Lebensdaten
zwischen 1146 und 1163 bis nach 1178 oder 1180
Beruf/Funktion
Herzog von Schlesien-Glogau
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136418449 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad I.
  • Konrad
  • Konrad I.
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Zitierweise

Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136418449.html [17.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Piasten;
    V Wladislaw II. ( 1159), Fürst v. Krakau u. Schlesien, S d. Hzg. Boleslaw III. v. Polen ( 1138);
    M Agnes (†1153), T d. Mgf. Leopold III. v. Österreich ( 1136) (Halb-Schw d. Kg. Konrad III., 1152, s. NDB XII);
    Ov Hzg. Kasimir v. Polen ( 1194);
    B Boleslaw I., „der Lange“ ( 1201), Hzg. v. Schlesien (s. NDB II), Mesko ( 1211), Hzg. v. Ratibor u. Oppeln;
    Schw Richildis ( Kg. Alphons VII. v. Kastilien, 1157).

  • Leben

    K. war der jüngste der Söhne Wladislaws II. Wahrscheinlich war er noch nicht geboren, als Wladislaw, von seinen Brüdern aus der polnischen Senioratsherrschaft verdrängt, mit seiner Familie 1146 zu seinem Schwager Konrad III. floh und Altenburg (Sachsen) als Zufluchtsort zugewiesen erhielt. Entweder dort oder – nach einigen spätmittelalterlichen polnischen Quellen – in einem deutschen Kloster (Fulda ?) soll er aufgewachsen und erzogen worden sein. Als der Polenherzog Boleslaw IV. den Söhnen Wladislaws 1163 auf Druck Kaiser Friedrichs I. Schlesien abtrat, blieb der offenbar noch minderjährige K. im Reich zurück, während seine Brüder die Herrschaft in dem sich bildenden eigenständigen Herzogtum Schlesien antraten. Boleslaw, der Liegnitz, Breslau und Oppeln erhielt, verwaltete Glogau, möglicherweise als Vormund seines Bruders, mit. Erst 1178 wurde K. nach zum Teil kriegerischen Auseinandersetzungen unter seinen Brüdern durch Vermittlung ihres Oheims Kasimir „des Gerechten“ Glogau als Anteil am schlesischen Herzogtum eingeräumt. K.s Todesjahr ist nicht überliefert, doch muß er bald darauf verstorben sein, da er im Zusammenhang der in den 80er Jahren neu einsetzenden Machtkämpfe der Piasten nicht mehr erwähnt wird. In den Epitaphia ducum Silesiae (MGH SS NS 19) ist er als „domicellus“ bezeichnet.

  • Literatur

    ADB 16;
    H. Grotefend, Zur Geneal. u. Gesch. d. Breslauer Piasten, in: Abhh. d. schles. Ges. f. vaterländ Cultur, phil.-hist. Abt. 1872/73, S. 60;
    C. Grünhagen, Regg. z. schles. Gesch. I, 1884, Nr. 43 b, 50;
    A. Kutscha, Die Stellung Schlesiens z. dt. Reich im MA, 1924, S. 10 f.;
    Gesch. Schlesiens, hrsg. v. H. Aubin u. a., 31961, S. 112 f.;
    G. v. Grawert-May, Das staatsrechtl. Verhältnis Schlesiens zu Polen, Böhmen u. d. Reich während d. MA, 1971, S. 55 ff.

  • Autor/in

    Franz-Josef Jakobi
  • Empfohlene Zitierweise

    Jakobi, Franz-Josef, "Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 503 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136418449.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad, der erste Herzog von Glogau, den 5. Juli 1180 oder bald nachher. Der jüngste der drei Söhne des Polenfürsten Wladyslaw II. wird er diesem erst nach seiner Vertreibung aus Polen (1146) in Deutschland geboren, und als 1163 die Vermittelung Kaiser Friedrichs I. seinen Brüdern besondere Herzogthümer in Schlesien verschafft, ist er selbst noch unmündig und verweilt zum Zwecke seiner Erziehung in einem deutschen Kloster (vermuthlich in dem Augustinerstifte Waldheim a. d. Zschopau). Um das J. 1178 erhebt er dann Ansprüche auf einen besonderen Landantheil und erlangt unter Vermittelung des polnischen Großfürsten Kazimir um diese Zeit Glogau als besonderes Herzogthum, stirbt aber bald darauf, ohne Erben zu hinterlassen offenbar noch in sehr jugendlichem Alter, da ihn eine alte Quelle als domicellus bezeichnet.

    • Literatur

      Grotefend, zur Genealogie und Geschichte der Breslauer Piasten. Abhandlungen der schles. Gesellsch. f. vaterl. Kultur. Philos.-hist. Abth. 1871, S. 60.

  • Autor/in

    Grünhagen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Grünhagen, Colmar, "Konrad" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 580 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136418449.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA