Lebensdaten
1875 bis 1954
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 129204544 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klang, Heinrich

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Zitierweise

Klang, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129204544.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V James (1847–1914), Dr., Versicherungsbankfachmann, Gen.dir. d. Versicherungsges.Österr. Phönix“, Mitbegr. d. Versicherungsges. „Providentia“ (s. ÖBL), S e. jüd. Kaufm. in Lemberg;
    M Caroline Rooz; ledig.

  • Leben

    K. studierte 1892-97 Rechtswissenschaft (Promotion 1897). Nach dem Militärdienst 1897/98 wandte er sich dem Richterberuf zu. 1923 habilitierte er sich für österreichisches Privatrecht und war bis 1938 Herausgeber der „Juristischen Blätter“, der damals führenden juristischen Zeitschrift in Österreich. 1926 begann K. mit der Herausgabe des großen|Kommentars zum Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (vollendet 1935), der heute noch seinen Namen trägt. In diesem Kommentar hat er selbst wichtige Partien wie etwa das Sachenrecht bearbeitet. In seinen letzten Lebensjahren nahm er noch die Herausgabe der 2. Auflage des Kommentars in Angriff. – Nach dem 1. Weltkrieg, an dem er als Reserveoffizier teils an der Front, später in richterlichen Funktionen teilnahm, fühlte er sich auch zu politischer Tätigkeit verpflichtet und gründete zusammen mit anderen führenden Intellektuellen die „bürgerlich-demokratische Partei“, der kein politischer Erfolg beschieden war. 1938 und die folgenden Jahre brachten K. das Ende seiner beruflichen Tätigkeit und schwerste persönliche Verfolgungen. Versuche der Emigration nach den USA, China und Kuba scheiterten ebenso wie ein Fluchtversuch nach Ungarn. Vom 22.9.1942 bis 7.7.1945 war er im Konzentrationslager Theresienstadt in Böhmen. Leidensgefährten aus dieser Zeit berichteten von der menschlichen Größe und Haltung, durch die K. den anderen Vorbild und Trost war, aber auch echte Hilfe brachte, wozu ihm seine Funktion als sogenannter „Ghettorichter“ beschränkte Möglichkeiten bot. – Schon am 23.7.1945 meldete er sich wieder zur Dienstleistung in der Justiz und wurde dem Obersten Gerichtshof zugeteilt, am 25.11.1945 wurde er zum Senatspräsidenten ernannt. In dieser Funktion war er auch Vorsitzender der mit Wiedergutmachungsfragen befaßten „Obersten Rückstellungskommission“, ein Amt, das er mit unbeirrbarer Objektivität verwaltete, wie bei ihm überhaupt nie das leiseste Ressentiment zu Tage trat. Am 6.8.1945 wurde er Honorarprofessor an der juristischen Fakultät in Wien, 1946 setzte er die Herausgabe der 1938 eingestellten „Juristischen Blätter“ wieder fort, die bis heute erscheinen, und belebte auch wieder die „Wiener Juristische Gesellschaft“, deren Präsident er bis zu seinem Tode blieb. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten (776 Nummern) sind Aufsätze auf dem Gebiet des Sachenrechtes, der Erneuerung des Mietenrechtes, des Währungsrechtes sowie seine Referate und Korreferate auf mehreren Deutschen Juristentagen und zwei Deutschen Juristentagen in der Tschechoslowakei hervorzuheben.

  • Werke

    W Verz. in: Jur. Bll. 1954, S. 629-41;
    Autobiogr. in: Österr. Rechts- u. Staatswiss. d. Gegenwart in Selbstdarst., hrsg. v. N. Graß, 1952, S. 117-35.

  • Literatur

    W. Herz, in: NÖB 14, 1960, S. 178-85 (L, P).

  • Autor/in

    Fritz Schwind
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwind, Fritz, "Klang, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 705 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129204544.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA