Lebensdaten
1858 bis 1935
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Mediziner ; HNO-Arzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11956002X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Körner, Otto

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Zitierweise

Körner, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11956002X.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm, Dr. iur., Geh. Justizrat, Landgerichtschr., S d. Maximilian, Dr. iur., Senator u. Präs. d. Appellationsgerichts in F.;
    M Elise Körner; Vorfahre Joh. Nicolaus (1710–73), Naturforscher, Mitarbeiter v. Rösel v. Rosenhof;
    - Kassel 1887 Louise (1861-n. 1937), T d. Dr. theol. Wilhelm Ebert (1815–88), Sup. u. Konsistorialrat in Kassel, u. d. Luise Schwedes; Schwager Theodor Ebert (1857–99), Prof., Landesgeologe in Berlin;
    3 T, u. a. Emma (⚭ Hans Ulrich Kobert, Marine-Generalarzt).

  • Leben

    K. studierte seit 1878 Medizin in Marburg und seit 1880 in Straßburg, wo er nach klinischer Ausbildung besonders bei A. Kußmaul 1882 zum doctor medicinae promoviert und 1883 approbiert wurde. Von Oktober 1883 bis April 1885 Assistent bei Kußmaul und im Nebenamt bei A. Kuhn in der Ohrenpoliklinik, ließ er sich nach Auslandsreisen und laryngologischer Praxis bei M. Schmidt 1886 als praktischer Arzt in Frankfurt/Main nieder. Hier erreichte ihn 1889 der Ruf nach Marburg. Er folgte aber erst 1894 einem Ruf als Extraordinarius nach Rostock, wo er nach Rufablehnungen nach Breslau, Heidelberg und Leipzig (1895, 96) als ordentlicher Honorarprofessor (1897) die erste deutsche Universitäts-Klinik für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkranke (1899) eröffnete und 1901 anläßlich eines Rufs nach Straßburg auch die Ernennung zum ersten deutschen Ordinarius des Gesamtfaches erlangte. K. wirkte 35 Jahre in Rostock und hatte dort 1904 das Dekanat und 1913 das Rektorat inne.

    Bereits in K.s Frankfurter Praxis (1885–1894) fallen, angeregt durch die Ohrenchirurgie H. Schwartzes in Halle, die Voruntersuchungen zur chirurgischen Anatomie des Ohres am Senckenbergianum. Neben Studien unter anderem zur Topographie und Pathologie der Schläfenbeine führte besonders die Arbeit über otogene Hirnabszesse zur Erkenntnis ihrer Entstehung per continuitatem, ihrer möglichen Lokaldiagnose und operativen Entleerung. Die Ergebnisse legte er in seinem für Pathologie und Klinik otogener Hirnkomplikationen maßgeblichen „Hirnbuch“ (Die otitischen Erkrankungen des Hirns, der Hirnhäute und der Blutleiter, 1894, Vorwort von E. von Bergmann; 51925) vor, das K.s Ruhm begründete.

    In Rostock entfaltete er eine rege Forschungs- und Lehrtätigkeit, deren Resultat sein „Lehrbuch der Ohren-Nasen-und Kehlkopfkrankheiten“ (1909; 161969; 1. Auflage 1906 als „Lehrbuch der Ohrenheilkunde und ihrer Grenzgebiete“) war. Das Werk, das erstmals Otologie, Rhinologie und Laryngologie umfaßte, kennzeichnet K.s Eintreten für den Zusammenschluß dieser Disziplinen, den er vorbildlich für alle Universitäten vollzogen hatte. So änderte er auch die „Zeitschrift für Ohrenheilkunde“ in „Zeitschrift für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde“, die er 40 Jahre lang (1895-1935) herausgab.

    Neben zahlreichen grundlegenden Fachbeiträgen verfaßte K. seit seiner Gymnasialschrift (Die homerische Tierwelt, 1880, 21930) eine Reihe von heute noch wertvollen Studien zur Geschichte der altgriechischen Medizin, insbesondere zur homerischen Heilkunde (zum Beispiel Die ärztlichen Kenntnisse in Ilias und Odyssee, 1929). In Vorträgen (Rektoratsrede, 1914; Der Eid des Hippokrates, 1921) stand er, der in humanistischer Bildung wurzelte, energisch für die Humaniora in ihrer Bedeutung für den ärztlichen Stand ein. – K. ist aus der Allgemeinpraxis hervorgegangen. So war es ihm fremd, kranke Organe statt kranker Menschen zu behandeln, und strengste Indikation für operative Eingriffe ließ in seiner Klinik keine Polypragmasie aufkommen.|

  • Auszeichnungen

    GR (1914), Dr. phil. h. c. (1929).

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Vertretung d. Ohrenheilkde. a. d. Universitäten d. Dt. Reiches in d. J. 1878-1902, in: Zs. f. Ohrenheilkde. 41, 1902, S. 244-46;
    Erinnerungen e. dt. Arztes u. Hochschullehrers 1858-1914, 1920 (Autobiogr., P).

  • Literatur

    A. Blanck, Die Meckl. Ärzte v. d. ältesten Zeiten b. z. Gegenwart, 1901, Nr. 1030 (W);
    A. Politzer, Gesch. d. Ohrenheilkde. II, 1913;
    W. v. Brunn, in: Münchener Med. Wschr. 75, 1928, S. 827 f.;
    W. Kümmel, in: Dt. Med. Wschr. 54, 1928. S. 795 f. (P);
    H. Henrici, in: Mschr. f. Ohrenheilkde. u. Laryngo-Rhinol. 70, 1936, S. 1-5;
    H. Marschik, ebd., S. 222-25;
    O. Muck, in: Zs. f. Laryngol., Rhinol., Otol. u. ihre Grenzgebiete 26, 1936, S. 437-40;
    O. Steurer, in: Zs. f. Hals-, Nasen- u. Ohrenheilkde. 39, 1936, S. 1-5;
    J. Zange, in: Archiv f. Ohren-, Nasen- u. Kehlkopfheilkde. 140, 1936, S. I-VI (P);
    Gesch. d. Univ. Rostock 1419-1969, 1969, I, S. 151, II, S. 277;
    H.|H. Eulner, Die Entwicklung d. med. Spezialfächer an d. Universitäten d. dt. Sprachgebietes, 1970, S. 368-73;
    Rhdb. (P);
    Fischer.

  • Portraits

    in: Gal. hervorragender Ärzte u. Naturforscher, Beil. z. Münchener Med. Wschr., Bl. 412, 1928;
    Festschr. O. K., = Zs. f. Hals-, Nasen u. Ohrenheilkde. 21, 1928.

  • Autor/in

    Jost Benedum
  • Empfohlene Zitierweise

    Benedum, Jost, "Körner, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 388 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11956002X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA