Lebensdaten
1880 – 1956
Geburtsort
Neuwied/Rhein
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Hochschullehrer ; Rektor ; Alttestamentler ; Hebraist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116289139 | OGND | VIAF: 64025788
Namensvarianten
  • Ratmich, Hugo (Pseudonym)
  • Köhler, Ludwig
  • Ratmich, Hugo (Pseudonym)
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Zitierweise

Köhler, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116289139.html [08.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1825–84), Kanzlist, aus hess. Fam.;
    M Ursula Bührer aus Bibern b. Schaffhausen;
    Karoline Müller;
    2 T.

  • Biographie

    K. leistete nach dem Abitur als Einjähriger Militärdienst in Freiburg (Breisgau). Darauf übersiedelte er mit seiner Mutter nach Zürich, wo er 1903 das Bürgerrecht erwarb. Dort studierte er Theologie und orientalische Sprachen, zumal Syrisch und Arabisch bei V. Ryssel. Der Lehrer, der ihn am meisten prägte und mit dem er aufs engste verbunden blieb, war der Neutestamentler P. W. Schmiedel. Seine Studien schloß er als Dr. phil. ab mit der Dissertation „Beobachtungen am hebräischen und griechischen Text von Jeremias 1-9“ (1908). Bereits 1904 trat er sein erstes Pfarramt in Aeugst am Albis an, von wo er 1910 nach dem noch näher bei Zürich gelegenen Langnau im Sihltal wechselte. Sein wissenschaftliches Interesse hatte zunächst in erster Linie dem Neuen Testament gegolten. Schon 1908 wurde er indessen als|Nachfolger von K. Furrer zum Extraordinarius für Altes Testament an die Universität Zürich berufen. 1915 gab er das Pfarramt auf, um sich ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit widmen zu können. 1923 wurde er zum Ordinarius ernannt, wobei er neben seiner alttestamentlichen Lehrtätigkeit auch Verpflichtungen für das Gebiet der Praktischen Theologie zu übernehmen hatte. Sein hauptsächliches Arbeitsgebiet blieb aber die Alttestamentliche Wissenschaft, in deren Bereich er Weltruf erlangte. Für ein Gastsemester dozierte er 1928 am Chicago Theological Seminary, lehnte aber Berufungen an ausländische Universitäten ab. 1930-32 war er Rektor der Zürcher Universität. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit entfaltete K. eine reiche Tätigkeit in der Öffentlichkeit: Er war ein glänzender Redner, predigte regelmäßig, erteilte Religionsunterricht am Zürcher Lehrerseminar, wirkte an der Volkshochschule, hielt Kurse und Vorträge für gebildete Laien, war beliebter Feuilletonist in der Neuen Zürcher Zeitung und daneben ein viel gefragter Seelsorger.

    K.s eigentliches Lebenswerk ist das „Lexicon in Veteris Testamenti Libros“ (1953 [deutsch und englisch], ³1967/74). Es sollte eine Neubearbeitung des Wörterbuchs von Gesenius-Buhl werden, doch ist ein völlig selbständiges Werk entstanden. In zahlreichen Artikeln und Aufsätzen und in seinem Buch „Kleine Lichter“ (1945) hat er Ergebnisse vorgelegt, die der Wortforschung neue Wege wiesen. Seine Übersetzungsvorschläge zeichnen sich aus durch eine immense Kenntnis der Realien, selbständige Formulierungen, aber auch durch die Entschiedenheit und Treffsicherheit, mit der er neuen Erkenntnissen zum Durchbruch verhalf. Für eine ganze Generation ist dieses Werk das maßgebende Lexikon der Alttestamentler und Semitisten geblieben, und sein Grundbestand lebt weiter in der von seinem Freund W. Baumgartner begonnenen und von J. J. Stamm weitergeführten Neubearbeitung. K.s lexikalische Arbeiten liefen parallel mit exegetischen Werken und Aufsätzen, unter denen seine stilkritische Untersuchung Deuterojesajas (1923) besondere Beachtung gefunden hat. Überraschend legte er 1936 eine Alttestamentliche Theologie vor, in der er nach seinen eigenen Worten eine „in den richtigen Zusammenhang gebrachte Zusammenstellung derjenigen Anschauungen, Gedanken und Begriffe des AT bietet, welche theologisch erheblich sind oder es sein können“ (⁴1966). Seine Arbeit als Praktologe hat in seinem Seelsorgebuch „Nöte und Pflege des innern Lebens“ (1945) eine überraschende Frucht gezeitigt.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    D. theol. (Debreczen u. Bern);
    Burkitt-Medaille (Brit. Ac).

  • Werke

    Weitere W u. a. Amos, d. älteste Schriftprophet, 1920;
    Der Prophet d. Heimkehr (Jes. 40-66), 1934 (mit L. Glahn);
    Alttestamentl. Theol. I, in: Theol. Rdsch. 7, 1935, S. 255-76, II, ebd. 8, 1936, S. 55-69, III, ebd. 8, 1936, S. 248-84;
    Von Weg u. Ziel, 1938;
    Zwischen Himmel u. Erde, 1944 (beide unter Ps. Hugo Ratmich);
    Der hebräische Mensch, 1953, ²1976;
    Autobiogr.: Ein Schweizer wird Schweizer, 1946.

  • Literatur

    W. Baumgartner, in: L. Köhler-Festschr., = Schweizer. Theol. Umschau 20, 1950, S. 5-9 (P);
    V. Maag, in: Jber. d. Univ. Zürich, 1957, S. 99-101 (P).

  • Autor/in

    Hans Wildberger
  • Zitierweise

    Wildberger, Hans, "Köhler, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 308-309 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116289139.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA