Lebensdaten
1702 – 1777
Geburtsort
Burghausen
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
bayerischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118850679 | OGND | VIAF: 50022821
Namensvarianten
  • Berchem, Maximilian Franz Joseph Graf von
  • Berchem, Maximilian Franz Joseph Freiherr von (bis 1772)
  • Berchem, Maximilian Freiherr von (bis 1772)
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Zitierweise

Berchem, Maximilian Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118850679.html [12.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Josef Cajetan Anton, kurbayerischer Regierungsrat, S des Anton von Berchem, seit 1683 Freiherr (1632–1700), kurbayerischer Geheimer Rat und Hofsekretär, Vertrauter Kurfürst Max Emanuels von Bayern, erhielt vom Kurfürsten einen Anteil an der Beute aus dem Zelt Kara Mustafa's, und der Anna Schalkh;
    M Maria Magdalena, T des Hofkammerrats Johann Franz Freiherr Cammerlohr von Weichering und der Anna Franziska Magdalena, T des bayerischen Kanzlers Kaspar Freiherr Schmid von Haslbach (1622–93);
    1) München 1729 Maria Anna Rosa (1704–39), T des bayerischen Gesandten in Wien Franz Hannibal Freiherr von Mörmann und der Maria Franziska Scherer von Hohenkreuzberg, 2) 1740/41 Maria Theresia Freifrau von Freyberg ( 1750), T des Wolf Heinrich Freiherr von Gemmel zu Flischbach, Forstmeister zu Brück, und der Maria Ther. Reuttorner von Schöllnach. 3) 1752 Maria Katharina ( 1771), T des Geheimen Rats und Vizekanzlers Anton Josef Graf von Königsfeld (1679–1750), Wirklicher Geheimer Rat und Vizekanzler Kaiser Karls VII., bayerischer Gesandter am Reichstag, und der Maria Antonia Gräfin von Preysing, 4) 1772 Maria Anna, Kammerfräulein der Kurfürstin, T des Wirklichen Geheimen Rats Karl Albert Graf von Minucci und der Maria Viktoria Gräfin von Wahl;
    10 K aus 1), 4 K aus 3)

  • Biographie

    B. war Zögling der Ritterakademie in Ettal und studierte in Ingolstadt Kameralwissenschaften. Nach seiner Anstellung als Rat auf der Ritterbank der Regierung in Straubing wurde er 1729 Rentmeister in Burghausen. Im österreichischen Erbfolgekrieg erhielt er 1741 die Direktion des Heeresverpflegswesens und wurde 1742 Wirklicher Geheimer Rat. 1744 hielten ihn die Österreicher als Ratgeber Kaiser Karls VII. neun Monate lang gefangen. Nach dem Tode des Kaisers wurde B. 1745 der leitende Staatsmann Kurfürst Maximilians III. In dieser Eigenschaft oblag ihm zunächst die Sanierung der bayerischen Finanzen, die nach dem Zusammenbruch der Kaiserpolitik in einem katastrophalen Zustand waren. Wenn auch seine Versuche, durch staatliche Manufakturen der Wirtschaft einen schnellen Aufschwung zu geben, nicht immer zu vollem Erfolg führten - die Nymphenburger Porzellanmanufaktur und die staatliche Gobelinmanufaktur in Nymphenburg waren die einzigen dauerhaften Gründungen dieser Art -, so gelang es ihm doch erstaunlich schnell, die wirtschaftlichen Verhältnisse so in Ordnung zu bringen, daß sich ein allgemeiner Wohlstand breitmachte, der allerdings die ständige staatliche Geldknappheit, die zur äußersten Zurückhaltung auf dem Gebiet der Außenpolitik zwang, nicht verhindern konnte. In seiner Stellung als Generalintendant sämtlicher Hof- und Lustschlösser und anderer kurfürstlicher Gebäude ist B.s Wirken mit der Nachblüte des bayerischen Rokokos eng verknüpft. Die ganze von 1745-77 währende Regierungsperiode Kurfürst Maximilians III. stand unter dem Einfluß des allmächtigen Ministers B., dessen unbestreitbares Verdienst es ist, den 1745 für unvermeidbar gehaltenen Staatsbankrott verhindert zu haben. Er starb zwölf Tage vor seinem Herrn, mit dem die bayerische Linie des Hauses Wittelsbach erlosch. Der damit verbundene radikale Wandel der bayerischen Politik mag ein Grund zur negativen Beurteilung seiner Tätigkeit und seiner persönlichen Eigenschaften sein, wie sie in zwei anonymen Schriften nach seinem Tod enthalten ist. Jedoch sprachen schon Zeitgenossen von einer Bestechlichkeit der bayerischen Verwaltung, an der B. wohl nicht ganz unschuldig gewesen sein dürfte.

  • Literatur

    Gespräche im Reich d. Toten zw. d. Staatsmin. u. Kammerpräs. Gf. v. B., dann d. Geh.Rat Frhr. v. Ickstatt, o. O. 1778 (anonym);
    Gespräche im Reiche d. Toten zw. d. Bayer. Pombal Gf. B., dann d. ehem. Beichtvater P. St. (P. Stadler S. J.) u. d. Geistl. Ratsdir. P. v. O. (Peter v. Osterwald) aus sicheren Urkk. zusammengetragen, so noch d. Vulkan entrissen worden, o. O. 1778 (anonym);
    W. Rothammer, Kf. Maximilian III. Joseph, Regensburg 1785;
    A. Rosenlehner, Aus d. Briefwechsel d. kurbayer. Ministers Gf. M. v. B., mit seinem ältesten Sohne, in: Oberbayer. Archiv, 1918;
    A. Frhr. v. Ow, Zur Charakteristik d. kurbayer. Ministers Gf. v. B., in: Donauzeitg., Nr. 190, 1932;
    ders., Zur Charakteristik d. kurbayer. Ministers Gf. v. B., in: Zs. f. bayer. Landesgesch., 1934. - Qu.: In d. Bibl. Piesing/Obb.

  • Porträts

    Stich v. J. A. Zimmermann nach des Marées, Abb. in: G. J. Wolf, Das kurfürstl. München, 1930.

  • Autor/in

    Leo Freiherr von Ow
  • Zitierweise

    Ow, Leo Freiherr von, "Berchem, Maximilian Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 63-64 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118850679.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA