Lebensdaten
1875 bis 1958
Geburtsort
Rotthausen bei Gelsenkirchen
Sterbeort
Gelsenkirchen
Beruf/Funktion
Bergwerksdirektor
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 133725154 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kesten, Wilhelm

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Zitierweise

Kesten, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133725154.html [22.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Dietrich, Grubenverwalter d. Zeche Dahlbusch in R. 1875-1906, aus alter Bergmannsfam. (Ur-Gvv kam um 1790 als Obersteiger aus Hessen in d. Gegend v. Herbede/Ruhr);
    M Karoline Meininghaus;
    1913 Thea (1890–1975), T d. Friedrich Fey (1854–1933), Provinzialdir. d. Prov. Starkenburg in Darmstadt.

  • Leben

    K. begann seine berufliche Ausbildung 1896 als Bergbaubeflissener auf der Zeche Dahlbusch. Nach dem Studium an den Bergakademien Clausthal und Berlin wurde er 1900 Bergreferendar und 1905 Bergassessor. Im selben Jahr trat er in die Dienste der Bergwerksgesellschaft Dahlbusch ein, wurde schon 1906 Vorsitzender des Grubenvorstandes und war 1912-35 als Generaldirektor und alleiniger Vorstand verantwortlich für eine der traditionsreichsten Zechen des Ruhrbergbaus. K. konzentrierte sich während der 30jährigen Leitung von Dahlbusch vor allem auf die Mechanisierung und Rationalisierung des Bergbaubetriebes. Es gelang ihm, auch unter den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Zwischenkriegszeit - unter anderem durch die Zusammenfassung von 3 selbständigen Gruben zu einer zentralen Schachtanlage –, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Dahlbusch zu erhalten. In dieses Konzept gehörte der Ausbau der Kokereibetriebe. An der Gründung der Deutschen Libbey-Owens-Gesellschaft für maschinelle Glasherstellung AG (Delog) in Gelsenkirchen 1925 war Dahlbusch finanziell beteiligt, und K. übernahm den Vorstandsvorsitz. Er förderte eine für|beide Unternehmen fruchtbare Kooperation, wobei Dahlbusch als zentraler Gas- und Stromlieferant für die Delog fungierte.

    Während K. von 1935 bis zu seinem Tode im Aufsichtsrat von Dahlbusch wirkte, war er noch bis 1946 Vorstandsvorsitzender der Delog. Sein 53jähriges Wirken bei Dahlbusch war mit einer Reihe von exponierten Positionen in Verbänden und Gemeinschaftsorganisationen verbunden, so als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Feuerschadenverbandes Rheinisch-Westfälischer Zechen, den er 1920 mitgründete und dem er nach 1945 als Ehrenvorsitzender angehörte. Er war unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Westfälischen Berggewerkschaftskasse, Vorstandsmitglied des Bergbau-Vereins, Mitglied zahlreicher Ausschüsse des Rheinisch-Wsetfälischen Kohlensyndikats und aktiv tätig in Verbänden der Glasindustrie. Er gilt als einer der Promotoren von Werkstätten für Berglehrlinge. – Nach seinem Rückzug aus dem unternehmerischen Tagesgeschehen widmete sich K. der publizistischen Darstellung seiner Wirkungsbereiche. An der Bearbeitung eines zentralen Handbuches für den rheinisch-westfälischen Steinkohlenbergbau war er bis kurz vor seinem Tode beteiligt.

  • Werke

    Erhebung d. Gemeindesteuer im Oberbergamtsbez. Dortmund beim Erwerb od. Umsatz v. Bergwerkseigentum, in: Glückauf 43,1907, S. 533-37, 571-75, 603-07, 629-35;
    Nachruf f. Erich Fickler, ebd. 71, 1935. S. 600;
    Nachruf f. Otto Krawehl, ebd. 72.1936, S. 1079;
    Sorgen d. Ruhrbergbaues, in: Ruhr u. Rhein 11, 1930, S. 1444-47;
    Feuerschadenverband rhein.-westfäl. Zechen, 1948;
    Gesch. d. Bergwerksges. Dahlbusch, 1952;
    100 J. techn. Entwicklung d. Steinkohlenbergbaus im Gelsenkirchener Revier, in: Bergfreiheit 18, 1953, S. 206-17.

  • Literatur

    W. Bacmeister, Die Bergmannsfam. d. Kestens, in: Rhein.-Westfäl. Archiv 1, Nr. 99 v. 27.12.1935;
    Bergbau 49, 1936, S. 14;
    W. Serlo. Die Preuß. Bergassessoren, 51938, S. 238 f.;
    Ruhr u. Rhein 22, 1941, S. 11;
    Bergfreiheit 16, 1951, Nr. 1, S. 25;
    G. Gebhardt, Ruhrbergbau, Gesch., Aufbau u. Verflechtung seiner Gesellschaften u. Organisationen, 1957;
    F. Schunder, Tradition u. Fortschritt, 100 J. Gemeinschaftsarb. im Ruhrbergbau, 1959, S. 74 f.;
    Glückauf 95, 1959, S. 263 f.;
    Lb. aus d. Rhein.-Westfäl. Industriegebiet Jg. 1958/59, 1962, S. 46-48.

  • Autor/in

    Evelyn Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Evelyn, "Kesten, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 551 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133725154.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA