Lebensdaten
1843 bis 1886
Geburtsort
Elbing
Sterbeort
Königsberg
Beruf/Funktion
Anatom ; Fischereiforscher
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11758505X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Benecke, Berthold Heinrich (eventuell)
  • Benecke, Berthold Adolf
  • Benecke, Berthold Heinrich (eventuell)
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Orte

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Zitierweise

Benecke, Berthold Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11758505X.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Adolph, Gymnasialdirektor;
    M Adelheid Abs.

  • Leben

    B. war seit 1877 außerordentlicher Professor in Königsberg. Seine wissenschaftliche Tätigkeit erstreckte sich auf anatomisch-embryologische Untersuchungen (Veröffentlichung 1878), Einführung der Photographie in die Mikroskopie (vgl. Archiv für mikroskoische Anatomie 3, 1867) und nach Übernahme der Schriftführerstelle bei dem 1876 gegründeten Fischerei-Verein für Ost- und Westpreußen, vor allem auf das Studium der Fische. Zur Förderung der Meeresfischerei veranlaßte er 1885 zusammen mit von Herwig die Gründung der Sektion für Küsten- und Seefischerei im Deutschen Fischerei-Verein unter gleichzeitiger Übernahme der Redaktion der Mitteilungen dieser Sektion.

  • Werke

    Fische, Fischerei u. Fischzucht in Ost- u. Westpreußen, 1881;
    Naturgesch. u. Leben d. Fische, in: Hdb. d. Fischzucht u. Fischerei, hrsg. v. M. v. d. Borne, Th. I, 1885;
    Die Teichwirtschaft, prakt. Anleitung z. Anlage v. Teichen u. deren Nutzung usw., 1885, 61921 (neu bearb. v. H. v. Debschitz);
    Die dt. Seefischerei u. d. Mittel zu ihrer Hebung, in: Mitt. d. Sektion f. Küsten- u. Hochseefischerei, 1885;
    weitere W in: Zoolog. Anz., 1879 u. 1880, u. in d. versch. fischereilichen Fachzss.

  • Literatur

    Dt. Fischerei-Ztg. 9, 1886, S. 73 (L);
    Steindachner, in: Mitt. d. österr. Fischerei-Ver. 6, 1886, S. 33;
    Ch. Krollmann, in: Altpreuß. Biogr. I, 1941 (L);
    BLÄ I, 1929.

  • Autor/in

    Sophia Roegner
  • Empfohlene Zitierweise

    Roegner, Sophia, "Benecke, Berthold Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 41 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11758505X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bennecke: Berthold B. wurde geboren am 27. Februar 1824. Er studirte in Königsberg Medicin und promovirte 1866. Damals befand sich das Photographiren mikroscopischer Objecte noch im Anfangsstadium. B. wandte sich diesem Gebiete zu und übersetzte zunächst das einzig vorhandene Werk über diesen Gegenstand: „Die Photographie als Hülfsmittel mikroscopischer Forschung. Nach dem Französischen von A. Moitessier“ (Braunschweig 1868). Er construirte verschiedene Apparate, suchte die bekannten Methoden zu verbessern und photographirte die verschiedensten Objecte. 1870 wurde B. zum Prosector ernannt. Nachdem er den Krieg gegen Frankreich mitgemacht und das eiserne Kreuz erworben hatte, nahm er in Gemeinschaft mit Professor Kupfer die Studien über das Photographiren mikroscopischer Objecte wieder auf. Besonders hervorzuheben sind die Photographien über die Entwicklung des Eies, welche er von 5 zu 5 Minuten aufnahm. Mit Professor Kupfer zusammen veröffentlichte er: „Die ersten Entwicklungsvorgänge am Ei der Reptilien“ (Königsberg 1878). Die Studien über die Entwicklung des Eies führten ihn auf das Gebiet der künstlichen Fischzucht, dem er sich mit großem Eifer hingab, sodaß er bald die erste Autorität auf diesem Gebiete wurde. 1877 wurde B. zum außerordentlichen Professor ernannt. 1881 erschien sein verdienstvolles Werk: „Fische, Fischerei und Fischzucht in Ost- und Westpreußen“ (Königsberg 1881). Dasselbe enthält eine genaue Beschreibung sämmtlicher in Ost- und Westpreußen vorkommender Fische nebst Schilderung ihrer Lebensweise, die verschiedenen Methoden des Fanges und eine besonders werthvolle Abhandlung über die künstliche Fischzucht. 1885 reiste B. nach Italien und arbeitete dort in der zoologischen Station in Neapel. Bei der ungewöhnlich strengen Kälte, welche in diesem Winter in Italien herrschte, zog er sich eine hartnäckige Erkältung zu. Anfang 1886 kehrte er krank nach Königsberg zurück. Ohne auf seinen kranken Körper Rücksicht zu nehmen, widmete er sich völlig seinen wissenschaftlichen Arbeiten, bis am 27. Februar 1886 ein plötzlicher Tod infolge einer heftigen Lungenblutung seinem rastlosen Streben ein Ende machte.

  • Autor/in

    W. Heß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heß, Wilhelm, "Benecke, Berthold Adolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 362-363 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11758505X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA