Lebensdaten
1874 bis 1966
Geburtsort
Barmen
Sterbeort
Langenberg (Rheinland)
Beruf/Funktion
Maschinenbauer ; Industrieller
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 136119484 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Köllmann, Gustav

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Zitierweise

Köllmann, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136119484.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1842–1927), Maschinenfabr., S d. Küfers u. Weinhändlers Johann in B. u. d. Hanna Gertrud Schlingensiepen;
    M Amalie (1840–98), T d. Gastwirts u. Fuhrmanns Friedrich Heller u. d. Henriette Straßmann;
    B Wilhelm (1865–1951), Kaufm., Gründer d. Wilh. Köllmann Maschinen- u. Zahnräderfabrik in L.;
    - Chemnitz 1899 Gertrud (1875–1916), T d. Julius Eduard Reinecker (1832–95), Zeugschmiedemeister, Werkzeugbauer u. Fabr. v. Werkzeugmaschinen in Chemnitz, u. d. Louise Wagner;
    2 S, 2 T, u. a. Erich (* 1906), Prof., Dir. d. Kölner Kunstgewerbemus. u. Aufsichtsratsvorsitzender d. Köllmann-Werke AG in Düsseldorf, Werner (* 1909), Vorstand d. Köllmann-Werke AG u. Geschäftsführer d. Köllmann Maschinenbau GmbH in L.

  • Leben

    K. studierte Maschinenbau an der TH Karlsruhe und arbeitete als Praktikant bei J. E. Reinecker in Chemnitz. 1899 trat er in das väterliche Geschäft ein und führte dort den Werkzeugmaschinenbau ein. 1904 gründete er in Leipzig die mechanische Werkstatt „G. Köllmann GmbH“. Seit 1905 spezialisierte er sich auf die Herstellung von Präzisionszahnrädern. Die Abnehmer waren Hersteller von Dampfmaschinen, Aufzügen, Werkzeugmaschinen, Maschinen allgemein und die Automobilfabriken. K. erkannte rechtzeitig, daß der Kettenantrieb der Automobile bald durch den Kardanantrieb abgelöst würde und wandte sich daher der Herstellung von genauen Kegelrädern für Getriebe und Hinterachsen zu, die er auf Bilgram-Maschinen von J. E. Reinecker bearbeitete. Er hatte Erfolg, und der Abnehmerkreis vergrößerte sich rasch, zumal ihm vorerst keine andere deutsche Firma in der Präzision ernsthaft Konkurrenz machen konnte. 1912 wandelte K. seine Firma in eine Familien-AG um. Während des 1. Weltkrieges belieferte er den Automobil-, Flugzeug- und Luftschiffbau mit Zahnrädern und Getrieben. Es gab zu dieser Zeit im Deutschen Reiche sehr viele Zahnradfabriken. Ihre Bedeutung richtete sich nach der Herstellungsgenauigkeit ihrer Zahnräder bei großer Stückzahl, und hierin waren K.s Betriebe neben der Zahnradfabrik Friedrichshafen und der Fabrik von Carl Hurth (1866–1958) in München führend.

    1919 gründete K. die Köllmann Werkzeugfabrik GmbH Leipzig, um seinen Eigenbedarf an Verzahnungswerkzeugen, wie Abwälzfräser, Hobelstähle, Schneidräder und Messerköpfe, selbst decken zu können. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Getriebe-Gesellschaft mit beschränkter HaftungBerlin lieferte K. seit 1927 die ersten synchronisierten Triebwagengetriebe für die Reichsbahn und andere europäische Eisenbahngesellschaften. 1931 übernahm er die von seinem älteren Bruder 1911 in Langenberg/Rheinland gegründete Maschinen- und Zahnräderfabrik Wilhelm Köllmann Sohn. Hier stellte er 1935 die Zahnradherstellung ein und baute Langfräsmaschinen, weshalb er die Firma nun Köllmann Maschinenbau GmbH benannte. 1933 führte K. im Leipziger Hauptwerk das Zahnflankenschleifen nach dem Verfahren des Schweizers Max Maag (1883–1960) ein. 1935 gründete er in Liebertwolkwitz bei Leipzig das Zweigwerk Köllmann Getriebebau GmbH. 1936 gab K. auf Vorschlag seines Betriebsingenieurs Helmut Kreisel das erste Tabellenwerk der Evolventenfunktion heraus; ausgestattet mit weiteren Hilfstafeln, ermöglichte es vereinfachte und beschleunigte Zahnradberechnungen. Nach dem Tode ihres Gründers Otto Mylius (1887–1941) übernahm K. 1941 die Deutsche Getriebe GmbH Berlin. Im 2. Weltkrieg fertigte er in seinen Werken für die Luftwaffe Motorenzahnräder und Verstellluftschrauben-Getriebe, darunter das schwierig herzustellende Kegelradumlaufgetriebe nach Farman. Für die Marine baute er ein U-Boot-Tauchgetriebe, das er zusammen mit der Brown, Boveri & CompagnieAG, Mannheim, entwickelt hatte.

    Keines von K.s Werken erlitt nennenswerte Kriegsschäden. Nach Kriegsschluß wurden das Hauptwerk und die Werkzeugfabrik demontiert, das Werk Liebertwolkwitz enteignet. Die Köllmann-Werke AG bestand seit ihrer Sitzverlegung 1949 nach Düsseldorf als Holdinggesellschaft weiter, und K.s Familie blieb mit über 50% an ihr beteiligt. Die Reste von K.s Lebenswerk überdauerten seinen Tod wegen der verschärften Wettbewerbsbedingungen nicht lange. Das verbliebene Werk Langenberg ging 1970 an den Werkzeugmaschinen-Hersteller Wotan-Werke GmbH Düsseldorf. Die Köllmann AG wurde 1973 im Handelsregister gelöscht.

  • Werke

    Hrsg.: J. Peters, Sechsstellige Werte d. Kreis- u. Evolventen-Funktionen, 1937 u. 1951;
    Ein Automobilist muß Zeit haben!, in: LIZ 157, Nr. 4057, 1921, S. 262.

  • Literatur

    50 J. Köllmann-Werke AG, 1954 (P);
    Werkstattstechnik u. Maschinenbau 44, 1954, H. 5, S. 260;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Köllmann, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 323 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136119484.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA