Lebensdaten
1902 bis 1968
Geburtsort
Kiel
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Pharmakologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116314656 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koll, Werner

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Zitierweise

Koll, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116314656.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jürgen (1863–1944), Mittelschullehrer, S d. Hans Detlef in Gr. Wittensee u. d. Catharina Rathje;
    M Elisabeth Barfuß (1876–1949) aus K.;
    Kiel 1932 Margarete (* 1906), Dr. med., T d. Prof. Georg Schröder (1874–1939) u. d. Gertrud Herrmann; kinderlos.

  • Leben

    K. studierte in Kiel und München Chemie (Dr. phil.) und Medizin (doctor medicinae) bei Schittenhelm, von Möllendorff und Höber. Der Pharmakologie wandte er sich anschließend im Institut von P. Trendelenburg in Berlin zu. Seine frühen Forschungsrichtungen waren noch stark von der chemischen Ausbildung geprägt: toxikologische Untersuchungen, Nachweis von Pharmaka, Versuche zur Anreicherung eines antianämischen Leberfaktors. In Kiel (seit 1931) begann er sich die Stoffe zu interessieren, die im Gehirn oder in der Körperperipherie Schmerzempfindungen und andere sensorische Wahrnehmungen dämpfen – Morphinverwandte, Narkotika, Lokalanästhetika. Anfangs dazu wohl von chemisch-pharmakologischen Arbeiten seines Kieler Lehrers Külz über Struktur-Wirkungsbeziehungen angeregt, interessierten ihn bald mehr die neuropharmakologischen und physiologischen Aspekte der Schmerzempfindung und ihrer Unterdrückung. Mit einer umfassenden Arbeit über dieses Thema habilitierte sich K. 1936 in Frankfurt, wohin er Külz folgte. Nach Tätigkeit als Hochschullehrer in Danzig (1940 bis Kriegsende) nahm er als Leiter der Abteilung Pharmakologie an der neu gegründeten Medizinischen Forschungsanstalt der Max-Planck-Gesellschaft (heute Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin) in Göttingen seine Arbeiten über Schmerzempfindung, -leitung und pharmakologische Beeinflussung wieder auf. Dabei wandte er hochempfindliche elektrophysiologische Techniken an, in die er sich während eines Aufenthaltes am Karolinska Institut in Stockholm eingearbeitet hatte. Unter anderem fand K. Angriffspunkte des Morphins im Rückenmark und besondere schmerzleitende Nervenfasergruppen. In den 60er Jahren befaßte sich K. als Leiter der Arzneimittelkommision der deutschen Ärzteschaft zunehmend mit Arzneimittel-Sicherheit und -Gesetzgebung sowie mit standespolitischen Problemen, wie der Fachausbildung der Pharmakologen und der Förderung der klinischen Pharmakologie.

  • Werke

    u. a. Unters. z. Frage d. Differenzierung v. sog. Hirnstamm- u. Hirnrindennarkotica an labyrinthektomierten Katzen, in: Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol. 232, 1957, S. 232 (mit P. Scheler u. G. Jacobi);
    Reflexentladungen d. tiefspinalen Katze durch afferente Impulse aus hochschwelligen nociceptiven A-Fasern (post δ-Fasern) u. aus nociceptiven C-Fasern cutaner Nerven, in: Pflügers Archiv 272, 1961, S. 270-89 (mit J. Haase u. R. M. Schütz);
    The Predilective Action of small Doses of Morphine on Nociceptive Spinal Reflexes of low Spinal Cats, in: Internat. Journal of Neuropharmacol. 2, 1963, S. 57-65 (mit J. Haase, G. Block u. B. Mühlberg);
    Rückenmarksreflexe u. afferente Nervenleitung d. Katze unter d. Einfluß v. Kohlenmonoxyd, in: Naunyn-Schmiedebergs Archiv f. Pharmakol. 264, 1969, S. 1-17 (mit P. Barrios u. G. Malorny).

  • Literatur

    J. Haase u. W. Vogt, in: Mitt. aus d. Max-Planck-Ges., H. 6, 1968, S. 377-82;
    W. Vogt, in: Dt. Med. Wschr. 94, 1969, S. 50 f. (P).

  • Autor/in

    Walther Vogt
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogt, Walther, "Koll, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 463 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116314656.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA