Lebensdaten
1886 bis 1959
Geburtsort
Milkendorf Bezirk Freudenthal (Österreichisch-Schlesien)
Beruf/Funktion
Elektrotechniker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 139968687 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kafka, Heinrich

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Zitierweise

Kafka, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139968687.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Edith Schmidt.

  • Leben

    K. studierte 1903-07 an der deutschen TH Brünn Maschinenbau und Elektrotechnik und war nach dem Examen (1907/08) als Assistent bei F. G. Niethammer tätig, bis er 1908 in der österreichischen Marine eine Tätigkeit als Elektroingenieur übernahm. Er wurde in Brünn mit Arbeiten über Kaskadenschaltung zweier mehrphasiger Asynchronmaschinen 1918 zum Dr.-Ingenieur promoviert, 1920 für Elektrotechnik habilitiert und war 1919-20 als Konstrukteur beim Lehrstuhl für Elektrotechnik und Maschinenbau der TH Brünn angestellt. K. arbeitete danach für kurze Zeit in den Ingenieurbüros Graz und Mährisch-Ostrau der österreichischen Brown-Boveri-Werke. Seine ersten Arbeiten befaßten sich vornehmlich mit Wechselstrommaschinen. 1921 trat K. bei Siemens & Halske in Berlin als Laborvorsteher in das Versuchslaboratorium für Meßinstrumente ein und widmete sich besonders Untersuchungen über elektrische Wechselstrominstrumente. 1922 ernannte ihn die TH Berlin zum Privatdozenten. Danach war K. fast 2 Jahrzehnte lang (1924-41) in der Porzellanfabrik G. Bihl & Co. in Ladowitz bei Dux als Leiter des Prüf- und Versuchsfeldes, seit 1925 auch als Direktor, vor allem mit der Entwicklung von Hochspannungsisolatoren befaßt, zugleich wirkte er 1925-1945 an der TH Prag. Dort zunächst Privatdozent, wurde er 1940 zum außerordentlichen Professor, 1942 zum Direktor des Instituts für Hochfrequenztechnik und 1943 zum ordentlichen Professor für das gleiche Fach ernannt. In diesem bis in die ersten Nachkriegsjahre hineinreichenden Abschnitt arbeitete K. über Leitwertdiagramme zur Darstellung der Zusammenhänge bei Kupplungsleitungen, beim Problem der Energieübertragung und bei passiven linearen Vierpolen sowie über Fragen der Verstärkertechnik. Nachdem K. 1946 -51 im Institut für industrielle Forschungen in Zagreb gearbeitet hatte, erhielt er 1952 eine Gastdozentur für das Fach Hochfrequenztechnik an der TH Karlsruhe und wirkte dort bis 1957. K. hat sich besondere Verdienste um die Entwicklung und technologische Einführung von Meß- und Regelkriterien für elektrische Maschinen sowie um die Modernisierung der Meß- und Verstärkertechnik erworben. Er beschrieb seine Arbeiten in rund 50 Beiträgen und verfaßte mehrere grundlegende Bücher.

  • Werke

    Die ebene Vektorrechnung u. ihre Anwendung in d. Wechselstromtechnik I, 1926;
    Einführung in d. Verstärkertechnik, 1951;
    Geometr. Behandlung v. Aufgaben aus d. Wechselstromtechnik, 1952 (kroat.).

  • Literatur

    G. Keinath, Die Technik elektr. Meßgeräte, 2 Bde., 31928 (W, L);
    Die dt. TH in Prag (1806–1931), Festschr., hrsg. v. A. Birk, 1931, S. 11, 115;
    H. Bartels, Grundlagen d. Verstärkertechnik, 21944 (W, L);
    Elektrotechn. Zs. (A) 77, 1956, S. 191 f.;
    J. Fischer, ebd. 81, 1960, S. 150;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Herbert Goetzeler
  • Empfohlene Zitierweise

    Goetzeler, Herbert, "Kafka, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 16 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139968687.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA