Lebensdaten
1798 – 1848
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Bohrtechniker ; Techniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137739273 | OGND | VIAF: 81884473
Namensvarianten
  • Kindermann, Josef
  • Kindermann, Joseph

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Zitierweise

Kindermann, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137739273.html [30.01.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (* 1752), Branntweinbrenner (?), S d. Branntweinbrenners Franz Josef u. d. Marie Margarethe Schrey;
    M Agathe Gruthoff aus R.; Schwager Franz Fleckes, Brunnenmeister in Düsseldorf;
    - 1) 1821 Elisabeth Irrlinghaus (Erlinghaus) aus Elberfeld, 2) 1831 Christina (* 1805), T d. Joh. Heinr. Hagenberg in Bochum u. d. Anna Gertrud Vieting;
    3 S, 1 T aus 1), 2 S, 4 T aus 2).

  • Biographie

    Der Grubenschmied K. der ehemaligen Zeche Schölerpad bei Essen zählt zu den Bohrpraktikern, von denen beachtliche Impulse für die Entwicklung der Tiefbohr- und Bergtechnik ausgegangen sind. Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Ruhrgebiet eingeleitete Industrialisierung drängte auf eine intensivere Nutzung der Steinkohlevorkommen. Neugewonnene geologische Erkenntnisse ließen ergiebige Kohlenfelder nördlich der Ruhr erwarten. Bergrechtliche Mutungsvorschriften machten das Abteufen kostspieliger und zeitraubender Schürfschächte notwendig. K. entwickelte das vor ihm sporadisch praktizierte Prinzip des Niederbringens von weiten Bohrlöchern als Ersatz für die in hergebrachter Weise abgeteuften Wetterschächte. Im Zusammenhang mit der Abbohrung eines Wetterschachts auf Schölerpad (1841) übertrug ihm sein Schwager, Brunnenmeister Franz Fleckes aus Düsseldorf, sein Patent auf die dabei benutzte Bohrmaschine für Brunnen bis 105 cm Durchmesser. Die Verbesserung der Apparatur und der Methode durch K. führte 1843 zur Patentierung auf „eine Vorrichtung zur Wasserverdichtung weiter Bohrlöcher, um diese dadurch in den fahrbaren Zustand zu bringen“; das Patent ging später an einen von K.s Söhnen über, der kurze Zeit eine Bohrtätigkeit ausübte. Nach der Methode Kindermann wurden im Essen-Werdenschen und im Märkischen Bergamtsbezirk insgesamt 18 befahrbare Bohrungen niedergebracht, deren Abdichtung zwar vielfach zu wünschen ließ, die aber zur Freilegung des Steinkohlenfundes genügten und auch zu Verleihungen führten. K.s Verfahren zum Sichern des Bohrlochs gegen Nachfall und zum Abdichten gegen Wasser wurde zum Ausgangspunkt für die Verbesserung in dem System Honigmann-Rossenbeck, das die Herstellung dauerhafter Bohrlöcher anbahnte und zum eigentlichen Schachtbohren (Kind-Chaudron) überleitete. Die von K. erarbeiteten Bohrtechniken waren ein entscheidender Schritt in der Umstellung des Ruhrbergbaus vom Stollenbau auf den Tiefbau.

  • Literatur

    A. Huyssen, Beschreibung d. in Westphalen angew. Methoden, Bohrschächte niederzubringen u. wasserdicht herzustellen, in: Archiv f. Mineral., Geognosie, Bergbau u. Hüttenkde. 26/1, 1854, S. 65-115;
    Th. Tecklenburg, Übersicht üb. d. versch. älteren u. neueren Schachtbohrsysteme, in: Berg- u. Hüttenmänn. Ztg. 41/10, 1882;
    ders., Hdb. d. Tiefbohrkde. VI, 1896, III Aa, IV A 1, Tafel I;
    D. Hoffmann, Zur Gesch. d. Abbohrens v. Schächten in Dtld., in: Bergbauwiss. 14/5, 1967, S. 165 f.

  • Autor/in

    Hans Günter Conrad
  • Zitierweise

    Conrad, Hans Günter, "Kindermann, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 618 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137739273.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA