Lebensdaten
1803 bis 1865
Geburtsort
Rain/Lech
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Landschaftsmaler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117565121 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kaiser, Ernst
  • Kaiser, Ernst (Künstler)
  • Caiser, Ernst
  • mehr

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Zitierweise

Kaiser, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117565121.html [22.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1767- um 1835), aus Feldheim, Historien-, Landschafts- u. Stillebenmaler, später in Neuburg/Donau (s. ThB);
    M Therese Angerbauer; ledig (?).

  • Leben

    Nach Lehrjahren bei seinem Vater ging K. 1822 an die Münchner Akademie. Dort studierte er zwei Jahre lang alle Fächer, die zur Ausbildung eines Historienmalers erforderlich waren. Eine Reise ins Hochgebirge 1824 hinterließ solch nachhaltigen Eindruck, daß er beschloß, ins Landschaftsfach überzuwechseln. K. richtete sich gemeinsam mit Heinrich Bürkel ein Atelier ein und wanderte 1825 mit ihm durch Oberbayern. Durch Stipendien König Ludwigs I. gefördert, unternahm er 1828 eine Italienreise. In Mailand traf er mit Friedrich Preller zusammen und zog mit ihm nach Rom. 1829 kehrte er nach München zurück. K. knüpfte an die Generation der großen Münchner Landschaftsmaler Kobell, Lorenz Quaglio, Michael Neher und Max Haushofer an. Neben der Künstlergemeinschaft, die er mit Bürkel einging, wirkte sich auch die Freundschaft mit Karl Rottmann befruchtend auf seine Malerei aus. Die Besonderheit seines Stiles liegt in der Darstellung des Atmosphärischen, der eine subtile, leichte Malweise entspricht. Damit bewirkt K. eine poetische, nur selten an das Pathetische streifende Stimmung. Die Entwicklung des landschaftlichen Stimmungsbildes erhielt durch ihn einen starken Impuls. Seine im Vergleich zu Vorbildern und Zeitgenossen freiere Darstellung weist auf die Landschaftsmalerei der 2. Jahrhunderthälfte, vor allem auf die Münchner Schule um Adolf Lier voraus. Allerdings sind K.s ungezwungene Aspekte von der Bildkomposition her bestimmt abgegrenzt, die Ausschnitte weniger gewagt und nicht so originell wie bei Rottmann. – Große Wirkung erzielte K. zu Lebzeiten auch aufgrund seines zurückhaltenden Wesens nicht. Seine Aktivitäten erstreckten sich auf Kunstvereine und allgemeine Kunstausstellungen, und aus diesen Publikumsschichten rekrutierten sich auch seine Käufer. So befinden sich auch heute die meisten Werke in Privatbesitz. Erst in jüngerer Zeit scheint sich eine höhere Bewertung und Einordnung seiner poetischen Landschaften anzubahnen.

  • Werke

    u. a. Hintersee b. Berchtesgaden, 1835 (Königsberg, Mus.);
    Dorfkirche, 1838 (Privatbes.);
    Partie aus d. Bayer. Gebirge, 1842 (München, Bayer. Staatsgem.slg.);
    Gossausee, 1850 (Hannover, Landesmus.);
    Alm am Untersberg mit ruhenden Kühen (München, Schack-Gal.);
    Am Kochelsee (Darmstadt, Mus.);
    Motiv b. Possenhofen (Nürnberg, Städt. Gal.).

  • Literatur

    ADB 15;
    F. Pecht, Gesch. d. Münchner Kunst im 19. Jh., 1888;
    H. Uhde-Bernays, Münchner Landschafter, 1921;
    R. Oldenbourg, Gesch. d. Münchner Malerei, 1921;
    ders., Die Münchner Malerei im 19. Jh., 1922;
    H. Karlinger, München u. d. dt. Kunst d. 19. Jh., 1933;
    Paul Ferd. Schmidt, Biedermeier-Malerei, 1939;
    H. W. Singer, Allg. Künstler-Lex. II, 1896;
    Neues Allg. Künstlerlex, VII, 21906;
    ThB (W, L);
    R. Marggraf, in: Morgenbl. z. Bayer. Ztg., 1866, S. 13 f., 17.

  • Autor/in

    Brigitte Lohkamp
  • Empfohlene Zitierweise

    Lohkamp, Brigitte, "Kaiser, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 36 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117565121.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kaiser: Ernst K., Landschaftsmaler, geb. am 20. Juli 1803 zu Rain, erwarb die ersten Kenntnisse mit Stift und Palette umzugehen unter der Leitung seines Vaters, eines zu Neuburg an der Donau vielfach beschäftigten Stilllebenmalers. Wohl vorbereitet kam K. 1822 auf die Münchener Akademie, studirte die Antike, um sich zum Historienmaler auszubilden, ging aber, veranlaßt durch einen ins baierische Hochland unternommenen Ausflug, begeistert von der erhabenen Grüße der Gebirgsnatur, ganz zur Landschaft über. Von nun an streifte K., einmal auch im Auftrag und mit besonderer Unterstützung König Ludwig I., alljährlich in den liebgewonnenen Bergen des Vaterlandes und Tirols. Insbesondere zogen ihn ernstere Partien an, stille, von Bergwald eingeschlossene Seen, in welchen die riesigen Alpen ihre sonnebeschienenen Wände und beschneiten Gipfel spiegelten; er gab seine Eindrücke mit gleich großer Wahrheit und Tiefe der Empfindung. Zu seinen besten Bildern gehören jene, welche die feierliche Stille des Königsees, oder die Fischerhütten am Kochelsee in idyllischer Schönheit schildern. Die einfachsten Gegenstände gewannen unter seinen Händen Form und Bedeutung und mit ihr eine poetische Anziehungskraft. Leider besitzt die Neue Pinakothek kein Bild von diesem in seinem ganzen Wesen so anspruchslosen Künstler, der indessen nur zu schnell sich selbst überlebte. Die eigenthümliche, an die Musivmalerei streifende Technik, welche K. als Autodidakt sich zu eigen gemacht hatte, konnte den später gesteigerten Ansprüchen nicht mehr genügen; der sonst so fröhliche Künstler zog sich verletzt und erbittert zurück und starb beinahe vergessen am 23. December 1865.

    • Literatur

      Vgl. A. v. Schaden. Artistisches München, 1836 S. 47. Raczynski, Geschichte der neueren Kunst. I. 266; II. 369. Vincenz Müller, Handbuch f. München. 1845 S. 144. Lützow. Kunstchronik, I. 3. Kunstvereinsbericht f. 1865, S. 57. H. Marggraff im Morgenblatt der Baier. Ztg. 1866 Nr. 4 u. 5. Nagler 1838, VI. 521. Seubert 1878. II. 316. Reber 1876 S. 507.

  • Autor/in

    Hyac. Holland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holland, Hyacinth, "Kaiser, Ernst" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 6 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117565121.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA