Lebensdaten
1828 – 1885
Beruf/Funktion
österreichischer Feldmarschalleutnant ; General
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 117200557 | OGND | VIAF: 57386122
Namensvarianten
  • Jovanović, Stephan Freiherr von (korrekte Schreibweise mit Sonderzeichen)
  • Jovanovic, Stephan Freiherr von
  • Jovanović, Stephan Freiherr von (korrekte Schreibweise mit Sonderzeichen)
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Jovanovic, Stephan Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117200557.html [28.05.2024].

CC0

  • Biographie

    Jovanović: Stephan Freiherr von J., k. k. Feldmarschalllieutenant, geboren als Officierssohn am 5. Januar 1828 zu Pazarište bei Ottočac, trat im 15. Lebensjahre als Regimentscadett in das Infanterieregiment Nr. 40, erhielt seine militärische Erziehung in der Cadettencompagnie zu Graz und begann im September 1845 seine Dienstleistung als Cadett des Infanterieregiments Nr. 27. Am 7. September 1846 zum Lieutenant befördert, machte er den Feldzug 1848/49 in Italien mit und zwar die Erstürmung von Castelnuovo am 11. April, die Kämpfe bei Pastrengo am 28., 29. und 30. April die Einnahme von Verona am 10. Juni 1848. Am 1. März 1849 zum Oberlieutenant befördert, wurde er noch in demselben Jahre dem Generalquartiermeisterstabe der II. Armee zugetheilt und 1850 definitiv beim VIII. Corps zum Generalquartiermeisterstab übersetzt. 1851 machte er als Generalstabsofficier bei der mobilen Colonne deren Expedition in die römischen Legationen, dann die Occupation von S. Marino mit.

    Am 28. Januar 1852 zum Hauptmann befördert, wurde er nach Wien versetzt, 1853 dem mit einer militärisch-diplomatischen Mission betrauten Generaladjutanten Sr. Majestät in Cattaro zugetheilt und während des türkisch-montenegrinischen Krieges in das Hauptquartier Omer Paschas bei Spuć, sodann in jenes des Fürsten Danilo von Montenegro bei Kčevo entsendet. Auch nach seiner hierauf erfolgten Zutheilung beim Landesgeneralcommando in Zara wurde er wiederholt in militärisch-diplomatischen Missionen an die türkischen Gouverneure der Hercegovina und Albaniens, an den Fürsten Danilo von Montenegro und 1855 behufs einer Recognoscirung durch Nordalbanien bis Novibazar entsendet. — Vom Juli 1858 an als Vertreter Oesterreichs bei der internationalen Commission für die Grenzregulirung zwischen der Türkei und Montenegro und zu den diesbezüglichen Conferenzen in Constantinopel bestimmt, erhielt er für die in dieser Mission bewiesene Umsicht den Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit. Am 9. Juli 1859 zum Major im Adjutantencorps befördert, wurde er während des Feldzuges 1859 dem Generalmajor Rodich in Süddalmatien als Generalstabschef zugetheilt, wofür er am 7. Mai 1860 infolge seiner sehr guten Dienstleistungen mit dem Orden der eisernen Krone III. Classe ausgezeichnet wurde.

    Im Juni 1860 wurde J. zum Flügeladjutanten des Banus von Croatien, Feldmarschalllieutenants von Sokčevic, ernannt und am 5. April 1862 unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstlieutenant im Broder-Grenzinfanterieregiment Nr. 7 zum Leiter des k. k. Generalconsulats für Bosnien und die Hercegovina ernannt. — Auf diesem Posten leitete er auch die Recognoscirung und Landesbeschreibung und wurde am 22. October 1863 zum Obersten befördert. — Als solcher übernahm er 1865 das Commando seines Broder-Grenzinfanterieregiments Nr. 7 und machte an der Spitze desselben den Feldzug 1866 in Italien mit. Am Schlachttage von Custozza machte er einen gelungenen Ausfall aus Mantua, wobei er verwundet wurde; für dieses erfolgreiche Unternehmen wurde er mit dem Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdecoration ausgezeichnet. — Anläßlich der Bekämpfung des Aufstandes in Süddalmatien im J. 1869 wurde er zum Brigadier bei den Truppen in den Bocche di Cattaro ernannt; als solcher commandirte er die zweite Expedition behufs Verproviantirung des Forts Dragalj und wurde in dem Gefechte bei dem Defilé von Han am 26. October schwer verwundet und für die tapfere und energische Leitung dieser Expedition mit dem Ritterkreuz des Leopoldordens ausgezeichnet. Am 29. October 1871 zum Generalmajor befördert, wurde er 1875 bei Gelegenheit der Reise des Kaisers in Dalmatien in den Freiherrnstand erhoben. Nach seiner Ernennung zum Commandanten der 28. Infanterietruppendivision und Beförderung zum Feldmarschalllieutenant am 27. October 1876 wurde er am 21. Juni 1877 Commandant der 18. Infanterietruppendivision in Spalato, mit welcher er im J. 1878 betraut wurde, die Hercegovina zu besetzen. Auf Grund seiner langjährigen genauen Kenntniß der Verhältnisse dieser Gegend hatte J. bald mit sehr geringem Verluste Mostar und die Narentalinie gewonnen und hierauf trotz der enormen Terrainhindernisse und Schwierigkeiten der Verpflegung die ganze Hercegovina occupirt. Schon während des Feldzuges mit dem Orden der eisernen Krone I. Classe ausgezeichnet, wurde er auf Grund dieser Waffenthat kraft Promotion CLXX vom 2. Mai 1879 durch Verleihung des Kleinkreuzes zum Ritter des Maria-Theresien-Ordens promovirt. Am 12. December 1878 mit der Würde eines Geheimen Rathes bekleidet, wurde J. zum Stellvertreter des Militärgouverneurs und Chefs der Landesregierung von Bosnien und Hercegovina in Sarajevo, am 29. August 1879 jedoch zum Commandanten der 2. Infanterietruppendivision und des Stabsofficierscurses in Wien ernannt. — Am 12. November 1881 zum Militärcommandanten in Zara und Statthalter von Dalmatien ernannt, warf er den Aufstand der Krivošijaner nieder und sicherte die bedingungslose Unterwerfung derselben unter die Staatshoheit der Monarchie für alle Zeiten. Hierfür wurde ihm am 29. Juni 1882 das Großkreuz des Leopoldordens mit der Kriegsdecoration verliehen; außerdem wurde er am 28. December desselben Jahres zum Oberstinhaber des Infanterieregiments Nr. 43 ernannt. In activer Dienstleistung ereilte ihn am 8. December 1885 jählings der Tod.

    • Literatur

      Acten des k. u. k. Kriegsarchivs. — Lukeš, Militärischer Maria-Theresien-Orden.

  • Autor/in

    Sommeregger.
  • Zitierweise

    Sommeregger, "Jovanovic, Stephan Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 50 (1905), S. 705-706 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117200557.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA