Lebensdaten
1879 bis 1956
Geburtsort
Landsberg/Warthe
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Parlamentarierin ; Sozialpolitikerin
Konfession
-
Normdaten
GND: 128745452 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gohlke, Maria (geborene)
  • Gohlke, Maria
  • Juchacz, Maria

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Zitierweise

Juchacz, Maria, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd128745452.html [25.07.2016].

CC0

Juchacz, Maria, geborene Gohlke

Parlamentarierin und Sozialpolitikerin, * 15.3.1879 Landsberg/Warthe, 28.1.1956 Düsseldorf.

  • Genealogie

    V Friedrich Theodor Gohlke, Zimmerermeister, aus Bauernfam.; M Henriette Heinrich; ( 1911) Bernhard Juchacz ( 1922), Schneidermeister; 1 S, 1 T.

  • Leben

    J.s Vater geriet während der Gründerjahre in materielle Not. So war J. nach Besuch der Volksschule schon mit 14 Jahren gezwungen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zunächst als Hausangestellte, dann als Fabrikarbeiterin, Krankenwärterin und Näherin. Durch einen älteren Bruder wurde sie frühzeitig mit der Gedankenwelt der Sozialdemokratie bekannt. 1906 zog sie nach Berlin, wo sie zunächst dem „Verein der Frauen und Mädchen der arbeitenden Klasse“ und 1908 der Sozialdemokratischen Partei beitrat, in der sie bald auch als Versammlungsrednerin wirkte. Im Frühjahr 1913 wurde sie in Köln Frauensekretärin für den Parteibezirk Obere Rheinprovinz und bemühte sich insbesondere um die Organisation der Textilarbeiterinnen des Aachener Gebiets. Während des 1. Weltkriegs gewann sie durch ihre Aktivität in der „Nationalen Frauengemeinschaft“ Kenntnisse und Einblicke, die für ihre spätere Arbeit grundlegend wurden. Anfang 1917 übernahm J. als Nachfolgerin von Luise Zietz, die sich der Parteiopposition (der späteren Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei) angeschlossen hatte, den Posten der zentralen Frauensekretärin der SPD in Berlin und wurde im gleichen Jahr in den Parteivorstand gewählt. Als Mitglied der verfassunggebenden Nationalversammlung ergriff sie im Febr. 1919, als erste Frau in einem deutschen Parlament, das Wort zu einer programmatischen Rede. 1920-33 gehörte J. dem Reichstag an und arbeitete an vielen sozialpolitischen Gesetzen mit. Als ihre besondere Leistung ist jedoch – mehr noch als ihre parlamentarische Tätigkeit – die Ende 1919 erfolgte Gründung der „Arbeiterwohlfahrt“ anzusehen, die sich unter ihrer Leitung zu einer bedeutenden fürsorgerischen und sozialpädagogischen Organisation entwickelte. Während der nationalsozialistischen Herrschaft fand J. zunächst im Saargebiet, dann in Frankreich und schließlich in den USA Zuflucht. Von Amerika aus organisierte sie nach Kriegsende Hilfsaktionen für Deutschland. 1949 kehrte sie zurück und wirkte als Beraterin der „Arbeiterwohlfahrt“, deren Ehrenvorsitzende sie wurde.

  • Werke

    Die Arbeiterwohlfahrt, Voraussetzungen u. Entwicklung, 1924 (mit J. Heymann); Sie lebten f. e. bessere Welt, 1956. |

  • Nachlaß

    Nachlaß (1945 ff.): Bonn, Archiv d. soz. Demokratie.

  • Literatur

    F. Röhl, L. Lemke u. H. Wachenheim, M. J. u. d. Arbeiterwohlfahrt, 1961.

  • Portraits

    Phot. in: Hillgers Hdb. d. Nat.vslg., 1919.

  • Autor

    Susanne Miller
  • Empfohlene Zitierweise

    Miller, Susanne, "Juchacz, Maria" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 633 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd128745452.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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