• Leben

    Bertholet: Johann B., luxemburgischer Historiker, geb. zu Vieil-Salm 30. Dec. 1688, zu Lüttich 25. Febr. 1755; studirte am Jesuitencolleg zu Luxemburg, trat 1708 selbst in den Orden, ward 1723 Priester und wirkte 13 Jahre mit großem Erfolg als Missionär in Belgien. Darnach widmete er sich ganz den historischen Arbeiten. Sein Hauptwerk ist die „Histoire ecclésiastique et civile du duché de Luxembourg et du comté de Chiny“, 8 Bände in 4, Luxemb. 1741. Dieses weitschweifige und ungeordnete Werk ist aber in seinen luxemburgischen Hauptbestandtheilen nur eine nicht gerade verbessernde Verarbeitung eines von der Luxemburger Regierung angekauften und ihm übergebenen handschriftlichen „Essai de l'histoire de Luxemb.“ des luxemburgischen Notars Joh. Franz Pierret, der 1737 starb, nachdem er seinen Essai und seine|werthvollen Sammlungen von Documenten bis zum J. 1736 fortgeführt hatte (vgl. Neyen, Biogr. Luxemb. II. 57). Die Ansicht, die B. über das Alter der trier'schen Kirche vortrug und das er gleich Brower in das erste Jahrhundert n. Chr. versetzte, rief eine anonyme Kritik in der Correspondance des Savants ou nouvelles littéraires (Köln 1742) hervor, welche, wie J. Marx erkannt hat, von Hontheim ausging. Die in derselben Zeitschrift erschienene Antikritik zur Vertheidigung Bertholet's hatte diesen selbst zum Verfasser. Ein längerer Brief Bertholet's an Hontheim in der nämlichen Angelegenheit hat sich handschriftlich erhalten.

    • Literatur

      J. Marx, Geschichte des Erzstiftes Trier. 1826. II. 2. S. 537. — Ein vollständiges Verzeichniß der Schriften Bertholet's bei Neumann, Les auteurs Luxemb.

  • Autor/in

    Kraus — Schötter.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kraus, "Bertholet, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 513-514 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123449332.html#adbcontent

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