Lebensdaten
1868 – 1949
Geburtsort
Windhagen (Oberbergischer Kreis)
Sterbeort
Kotthausen bei Gummersbach
Beruf/Funktion
Fabrikant ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 126476020 | OGND | VIAF: 37912000
Namensvarianten
  • Kind, Otto
  • Cind, Otto

Orte

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Zitierweise

Kind, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126476020.html [30.01.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, Landwirt, Handelsmann;
    M Karoline Schmidt;
    1911 Margarethe, T d. Kaufm. Borge in Duisburg-Meiderich;
    2 S, 5 T.

  • Biographie

    Als jüngstes von 9 Kindern erhielt K. nur eine bescheidene Schulbildung und war dann zunächst in der väterlichen Landwirtschaft und Schäferei tätig. 1885 begann er die kaufmännische Lehre in einer Blechwarenfabrik in Weidenau/Sieg. Hier kam er mit der Siegerländer Erweckungsbewegung in Berührung und wurde insbesondere durch „Ohm Michel“ beeindruckt. Zeit seines Lebens hat K. sich als Christ bekannt und für die Kirche gewirkt. Bereits als 19jähriger begann er für seine Firma als Reisender zu arbeiten und erwies sich bald als „Verkaufskanone“. 1890-92 erfüllte er seine Militärdienstpflicht beim Garde-Grenadier-Regiment 4 in Koblenz und erhielt hier seine nationale Prägung – die Kameradschaft der Garde pflegte er sein Leben lang und ebenso treu blieb er seinem Kaiser, dem er alljährlich ins Doorner Exil den Weihnachtsbaum brachte. 1892 trat er bei einer Dessauer Bürstengroßhandlung als Reisender ein, verließ aber nach 2 Jahren diese Stelle, um mit seinem Bruder auf eigene Rechnung den Vertrieb neuer Artikel für Lebensmittelläden zu beginnen. 7 Jahre lang war er im ganzen Reichsgebiet und dem angrenzenden Ausland unterwegs und baute das Handelsgeschäft mit großem Erfolg aus. Im Herbst 1901 entschloß er sich dann, in der oberbergischen Heimat, in Kotthausen, einen Fabrikationsbetrieb aufzubauen, und begann das eigene Unternehmen mit 6 Mitarbeitern. Im Laufe der Jahre schuf er ein fast komplettes Angebot für die Einrichtung von Lebensmittelgeschäften und ging schließlich zur Fertigung ganzer Ladeneinrichtungen über. Vor Ausbruch des 2. Weltkrieges beschäftigte er 400 Mann. Für seine Mitarbeiter, zu denen er ein patriarchalisches Verhältnis unterhielt, baute er Werkswohnungen, richtete eine Werksküche ein und versorgte diese aus der Produktion des von ihm übernommenen landwirtschaftlichen Betriebes seines Vaters, den er zu einem Mustergut ausbaute.

    Lange Jahre hat K. in der Kommunalpolitik mitgearbeitet. 1919 trat er der Deutschnationalen Volkspartei bei und war seitdem unermüdlich für sie tätig. 1930-32 war er als Vertreter des Wahlkreises Köln-Aachen Mitglied des Reichstages, in dem er jedoch nicht hervorgetreten ist. Sein Hauptverdienst lag in seinem Einsatz als Werberedner, der ihn wieder durch das ganze Reich führte. Nach 1933 zog sich K. von der politischen Arbeit zurück. Das von ihm in fast 5 Jahrzehnten aufgebaute Unternehmen erwies sich auch beim Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach 1945 als lebensfähig und hat seitdem in der Fertigung neue Wege eingeschlagen. K.s unternehmerischer Aufstieg im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts ist bemerkenswert als die Leistung eines Selfmademan, der alles, was er erreichte, persönlicher Arbeit und Tüchtigkeit verdankte.

  • Literatur

    H. Schiefer, Ohm Michel, 1000;
    F. Lerner, Ordnung, eine Voraussetzung d. Erfolgs (Festschr.), 1951;
    W. Neuser, Die Erweckungsbewegung im Siegerlande, 1953.

  • Autor/in

    Franz Lerner
  • Zitierweise

    Lerner, Franz, "Kind, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 614-615 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126476020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA