Lebensdaten
um 1360 – 1404 oder 1408
Geburtsort
Retz (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Augustinereremit ; Prediger ; Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118712691 | OGND | VIAF: 32791199
Namensvarianten
  • Johannes
  • Johannes von Retz
  • Johannes
  • mehr

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Zitierweise

Johannes von Retz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118712691.html [26.05.2024].

CC0

  • Biographie

    J. trat wohl in jungen Jahren in den Augustinerorden ein. Nach Studien in Prag wurde er 1385 dem Wiener Augustinerkonvent inkorporiert, hielt 1392/93 an der Univ. Pavia seine Sentenzenlesung und promovierte dort im Aug. 1394 zum Magister der Theologie. In den folgenden Jahren, nachweislich 1398-1402, wirkte er als Provinzial der bayer. Augustinerprovinz, zu der damals auch Österreich, Böhmen, Mähren, Schlesien und Polen gehörten. 1399-1404 ist er außerdem als Theologieprofessor und Dekan (1400/01) der Univ. Wien bezeugt. Aus seiner Lehrzeit sind eine Leichenrede auf einen Amtskollegen, den angesehenen Zisterziensermagister Konrad von Ebrach, von 1399 und ein Universitätssermo, den er am Feste Mariä Himmelfahrt 1401 hielt, überliefert. Die Nachricht, daß J. von 1398 bis zu seinem Tode auch Prior des Augustinerklosters Brünn (Mähren) gewesen sei, beruht wohl auf einem mißverstandenem Urkundentext und ist nicht haltbar.

    Ein umfangreiches, aber wohl unvollständiges theologisches Sammelwerk mit dem Titel „Dicta super psalterii partem“ ist in der Münchener Handschrift Clm 26759 erhalten geblieben (2 Quästionen davon auf Blatt 15ra-19va d. Ms. Wolfenbüttel 475). Es handelt sich nicht um eine Erklärung zu den Psalmen, sondern um theologische Abhandlungen von unterschiedlichem Umfang und Inhalt, denen jeweils, oft nur wie ein Vorspruch, ein kurzer Psalmvers vorangestellt ist. Neben einem langen Traktat „De poenitentia cum suis partibus“ umschließt das Werk Fragen über Urstand und Erbsünde, über die Sünden wider den Heiligen Geist, über Gnade und Verdienst, über die Furcht, über die Strafen der Verdammten, über das Gebet und eine Erklärung zum Vaterunser. Auch Stoff aus J.s Sentenzenkommentar scheint in dieses Werk aufgenommen zu sein. In seiner Erbsünden- und Rechtfertigungslehre schließt er sich eng an die älteren Theologen seines Ordens Ägidius von Rom und Thomas von Straßburg an.

  • Literatur

    C. J. Jellouschek, Eine Wiener Mariä-Himmelfahrts-Predigt a. d. J. 1401, in: Theolog. Fragen d. Gegenwart, 1952, S. 1-24;
    F. Rennhofer, Die Augustiner-Eremiten in Wien, 1956, bes. S. 102-04;
    A. Zumkeller, in: S. Augustinus Vitae Spiritualis Magister II, 1959, S. 283-85 (geistl. Lehre);
    ders., in: Analecta Augustiniana 27, 1964, S. 240 f. (theolog. Bedeutung);
    ders., Mss. v. Werken d. Autoren d. Augustiner-Eremitenordens, 1966, S.|262-64;
    J. J. Gavigan, in: Augustinianum 5, 1965, S. 278-60 (Leben, W);
    F. L. Miksch, Der Augustinerorden u. d. Wiener Univ., in: Augustiniana 16, 1966, S. 435 f.;
    A. Zumkeller, Der Wiener Theologieprof. J. v. R. u. s. Lehre v. Urstand, Erbsünde, Gnade u. Verdienst, ebd. 21, 1971, S. 505-40, 22, 1972, S. 118-84, 540-82 (mit 40 S. Textedition).

  • Autor/in

    Adolar Zumkeller OSA
  • Zitierweise

    Zumkeller OSA, Adolar, "Johannes von Retz" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 566-567 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118712691.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA