Wachen, Gemütsbewegungen) abhandelt, und einer speziellen Nahrungsmitteldiätetik „De qualitatibus ciborum“. Auf dem Hintergrund der hippokratisch-galenischen Tradition werden dem medizinischen Laien darin die Regeln einer gesunden Lebensführung vermittelt. Das ganze Werk ist in zwei Redaktionen überliefert, von denen die ältere und umfangreichere, das sogenannte „Urregimen“, wahrscheinlich um 1300 anzusetzen ist. Eine Reihe verbreiteter spätmittelalterlicher Regimina sanitatis, unter anderem der lateinische „Tractatus de regimine sanitatis“ des Arnold von Bamberg und deutschsprachige Traktate wie die anonyme „Ordnung der Gesundheit“, das „Regimen vite“ des Pseudo-Ortolf von Baierland, die „Regel der Gesundheit“ des Pseudo-Arnald von Villanova sowie das „Regimen“ („Versehung des Leibs“) Heinrichs von Laufenberg, sind unmittelbar von K.s Schrift abhängig.

  • Literatur

    Mon. Boica 50 (NF 4), 1932, Nr. 285, 309, 353, 405, 439;
    R. Zirngibl, St. Emmeramische Kloster-Rechnung, in: Btrr. z. vaterländ. Historie, hrsg. v. L. Westenrieder, 9, 1812, S. 247;
    H. Faber, Eine Diätethik aus Montpellier („Sanitatis Conservator“), d. Ende d. 14. Jh. entstammend u. „Tractatus medicus de Comestione et Digestione vel Regimen Sanitatis“ benannt, med. Diss. Leipzig 1921;
    H. Schöppler, Über Regensburger Ärzte, in: Sudhoffs Archiv 15, 1923, S. 106;
    M. P. Koch u. G. Keil, Die spätma. Gesundheitslehre d. „Herrn Arnoldus v. Mumpelier“, ebd. 50, 1966, S. 361-74;
    G. Kallinich u. K. Figala, K. v. E., ebd. 52, 1968, S. 341-46;
    dieselben, Das „Regimen sanitatis“ d. Arnold v. Bamberg, ebd. 56, 1972, S. 44-60;
    F. X. Buchner, Das Bistum Eichstätt I, 1937, S. 219;
    P. Strauß, Arnald v. Villanova dt. unter bes. Berücksichtigung d. „Regel d. Gesundheit“, phil. Diss. Heidelberg 1963;
    G. Eis u. G. Keil, Nachtrr. z. Vf.-Lex., in: Studia neophilologica 43, 1971, S. 403-05;
    Ch. Hagenmeyer, Die „Ordnung d. Gesundheit“ f. Rudolf v. Hohenberg, Unterss. z. diätet. Fachprosa d. Spätma. mit krit. Textausg., phil. Diss. Heidelberg 1973.

  • Autor/in

    Wolfram Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Wolfram, "Konrad von Eichstätt" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 537 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118874497.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA