Lebensdaten
um 1390 bis 1465
Geburtsort
Koblenz
Sterbeort
Koblenz
Beruf/Funktion
Dominikaner ; Theologe ; Inquisitor ; Erzbischof von Drontheim
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119242737 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kalteisen, Heinrich
  • Heinrich, Kalteisen
  • Heinrich, Kalteysen
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Zitierweise

Kalteisen, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119242737.html [20.10.2018].

CC0

  • Leben

    K. ist einer der deutschen Dominikaner des 15. Jahrhunderts, die auch außerhalb der Reichsgrenzen bekannt waren und einen Ruf hatten. Der aus dem Koblenzer Kloster stammende Predigerbruder, der seine wissenschaftliche Laufbahn in Köln begann, war vor allem in Mainz als Professor tätig, wo er das besondere Wohlwollen des Erzbischofs und des Domkapitels genoß. Schon in jungen Jahren wurde er zum Inquisitor für Mainz, Cambrai und Löwen bestimmt. Als Abgesandter des Mainzer Erzbischofs ging er 1433 zum Basler Konzil und hielt hier seine berühmte Rede über den 3. Prager Artikel „De libera verbi praedicatione“, in der er energisch forderte, daß als Prediger nur taugliche und von den Bischöfen approbierte Priester zugelassen werden dürften; andere seien mit Strafen zu belangen, im Falle der Hartnäckigkeit sogar von der Inquisition zu verfolgen. 1437 trat er zu Eugen IV. über. Als Vertrauter der römischen Kurie und des Ordens (seit 1440 Magister S. Palatii) wurde er vom Papst zu|wichtigen Missionen verwandt, so als persönlicher Vertreter auf den Mainzer Kongressen (1439 und 1441) und auf dem beabsichtigten Nürnberger Reichstag (1440 beziehungsweise 1441) sowie als päpstlicher Legat in Frankreich (1442/43) und in den Rheinlanden (1448). 1447 forderte er in einem Brief die Kölner Universität zur Obödienz gegen den neugewählten Papst Nikolaus V. auf, kam im folgenden Jahre persönlich dorthin, stieß aber bei den Theologiestudenten auf heftigen Widerstand. Zum Erzbischof von Nidaros (Drontheim) ernannt (1454), konnte er sich auf die Dauer gegen einen Intrusus nicht durchsetzen und wurde Titular-Erzbischof von Caesarea (1455). In den nächsten Jahren predigte er mit großem Erfolg gegen die Türken. Die letzten Lebensjahre verbrachte er in seinem Heimatkloster zu Koblenz.

  • Werke

    u. a. De libera verbi praedicatione, 1433, in: J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova et amplissima collectio 29, 1788, Sp. 971-1104;
    Consilium de potestate papae et concilii generalis, 1440/41, gedr. in: Recherches de Théol. ancienne et médiévale XV/1, 1943, S. 437-50, 462-67;
    Predigten vor versch. Auditorien in Wien, Köln u. Mainz.

  • Literatur

    ADB 15;
    J. Quétif u. J. Échard, Scriptores Ordinis Praedicatorum I, 1719, Sp. 828-30 (W-Verz.);
    A. Bugge, Erkebiskop H. K.s Kopibog, 1899;
    H. De Jongh, L'ancienne Faculté de Théol. de Louvain, 1911, S. 89 f.;
    H. Paulus, Gesch. d. Ablasses im MA III, 1923, S. 40-44;
    G. Löhr, Die Kölner Dominikanerschule vom 14. b. z. 16. Jh., 1946, S. 76 f.;
    L. Schöller, H. K., Diss. Bonn 1960 (ungedr.).

  • Autor/in

    Paul-Gundolf Gieraths OP
  • Empfohlene Zitierweise

    Gieraths OP, Paul-Gundolf, "Kalteisen, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 71 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119242737.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kalteisen: Heinrich R., geb. gegen Ende des 14. Jahrhunderts zu Ehrenbreitstein im Trier'schen, legte als Mitglied des Dominicanerordens seine Studien in Wien und Köln zurück, lehrte sodann an der Kölner Universität die heilige Schrift und bekleidete hierauf (bis a. 1424) das Amt eines Inquisitor generalis für Deutschland. Im J. 1431 wurde er zur Theilnahme an den Verhandlungen des Basler Concils berufen und hatte auf demselben a. 1433 eine dreitägige Disputation mit dem Hussitenpriester Ulrich von der Partei der Orphani de libera verbi Dei praedicatione zu führen, welche sich in Canisii Lectt. antiqq. und in den Concilienausgaden abgedruckt findet (ein Auszug derselben bei Werner, Gesch. d. apolog. u. polem. Lit. III, S. 654 ff.). Im J. 1437 scheint er dem Concil zu Ferrara-Florenz beigewohnt zu haben; wenigstens stand er bei Papst Eugen IV. in Gunst, der ihn zum Magister S. Palatii ernannte, welche Würde er 10 Jahre inne hatte. Papst Nikolaus V. erhob ihn zum Erzbischof von Drontheim und Cäsaria i. p. (1452). Gegen Ende seines Lebens zog er sich in ein Kloster seines Ordens zu Coblenz zurück, woselbst er am 2. Octbr. 1465 verstarb. Aus seinen Schriften (Verzeichniß derselben bei Echard et Quetif, Script. O. P. I., p. 829 ff.) heben wir außer der oben erwähnten Disputatio noch hervor: „Comm. in Sentt. Petr. rhythmicum cum aurea, Fabrica“ (abgedruckt in des Dominicaners Fr. Steill Ephemerides dominicano-sacrae, Dillingen 1692).

  • Autor/in

    Werner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, "Kalteisen, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 41 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119242737.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA