Lebensdaten
1831 bis 1918
Geburtsort
Lingen/Ems
Sterbeort
Gleiwitz (Oberschlesien)
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 127804889 | OGND | VIAF: 50261376
Namensvarianten
  • Jüngst, Carl
  • Jüngst, Carl
  • Jüngst, Carl Ludwig
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Zitierweise

Jüngst, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd127804889.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Christian (1795–1869), Sup. d. Gfsch. Tecklenburg, Oberkirchenrat, S d. Pfarrers Georg Phil. Wilhelm (1764–1809), in Niederdresselndorf, und der Elisabeth Burchardi (1767–1843); Mutter Georgine (1803–92), Tochter d. Heinrich Christian Croupp (1766–1859), hannoverischer Oberstleutnant, und der Dorothee Sophie Johanna Wilhelmine Hartmann (1769–1825); Urgroßvater väterlicherseits Wilrad Burchardi (1734–93), Professor(in) der Rechte in Herborn, Oberhofrat (s. ADB III); Onkel väterlicherseits Ludwig (Pseudonym Ludwig Rosen, 1804–80), Gymnasialprofessor in Bielefeld, Schriftsteller (s. Brümmer); Brüder Heinrich (1825–1918), Garnisonbaumeister, Wirklicher Geheimer Rat im preußischen Kriegsministerium, Wilhelm (1827–92), beteiligte sich an Eisenerzgruben und -hütten, ging 1867 in die USA, Schriftleiter d. Zeitung “Cincinnati-Volksfreund“, Theodor (1838–96/97), Kapitän des Norddeutschen Lloyd in Bremen; Verwandte Antonie (1843–1918), Schriftsteller in Münster; - verheiratet 1860 Elwine (1833–65), 2) 1867 Mathilde (1845–1913), beide Tochter des Julius Seidensticker (1805–78), Oberhüttenmeister auf der Silberhütte bei Sankt Andreasberg, und der Betty (1809–85); Gvm d. Ehefrauen Johann Gregor Grotefend (1766–1837), Generalsuperintendent in Grubenhagen (s. NDB VII*); 5 Söhne (1 früh †) Paul (1868–1914), Hauptmann im preußischen Infanterie-Regiment von Grolmann Nummer 18 in Osterode (Ostpreußen), Otto (1870–1932), Direktor der russischen Eisenindustrie in Jekatarinoslaw, vermutlich der russisch Eisenindustrie Aktiengesellschaft, die nach Perlick (1953) ihren Sitz in Gleiwitz und Werke in Warschau, Jekatarinoslaw und Saratow hatte.), Carl (1872–1931), stellvertretender Direktor der Friedrich Krupp Aktiengesellschaft in Essen, Fritz (1877–1936), Bergassessor, Oberbergwerksdirektor der Giesche Spólka Akcyjna in Kattowitz, 2 Töchter (1 früh †) Martha (1865–1919, ⚭ Conrad Schmidt, 1863–1940, Pastor in Gleiwitz (Oberschlesien), Sprachgelehrter, entzifferte pelasgische-etruskische Schriften); Neffe, Nichte Wilhelmine Lohmann (1878–1950?, verheiratet Friedrich Herbst, 1874–1937, Professor an der Technische Hochschule Aachen, Direktor der Bergschule Essen, Dr.-Ingenieur Ehren halber der Technische Hochschule Aachen, s. Rhdb.; Wi. 1935; Nekrolog aus dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet 1937/38, 1940).

  • Leben

    J. trat als Bergwerksbeflissener beim Berg- und Forstamt in Clausthal ein, um sich dem Eisenhüttenwesen zuzuwenden. Mit Abschluß der Clausthaler Bergschule im Frühjahr 1854 wurde er zum Hüttenaspiranten ernannt und der Königshütte im Harz zugewiesen. Im Dienst seiner Behörde führte er von dort aus zahlreiche Reisen durch, die ihn nach Österreich, Sachsen, Westfalen, Nassau, Siegen, Bayern und Ostfrankreich führten. Dabei machte er sich vor allem mit dem Puddelverfahren vertraut, studierte die Möglichkeit, das Roheisen der Harzer Rotehütte nach dem Bessemerverfahren zu verarbeiten, und befaßte sich mit den Besonderheiten der nun auch in Deutschland in zunehmendem Maße aufkommenden Kokshochöfen. 1866 trat er in den preuß. Staatsdienst über. Nach wiederholtem Wechsel des Wirkungskreises wurde er Anfang 1871 als Hütteninspektor an das Kgl. Hüttenwerk in Gleiwitz versetzt, im folgenden Jahr zum Hüttendirektor ernannt und mit der Leitung des Werkes beauftragt, dem er sich 31 Jahre lang widmete. 1873 erfolgte Ernennung zum Bergrat, 1891 die zum Geh. Bergrat. Der Ausbau des Hüttenwerks in Gleiwitz wurde sein Lebenswerk. So gliederte er eine Röhrengießerei („Serlo-Hütte“) an und erweiterte den Betrieb durch eine Stahlgießerei und Kokerei. 1902 trat J. in den Ruhestand. Als Forscher und Fachschriftsteller entwickelte J. eine fruchtbringende Tätigkeit auf dem Gebiete der Eisenhüttenkunde, besonders im Gießereiwesen. Vor allem verdienen seine Arbeiten über die mechanischen Eigenschaften des Gußeisens erwähnt zu werden. In zahlreichen Vorträgen und Abhandlungen nahm er zu wichtigen Fragen seines Fachgebietes Stellung. Höchstes Ansehen wurde|ihm im Kreise der Gießereifachleute zuteil. Er gehörte 1869 zu den Gründern des Vereins Deutscher Eisengießereien und wurde 1902 zum Ehrenmitglied ernannt, ebenso von der „Eisenhütte Oberschlesien“, dem ältesten der früheren Zweigvereine des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute, dessen Arbeiten er viele Jahre als Vorstandsmitglied zu fördern verstand. Auch außerhalb seines Berufes war J. tätig, so jahrelang in der städt. Verwaltung von Gleiwitz als Stadtverordneter und Stadtrat und in kirchlichen Körperschaften der ev. Gemeinde als Synodale.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Breslau 1911).

  • Werke

    Schmelzversuche mit Ferro-Silicium, 1890;
    Btr. z. Unters. d. Gußeisens, 1913;
    Aufsätze in: Verhh. z. Beförderung d. Gewerbefleißes;
    Zs. f. d. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen;
    Stahl u. Eisen.

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 38, 1918, S. 1001-03;
    DBJ II. - Zu N F. K. Herbst:
    F. Pudor, Nekr. a. d. rhein.-westfäl. Industriegebiet, Jg. 1937/38, 1940;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Bildarchiv Stahleisen, Düsseldorf.

  • Autor/in

    Günter Bauhoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauhoff, Günter, "Jüngst, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 646 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd127804889.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA