Lebensdaten
1863 bis 1949
Geburtsort
Seckenheim bei Mannheim
Sterbeort
Seckenheim bei Mannheim
Beruf/Funktion
Gouverneur von Kamerun ; Gouverneur von Deutsch-Südwest-Afrika ; Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117752959 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seitz, Georg Friedrich Theodor
  • Seitz, Theodor
  • Seitz, Georg Friedrich Theodor

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Zitierweise

Seitz, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117752959.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob, Kaufm., Bgm. v. S.;
    M Susanna Maria Mieg;
    Berlin 1907 Hildegard, T d. Maximilian Jähns (1837–1900), Dr. phil., Mil.hist. (s. NDB X), u. d. Marie Tannhäuser (1843–1921).

  • Leben

    Nach dem Abitur studierte S. Rechtswissenschaften in Straßburg, Heidelberg und Leipzig (Dr. iur.). 1889 wurde er Assessor, 1892|bad. Amtmann in Mannheim. 1894 trat er in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin ein. Seine ersten Auslandserfahrungen sammelte S. 1895–99 als Kanzler und stellv. Gouverneur von Kamerun. 1899–1907 arbeitete er erneut in der Kolonialabteilung, wo er verschiedene Stationen durchlief (1900 Legationsrat, 1902 Wirkl. Legationsrat, 1905 Geh. Legationsrat). 1907–10 beendete S. als Nachfolger des diskreditierten Gouverneurs Jesko v. Puttkamer (1855–1917) die rücksichtslose Ausbeutung der afrikan. Arbeitskräfte, reformierte die Verwaltung, indem er u. a. den Herrschaftsbereich der dt. Offiziere energisch einschränkte, ließ das Kommunikations- und Verkehrsnetz ausbauen und lenkte die Entwicklung Kameruns in ruhigere Bahnen. Sein am Widerstand des Reichskolonialamtes und der weißen Interessenten in der Tropenkolonie gescheiterter Plan, die aktive Beteiligung der schwarzen Bevölkerung in neue Kommunalverbände einzubinden, zeigt S. als Vertreter eines aufgeklärt-rationalen Kolonialismus, der aber weiterhin vom Prinzip der strikten Rassentrennung ausging. Charakteristisch für S. ist seine intensive Reisetätigkeit, durch die er eine gründliche Kenntnis der landestypischen Lebensbedingungen erlangte.

    In Anerkennung seiner Verdienste erhielt S. 1910 als Nachfolger Bruno v. Schuckmanns (1857–1919) die Leitung der Siedlungskolonie Dt.-Südwestafrika. Dort förderte er die Wirtschaft und die Erschließung der seit 1908 entdeckten Diamantenfelder, so daß er den Haushalt der Kolonie konsolidieren konnte. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs mußte S. 1915 vor der Übermacht der südafrikan. Truppen kapitulieren. Formell blieb er Gouverneur bis 1919.

    1920 wurde S., der in der Forschung als einer der fähigsten dt. Kolonialbeamten angesehen wird, pensioniert. Als Präsident (1920–30) und Ehrenpräsident (1930–36) der Dt. Kolonialgesellschaft versuchte er mit revisionistischen Publikationen, v. a. seinen Memoiren, die Erinnerung an die verlorenen Kolonien wachzuhalten.

  • Auszeichnungen

    Roter Adlerorden, II. Kl.; Kronenorden, II. Kl.; GR.

  • Werke

    Grundsätze über Aufstellung u. Bewirtschaftung d. Etats d. dt. Schutzgebiete, 1905;
    Wirtschaftl. u. soz. Verhältnisse d. Eingeborenen Kameruns, in: Koloniale Rdsch., 1909, S. 321–36;
    Zur Eingeborenenpol., ebd. 1927, S. 293–302;
    Südafrika im Weltkriege, 1920;
    Vom Aufstieg u. Niederbruch dt. Kolonialmacht, Erinnerungen, 3 Bde., 1927–29 (P);
    Notwendigkeit dt. Kolonialpol., in: Das Buch d. dt. Kolonien, 1936, S. 11–17 (P).

  • Literatur

    | O. Hintrager, in: Südwestafrika in d. dt. Zeit, 1956, S. 139–57 (P);
    K. Hausen, Dt. Kolonialherrschaft in Afrika, Wirtschaftsinteressen u. Kolonialverw. in Kamerun vor 1914, 1970;
    A. Wirtz, Vom Sklavenhandel z. kolonialen Handel, Wirtsch.räume u. Wirtsch.formen in Kamerun vor 1914, 1972;
    H. Drechsler, Südwestafrika unter dt. Kolonialherrschaft, 1996;
    H. Schnee (Hg.), Dt. Koloniallex. III, 1920, S. 338;
    Rhdb. (P);
    Bad. Biogrr. NF II;
    Teilnachlässe:
    BA Koblenz (Nl 1175);
    StadtA Mannheim.

  • Autor/in

    Ralph Erbar
  • Empfohlene Zitierweise

    Erbar, Ralph, "Seitz, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 207-208 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117752959.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA