Lebensdaten
1684 bis 1766
Geburtsort
Schleswig
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Astronom
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 10288949X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kosius, Friedrich
  • Koes, Friedrich
  • Kosius, Friedrich
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Zitierweise

Koes, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10288949X.html [21.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Peter ( 1716), hzgl. Amtsschreiber in Sch., Ratsherr;
    M Margarethe ( 1734), T d. Kaufm. Harmeni Harmens in Meldorf; ledig.

  • Leben

    Auf Grund seiner Begabung wurde K. bereits mit 15 Jahren als Lehrer an einer Kieler Schule zugelassen. 1703 begann er in Kiel auf Wunsch seines Vaters Theologie zu studieren, widmete sich jedoch daneben mit Eifer dem Mathematikstudium. So hörte er in Helmstedt, wohin er 1707 gewechselt war, Vorlesungen bei Sturm und wurde 1708, als er nach Halle und bald darauf nach Leipzig gegangen war, Schüler von Ch. Wolff. Nach einjährigem Aufenthalt in Leipzig wandte er sich nach Belgien und 1709, der Sprache wegen, nach England (London, Oxford, Cambridge), wo er unter anderem Newton, Flamstedt, Whiston, Cotes, vor allem aber den Astronomen E. Halley kennenlernte. Anschließend ging er nach Berlin, wo er 1710 Hauslehrer der Familie de Mauclere wurde und die Freundschaft des königlichen Astronomen Heinrich Hoffmann (1669–1716) gewann. Auf Leibniz machte er einen vielversprechenden Eindruck. 1712-14 erhielt K., als er Arbeiten zur Kalenderreform übernommen hatte, von der Berliner Akademie der Wissenschaften eine Wohnung und ein Stipendium im dortigen Observatorium, kehrte aber dann auf Wunsch des Vaters nach Kiel zurück. Die in Aussicht gestellte Mathemathikprofessur als Nachfolger Reyhers konnte er aber wegen der politischen Zustände nicht erhalten. Er lehrte daher bis 1719 als Privatdozent und las unter anderem über die „scientia cosmia“ und über die Bewegung der Erde. Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Tod des Vaters erwog er, sich in Rendsburg als Soldat anwerben zu lassen, nahm dort aber erleichtert das Angebot eines Lehrers der Kriegs- und Geschützbaukunst an. 1721 folgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor der Mathematik an der Universität Kiel, wo er bis zu seinem Tode blieb. – K. lateinisch oder französisch abgefaßte Veröffentlichungen spiegeln die Vielseitigkeit seiner Lehrtätigkeit wider und lassen sich vier Gebieten zuordnen. Zur Mathematik gehören seine erste wissenschaftliche Arbeit, die 1715 erschienene Dissertation über Differentialgleichungen, sowie 3 Schriften über Oberflächenprobleme geometrischer Körper. Seine geographischen Abhandlungen sind vor allem der Ortsbestimmung, insbesondere der geographischen Breite gewidmet. In der Astronomie schrieb er über Kalenderfragen und Sonnen- beziehungsweise Mondfinsternisse. Schließlich behandelte er chronologisch-historische Probleme, unter anderem solche der Geschichte des jüdischen Volkes.

  • Werke

    u. a. De analysi aequationum differentialium, vel expedienda in numeris universalibus, vel constructionibus geometricis efficienda, commentatio etc., 1715.

  • Literatur

    ADB 16;
    Prorector et senatus Academiae Christiano-Albertinae Memoriam … Friderici Kosii … diligentissime commendant, 1767 (W);
    Meusel VII;
    Jöcher-Adelung III;
    Nouv. Biogr. 22;
    Ch. Schmidt-Schönbeck, 300 J. Physik u. Astronomie an der Kieler Univ., 1965;
    Pogg. I (W);
    Schleswig-Holstein. Biogr. Lex. IV, 1976 (L).

  • Autor/in

    Eberhard Knobloch
  • Empfohlene Zitierweise

    Knobloch, Eberhard, "Koes, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 402 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10288949X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Koes: Friedrich K. (Kosius), Astronom, geb. den 9. Juli 1684 zu Schleswig, den 25. Septbr. 1766 zu Kiel. Von einer Hauslehrerstelle in Berlin ward K. 1712, als G. Kirch's Nachfolger, an die dortige Sternwarte|berufen, habilitirte sich jedoch 1719 als Privatdocent in Kiel und ging gleich darauf als Lehrer der Kriegswissenschaften nach Rendsburg. Zwei Jahre daraus ward er ordentlicher Professor der Mathematik in Kiel und verblieb in dieser Stellung bis zu seinem Tode. Seine litterarischen Arbeiten bezogen sich auf alle Theile der reinen und angewandten Mathematik. Er behandelte in seiner Dissertation (Kiel 1715) die Lehre von den Differentialgleichungen, in zwei anderen Universitätsschriften (ibidem, ebenda, ebendort 1746 und 49) geometrische Probleme und mit besonderer Vorliebe astronomisch-chronologische Fragen. Die Bibliothèque germanique enthält in ihrem 11. Bande Koes' „Discours sur les éclipses extraordinaires du soleil et de la lune“.

    • Literatur

      Poggendorff, Histor.-litter. Handwörterbuch zur Geschichte der exakten Wissenschaften, 1. Bd. S. 297 ff.

  • Autor/in

    Günther.
  • Empfohlene Zitierweise

    Günther, "Koes, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 736-737 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10288949X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA