Lebensdaten
1880 - 1919
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Bremen
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 119076527 | OGND | VIAF: 30339028
Namensvarianten
  • Knief, Johann
  • Knief, Iogann
  • Knief, Johannes
  • mehr

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Zitierweise

Knief, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119076527.html [10.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Küper (Warenkontrolleur);
    M Anna Hüffermann; Lebensgefährtin Lotte Kornfeld.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Lehrerseminars wurde K. 1901 Volksschullehrer in Bremen. Als Mitglied des „Vereins junger Lehrer“ kam er in Kontakt zur Sozialdemokratie, schloß sich aber erst 1906 der SPD an, nachdem er vorher weitgehend unpolitisch war. Er war bis 1911 Lehrer, dann von November 1911 bis Dezember 1916 Redakteur an der sozialdemokratischen „Bremer Bürgerzeitung“ und einer der führenden Köpfe der Bremer Linken. Seit Anfang August 1914 Soldat, kam K. nach den Kämpfen an der Westfront im Oktober mit schwerem Nervenleiden nach Bremen zurück. Er wurde nach seiner Gesundung 1915 zum Führer der „Bremer Linksradikalen“, der neben dem Spartakusbund wichtigsten Gruppe der äußersten Linken in Deutschland. Von Juni 1916 bis März 1919 gab er zusammen mit Paul Frölich in Bremen die „Arbeiterpolitik“ heraus, das einzige legale Blatt der Linksradikalen im Krieg. K. hatte enge Verbindung zu Lenin und den Bolschewiki, er begrüßte deren Oktoberrevolution, unterschied sich aber in seiner Parteikonzeption völlig von Lenin und gehörte zu den Anhängern eines radikal-revolutionären Kommunismus. Im Januar 1918 wegen illegaler Arbeit festgenommen, blieb er bis zur Novemberrevolution in „Schutzhaft“. – K. trat für die Schaffung einer eigenen linksradikalen Partei ein und stand deswegen während des Krieges im Gegensatz zu Rosa Luxemburg, die die Spartakusgruppe zum Eintritt in die USPD veranlaßt hatte. Als Wortführer der Bremer Linksradikalen, die sich im November 1918 in „Internationale Kommunisten Deutschlands“ (IKD) umbenannt hatten, wandte sich K. zunächst gegen die Verschmelzung der IKD mit dem Spartakusbund, stimmte aber unter dem Druck Karl Radeks dann doch zu, so daß Ende 1918 die KPD gegründet werden konnte. Danach nahm der schwerkranke K. kaum noch Anteil an den politischen Ereignissen, wurde aber in Abwesenheit im Januar 1919 zum Volksbeauftragten der Bremer Räterepublik gewählt; er starb nach einer Blinddarmoperation.

  • Werke

    Vom Zusammenbruch d. dt. Imperialismus b. z. Beginn d. proletar. Rev., 1918 (unter Ps. Peter Unruh);
    Briefe a. d. Gefängnis, 1920 (an Lotte Kornfeld, P); Aus d. Nachlaß:
    Lassalle, in: Archiv f. d. Gesch. d. Sozialismus u. d. Arbeiterbewegung 10, 2. u. 3. H., S. 1-21;
    Artikel in Tagesztgg. u. Zss. unter Ps. Peter Unruh u. Alfred Nußbaum.

  • Literatur

    G. Engel, J. K. u. d. Bremer Linken in d. Vorgesch. d. KPD, in: Das Ringen um eine Wende, hrsg. v. d. Humboldt-Univ., 1968;
    H. M. Bock, Syndikalismus u. Linkskommunismus v. 1918–20, 1969, S. 432;
    Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung, Biogr. Lex., 1970, S. 242-44.

  • Autor/in

    Hermann Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Hermann, "Knief, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 180 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119076527.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA