Lebensdaten
um 1697 - 1763
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136108105 | OGND | VIAF: 80508913
Namensvarianten
  • Koch, Ignaz Ritter von (1738-48)
  • Koch, Ignaz (bis 1738)
  • Koch, Ignaz Freiherr von
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Zitierweise

Koch, Ignaz Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136108105.html [14.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    Alte Paderborner Familie, deren Mitglieder als Bgm. u. Ratsherren f. d. Stadt u. als Räte, Hofrichter u. Kanzler in bischöfl. Diensten gewesen sind;
    V Georg Gottfried (böhm. Ritterstand 1738, 1746), Agent v. Prinz Eugens Dragoner-Rgt., dann dessen Güter- u. Vermögensverwalter, kaiserl. Legationssekr., Hofkriegsratsagent (s. ADB 16);
    M N. N.;
    B Heinr. Jos. ( 1753), Hofkammerrat, Hofrat im Direktorium (s. ADB 16);
    - Wien 1729 Maria Anna ( 1775), T d. Joh. Leopold Schreffl v. Mannsperg, Dir. d. Kupfer-, Salz- u. Bergwesens in Ungarn, Proviantoberkommissär in Preßburg, u. d. Maria Sidonia Pöhr v. Pöhrnhof;
    2 S (beide ledig) Gottfried, Hofrat in d. böhm.-österr. Hofkanzlei, Joh. Baptist (1733–80), FML, Gouverneur v. Ostende (s. ADB 16).

  • Leben

    K. scheint Rechts- und Staatswissenschaften studiert und auf Reisen vorzügliche Sprachkenntnisse erworben zu haben. in Korrespondenzen des Prinzen Eugen begegnet er zuerst 1718 als Überbringer von Briefen nach den österreichischen Niederlanden, 1720 wurde er als Konzipist an der Wiener Hofkanzlei angestellt, doch spätestens 1723 verwandte ihn der Prinz als Sekretär für die Angelegenheiten seines belgischen Generalgouvernements, um ihn nach seinem Verzicht auf dieses Amt im Hofkriegsrat unterzubringen. 1726 Hof- und Feldkriegssekretär, 1728 Hofkriegsrat und im Frühjahr 1729 Referendar für das Militärwesen in den österreichischen Erblanden, hat K. das Vertrauen des Savoyers in einem Maß gewonnen, daß dieser ihn, den er schon 1726 in geheimer Mission nach England gesandt hatte, zu seinem engsten Mitarbeiter bei Aufbau und Durchführung einer Geheimdiplomatie machte, durch die er zwischen 1725 und 1732/33 die Außenpolitik Karls VI. entscheidend zu beeinflussen wußte. K. hat in dieser Zeit die gesamte umfangreiche Privatkorrespondenz des Prinzen mit den wichtigsten Diplomaten im Ausland geführt, die nur dann ins Stocken geriet, wenn er krank war, da Eugen „einem anderen das Geheimnis anzuvertrauen nicht für anständig erachtete“; er stellte für seinen Herrn auch das Material für dessen Unterredungen mit dem Kaiser und für die Verhandlungen in der Staatskonferenz zusammen und diente mitunter als Übermittler wichtiger Informationen und Ratschläge an den Monarchen. Er war durch seinen Rat persönlich an den Erfolgen jener Politik beteiligt. Seit 1733 wurde er als Begleiter des nochmals ins Feld ziehenden greisen Feldherrn Zeuge von Umschwung und Bedrängnis, die der Polnische Thronfolgekrieg für Österreich herbeiführte. Ironisch hat Bartenstein zu den aus dem Hauptquartier kommenden Denkschriften gemeint, daß man es in ihnen nicht mehr mit dem physisch und psychisch hinfälligen Savoyer, sondern mit dem Schreiber, also K., zu tun habe. Dessen politische Rolle schien mit Eugens Tod 1736 beendet, in den nächsten Jahren scheint sich K. auf seine Arbeit im Hofkriegsrat zurückgezogen zu haben.

    Doch nach dem Regierungswechsel von 1740 sah er sich vor eine neue Aufgabe gestellt. Maria Theresia stützte sich zwar in der großen Politik weiter auf Bartenstein, sie hat aber im Herbst 1741 K. nach Frankfurt gesandt, um dort mit Hilfe des französischen Bevollmächtigten Belle-Isle eine Verständigung mit Frankreich in der Frage der Kaiserwahl zu suchen – was sich als unmöglich erwies –, und am 19.3.1742 ernannte sie K. zu ihrem Kabinettssekretär. Er hat es rasch verstanden, eine ganz ähnliche Vertrauensstellung bei ihr zu gewinnen, wie er sie einst bei Eugen eingenommen hatte. In einer der beiden Denkschriften aus dem Anfang der 50er Jahre, die man als ihr politisches Testament bezeichnet hat, erkannte die Kaiserin an, daß sie vor allem sich seines Rats bedient und sich dabei alle Zeit wohl befunden habe. Wenn sie dabei rühmte, daß die Verschwiegenheit des ungemein ehrlichen, christlichen und jeder Intrige unfähigen Mannes wenig ihresgleichen habe, so hatte auch ein sicher kritisch eingestellter Beobachter wie Preußens Wiener Gesandter Podewils 1747 ein sehr vorteilhaftes Porträt von K. entworfen. Nach Angaben des mit ihm befreundeten Obersthofmeisters Khevenhüller soll K. bei der Berufung von Haugwitz eine Rolle gespielt haben. Wenn er dann dessen Werk durch persönliche Informationen aus dem Kabinett förderte, so stand er zugleich mit anderen hohen Staatsdienern in brieflicher Verbindung. Erhalten haben sich umfangreiche Korrespondenzen, die er im Auftrag der Kaiserin vom Beginn der 40er bis zur Mitte der 50er Jahre mit dem Generalgouverneur der Lombardei Pallavicini und dem dortigen Großkanzler Cristiani führte, vor allem aber auch ein ständiger Nachrichten- und Gedankenaustausch mit Kaunitz während dessen Pariser Mission 1750–52. Dieser Auftrag Maria Theresias macht K.s Einschaltung auch in die Außenpolitik deutlich, in der er offenbar sich als verständnisvoller Partner von Kaunitz bei dessen Plan einer Verständigung mit Frankreich zwecks gemeinsamer Bekämpfung Preußens erwies. Ausdrücklich hat die Kaiserin im November 1754 dem inzwischen zum Hof- und Staatskanzler gewordenen Kaunitz empfohlen, mit K. enge Fühlung zu halten und ihn über seine Schritte zu unterrichten, wogegen K. seinerseits als „der Einzige, mit welchem ich mein Herz ausschütten kann“, und als Freund vieler Politiker Kaunitz wichtige Informationen übermitteln könnte. Noch sehen wir ihn im Frühjahr 1756 zu den geheimen Verhandlungen über die Vorbereitungen eines Krieges zugezogen: In einer Denkschrift für Maria Theresia von Ende Mai, die er auch Kaunitz zukommen ließ, hat er als Voraussetzungen für einen Angriff auf Preußen eine energische Verbesserung des von ihm ausführlich geschilderten Rüstungsstandes und Sicherheit über die französische Mitwirkung gefordert. Während des 7jährigen Krieges soll freilich nach Mitteilungen Khevenhüllers sein Kredit „durch die unglückliche Campagne des von ihm protegierten Feldmarschalls Browne“ sehr gefallen sein, und in der Tat hat Maria Theresia 1759 die Führung ihrer Familienkorrespondenz einem zweiten Sekretär übertragen. Daß sie aber sich weiter ihm tief verpflichtet fühlte, zeigt seine Berufung zum Mitglied des neu errichteten Staatsrats 1762.

  • Literatur

    ADB 16;
    A. v. Arneth, Gesch. Maria Theresias I-VII, 1863-76;
    ders., Zwei Denkschrr. d. Kaiserin Maria Theresia, in: AÖG 47, 1871, wieder in: J. Kallbrunner, Kaiserin Maria Theresias pol. Testament, 1952;
    G. B. Volz u. G. Küntzel, Preuß. u. Österr. Acten z. Vorgesch. d. 7jähr. Krieges, 1899;
    H. Schlitter, Correspondance secrète entre le Comte A. W. Kaunitz-Rietberg et le Baron I. de K. 1750-52, 1899;
    ders. u. a., Aus d. Zeit Maria Theresias, Tagebuch d. Fürsten J. J. Khevenhüller-Metsch 1742–76, 1907-72;
    C. Hinrichs, Friedrich d. Gr. u. Maria Theresia, Diplomat. Berr. v. V. Chr. Gf. v. Podewils, 1937;
    M. Braubach, Eine Satire auf d. Wiener Hof a. d. letzten J. Kaiser Karls VI., in: MIÖG 53, 1939, wieder in: Diplomatie u. geist. Leben im 17. u. 18. Jh., Ges. Abhh., 1969;
    ders., Versailles u. Wien v. Ludwig XIV. bis Kaunitz, 1952;
    ders., Die Geh.diplomatie d. Prinzen Eugen v. Savoyen. 1962;
    ders., Prinz Eugen v. Savoyen IV u. V, 1965;
    A. Ostoja, L'Imperatrice Maria Teresa nella politica italiana dalla guerra alla pace, un carteggio segreto inedito (1741-54), in: Inedita, Rivista di Documenti Storici, Scientifici e Letterari, 1, 213, 1956, S. 157 (nur bis 1746);
    F. Reinöhl, Gesch. d. k. u. k. Kab.kanzlei, 1963;
    Wurzbach XII (L).

  • Autor/in

    Max Braubach
  • Empfohlene Zitierweise

    Braubach, Max, "Koch, Ignaz Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 265 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136108105.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Koch: Ignaz Freiherr v. K., entstammte einer alten und angesehenen Adelsfamilie Paderborns. Seine Voreltern hatten dort seit drei Jahrhunderten städtische Würden als Bürgermeister und Rathsherren und höhere Aemter in bischöflichen Diensten als Hofräthe, Hof- und Kanzleidirectoren, Kanzler und Hofrichter bekleidet. — Sein Vater, Georg Gottfried v. K., hatte 1684 bei den kaiserlichen Botschaftern Baron Zierowsky und Baron Blomberg am moskowitischen Hofe die Stelle eines Legationtssecretärs versehen und war von dem österreichischen Hofkanzler Grafen von Strattmann im J. 1687 an die Höfe von Turin und Florenz und an den Kurfürsten von der Pfalz, im folgenden Jahre an den Prinzen von Oranien, späteren König von England, gesandt und — seit 1691 Hofkriegs- und königlich böhmischer Agent — von dem Kaiser Leopold I. im J. 1702 zur kaiserlichen Armee nach Italien abgeschickt worden. In Anerkennung seiner treuen Dienste vom Kaiser durch Verleihung einer sehr kostbaren Gnadenkette ausgezeichnet, war er im J. 1707 im Auftrage des Obersthofmeisters Fürsten Salm nach Oedenburg gegangen, um mehrere ungarische Mißvergnügte wieder in kaiserliche Devotion zurückzubringen. Er genoß das vollste Vertrauen des Prinzen Eugen von Savoyen, dessen Privatangelegenheiten er besorgte. Kaiser Karl VI. erhob ihn am 23. November 1738 in den alten Ritterstand des Königreichs Böhmen. — Ignaz v. K. wurde um das Jahr 1697 geboren. Er widmete sich rechts- und staatswissenschaftlichen Studien. Reisen im Auslande vollendeten seine Vorbildung für den künftigen Beruf. Im J. 1720 trat er in kaiserliche Dienste als Concipist bei der österreichischen Hofkanzlei. Er ging im J. 1721 mit dem kaiserlichen Botschafter Grafen Kinsky als Secretär nach Rom, wurde im J. 1723 kaiserlicher Secretär beim Gouverneur der Niederlande, Prinzen Eugen von Savoyen, im J. 1726 Hofkriegssecretär, 1728 Hofkriegsrath und im folgenden Jahre Hofkriegsrathsreferendar und Feldkriegskanzleidirector. Als solcher wohnte er den Feldzügen des Prinzen Eugen in den Jahren 1734 und 1735 bei. Durch Klugheit und Umsicht, durch Treue und Verläßlichkeit erwarb und erhielt er sich das vollste, rückhaltlose Vertrauen Eugens,|der ihm die Ausarbeitung der geheimsten und wichtigsten politischen Schriftstücke übertrug und in seinen letzten Lebensjahren die Führung seiner gesammten Correspondenz anvertraute. Maria Theresia ernannte ihn bald nach ihrem Regierungsantritte zu ihrem geheimen Cabinetssecretär und Hofrathe. Im September 1741 erhielt er den Auftrag, sich unter fremdem Namen unverzüglich nach Frankfurt zu begeben. Dem vom Grafen Wied erhaltenen Winke folgend, sollte er mit dem französischen Marschall Belleisle Unterhandlungen einleiten und gegen das Anerbieten gewisser Gebietsabtretungen Schlesien für Oesterreich zu erhalten, die deutsche Kaiserkrone und den Fortbesitz Toscana's für den Großherzog Franz Stefan zu erwirken suchen. Aus der zwar verbindlichen, aber sehr zurückhaltenden Art, mit welcher der französische Marschall die österreichischen Friedensvorschläge aufnahm und jedes eigene werkthätige Eingreifen in die Verhandlungen ablehnte, gewann K. bald die Ueberzeugung, daß Graf Wied den Stand der Dinge fortgeschrittener und günstiger dargestellt habe, als sie sich wirklich verhielten, und wol zunächst für sich selbst Vortheile bei dieser Gelegenheit herauszuschlagen suche, daß man auf französischer Seite die Verhandlungen in die Länge zu ziehen trachte und ein gedeihliches Ergebniß seiner Sendung nicht zu erwarten sei. Die Verhandlungen wurden daher fallen gelassen und K. aus Frankfurt zurückberufen. Im nächsten Jahre sandte ihn Maria Theresia nach dem Feldlager zu dem Großherzoge, ihrem Gemahl, um demselben die Bedenken und Besorgnisse vorzustellen, welche sie gegen die Ausführung seines Entschlusses, die Belagerung Prags fortzusetzen, hegte. So betraute sie ihn wiederholt auch in der Folge mit geheimen und wichtigen Aufträgen. Es fehlte dem neuen Berather und Vertrauensmann der Kaiserin aber auch nicht an äußeren Ehren und Anerkennung. Er wurde am 17. November 1745 unter die alten Ritterstandesgeschlechter des Erzherzogthums Niederösterreich aufgenommen. Maria Theresia erhob ihn mit Diplom vom 17. Juli 1748 in den österreichischen Freiherrenstand. Die von ihr gewünschte Verleihung des ungarischen Indigenates an K. stieß im ungarischen Landtage auf viele Opposition und wurde erst in der Sitzung des ungarischen Oberhauses vom 26. August 1751 mit Hülfe der Abgeordneten der Domkapitel und der Städte zu großer Erbitterung der Delegirten der Comitate durchgesetzt. Seit dem Jahre 1754 bekleidete K. neben dem kaiserlichen geheimen Cabinetssecretariate auch noch die Stelle eines Hofrathes bei dem Directorium in commercialibus und die sehr einträgliche eines Secretärs des Ordens des goldenen Vließes. 66 Jahre alt, starb K. zu Wien am 18. Februar 1763 und wurde in der Jesuitenkirche zu St. Anna begraben. — Auf das rühmlichste spricht sich Maria Theresia in einer wahrscheinlich um das Jahr 1751 verfaßten Denkschrift über die Dienste aus, welche K. ihr geleistet. Seine Verschwiegenheit habe wenig ihres gleichen. Dabei sei er „ungemein ehrlich, christlich und ohne Intriguen". Sie habe sich besonders in ihren „eigenen Partikularanliegenheiten, Verdruß und Sorgen“ seines Rathes bedient und dabei sich „allezeit wohlbefunden“. K. diente ihr zu ihrem „Trost, Rath und Partikularauskundschafften“, zu ihrer „eigenen Erkenntnuß und Correction“. Sie nennt ihn neben Bartenstein, Haugwitz und Tarouca unter den verdienten Männern, die ihr namentlich in den ersten Jahren ihrer Regierung unter schwierigen Verhältnissen treu und erfolgreich zur Seite gestanden waren. So lange sie lebe, werde sie „an diesen Ihren Personen, Kindern und Kindeskindern erkennen, was sie mir und dem Staate vor Dienste geleistet. Auch verobligire meine Nachkommlinge, solches an denen Ihrigen allezeit zu erkennen, so lange sie selbige finden und seyn. Allermassen nebst der Information vor meine Nachfolger die vier Personen die Hauptursache sind, warum diese Schrift verfasset, damit bey der Nachwelt ihre Namen verewiget und denenselben an denen Ihrigen ersetzet werde, was ich|nicht genugsam erkennen können.“ — K. war vermählt mit Maria Anna Schrefl von Mannsperg. Sie starb im J. 1775. Von den beiden Söhnen, welche dieser Ehe entsproßten, war der ältere, Gottfried Freiherr v. K., k. k. Hofrath bei der böhmischen und österreichischen Hofkanzlei. Er lebte seit 1780 als Privatmann im Kloster Rein in Steiermark. Der jüngere Sohn, Johann Baptist Freiherr v. K., zu Wien im J. 1733 geboren, betrat im J. 1753 die militärische Laufbahn. Bei Beginn des siebenjährigen Krieges war er Grenadierhauptmann bei Alt-Colloredo-Infanterie. In der Schlacht bei Lobositz zeichnete er sich zuerst aus und wurde verwundet. An der Belagerung von Schweidnitz im J. 1757 betheiligte er sich als Oberstlieutenant bei Browne-Infanterie Nr. 36 und wurde in der Relation Nadasdy's rühmend hervorgehoben. Für seine Waffenthaten bei Hochkirch am 13. und 14. October 1758 und bei Maxen am 21. November 1759 wurde er im Januar 1760 mit dem Ritterkreuze des militärischen Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. Er that sich ferner bei Langendorf und Torgau mit seinem Regimente hervor und wurde wiederholt verwundet. Am 26. Januar 1763 wurde er zum Generalmajor ernannt und als nicht nur tapferer und unerschrockener, sondern auch gründlich gebildeter und unterrichteter Soldat in die wegen Einführung des neuen Militärsystems eingesetzte Commission berufen. Die Kaiserin beförderte ihn am 1. Mai 1773 zum Feldmarschall-Lieutenant und ernannte ihn zum Sousinspector in Böhmen und zum Inhaber des Infanterieregiments Nr. 17. Später erfolgte seine Ernennung zum Gouverneur der Festung Ostende Um die militärischen Einrichtungen fremder Staaten kennen zu lernen, machte er wiederholte Reisen nach Frankreich, England und Deutschland. Erst 47 Jahre alt, starb er auf einer solchen Studienreise zu Paris am 20. December 1780. Er war wie sein Bruder unvermählt geblieben. — Heinrich Josef v. K., ein älterer Bruder des Ignaz v. K., war ebenfalls in österreichischen Staatsdiensten. Im J. 1710 zum Hofkammerconcipisten ernannt, wurde er 1718 Hofkammersecretär, 1723 Hofkammerrath und 1729 geheimer Referendar in militaribus. Schon seit dem Jahre 1713 in wichtigen Cameralangelegenheiten thätig, war er im J. 1748 Hofrath bei der k. k. Ministerial-Banco-Deputation.

    • Literatur

      Benutzt wurde außer den betreffenden Acten im kaiserl. und königl. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien: Arneth (Alfred), Prinz Eugen von Savoyen. Bd. III. Wien 1858. — Arneth (Alfred Ritter v.), Geschichte Maria Theresia's. 10 Bde. Wien 1863—1880. —
      Wurzbach, Biographisches Lexikon, Thl. 12, Wien 1864 und die dort angegebene Litteratur. —
      Arneth (Alfred Ritter v.), Zwei Denkschriften der Kaiserin Maria Theresia. Wien 1871. — Arneth (Alfred Ritter v.), Briefe Maria Theresia's an ihre Kinder und Freunde. 4 Bde. Wien 1881.

  • Autor/in

    Ant. Vict. Felgel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Felgel, Anton Victor, "Koch, Ignaz Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 384-386 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136108105.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA