Lebensdaten
1874 – 1959
Geburtsort
Kiel
Sterbeort
Neckargemünd bei Heidelberg
Beruf/Funktion
Bankier ; Industrieller ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136223699 | OGND | VIAF: 80606032
Namensvarianten
  • Jahr, Carl
  • Jahr, Karl

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Zitierweise

Jahr, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136223699.html [21.07.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Carl-Heinrich (1831–1900), Marine-Oberkammerverwalter, S d. Mühlenbes. Joh. Karl Frdr. aus Landsberg b. Halle u. d. Wilh. Auguste Rosch;
    M Marie Auguste Emilie (1835–1904), T d. Karl Frdr. Busch u. d. Joh. Auguste Döhler;
    Konstanz 1904 Hanna (1882–1950), T d. Schuldir. Emil Kleemann in Stuttgart u. d. Joh. Albertine Luyken;
    2 S, 2 T, u. a. Carl Heinrich (* 1910), Dr. rer. oec., Dipl.-Ing., Leiter d. Werks Gaggenau d. Daimler Benz AG.

  • Biographie

    J. ging nach Jurastudium und Promotion in Erlangen (1907), in Hamburg und Hannover in den praktischen Bankdienst. 1906 wurde er Direktor bei der Rhein. Kreditbank AG Mannheim. Hier erwarb er sich durch seine Kenntnis wirtschaftlich-industrieller Zusammenhänge eine führende Stellung. 1910 wählte ihn die Rhein. Gasmotoren-Fabrik Benz & Cie AG Mannheim zum geschäftsführenden Aufsichtsrats-Mitglied. Dadurch gewann er Einfluß auf den süddeutschen Fahrzeug- und Motorenbau. Als 1923 Beteiligungen an Benz und der Daimler-Motoren-Gesellschaft AG Cannstatt beim gleichen Großaktionär, dem Industriellen Jakob Schapiro, lagen und wegen der schwierigen Wirtschaftslage ein Zusamenschluß beider Firmen ratsam schien, schlug J. 1924 in einer Denkschrift an alle Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder einen Interessengemeinschafts-Vertrag vor. Er kam am 8.5.1924 mit Hilfe der Deutschen Bank zustande. J. wurde in die Aufsichtsräte von Daimler und der Heinrich Lanz OHG Mannheim berufen (deren Umwandlung in eine AG er 1925 durchführte).

    Da er an das Wiederaufleben einer deutschen Automobilindustrie glaubte, schlug er, wie schon 1919, zum Abbau der Verschuldung beider Firmen die Fusion von Benz und Daimler vor. Er erhielt 1925 Vollmachten zu deren Vorbereitung, und am 28./29.6.1926 beschlossen sie die beiden Hauptversammlungen. Durch den unternehmerischen Weitblick J.s kam es damit zur Vereinigung der beiden ältesten Automobilfabriken Deutschlands und der Welt. Sie hatte Erfolg und besteht bis in die Gegenwart. J. brachte 1926 auch ein Zusammengehen mit den Bayer. Motorenwerken AG München auf dem Flugmotoren-Gebiet zustande. Er war 1926-53 stellvertretender Aufsichtsrats-Vorsitzender der Daimler-Benz AG, bis 1954 Aufsichtsrats-Mitglied bei Lanz. Maßgeblich wirkte J. auch am Wiederaufbau der Daimler-Benz AG 1945-48 als geschäftsführender Aufsichtsrats-Vorsitzender mit und schuf die Grundlage zum Wiederaufblühen des Unternehmens.

  • Literatur

    P. Siebertz, Karl Benz, 1943;
    Der Doerschlag-Dienst, Nr. 3844 v. 31.5.1949;
    Motorber. (DDD), Nr. 4470 v. 24.11.1959. -
    Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Jahr, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 310-311 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136223699.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA