Lebensdaten
1851 bis 1927
Geburtsort
Leopoldsruh (seit 1914: Groß-Schönau, Bezirk Schluckenau, Böhmen)
Sterbeort
Schönbüchel (Bezirk Rumburg, Böhmen)
Beruf/Funktion
Textilindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136254497 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jäger, Gustav

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Jäger, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136254497.html [20.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1818–98), Müllermeister, S d. Müllermeisters Josef;
    M Helene (1823–1902), T d. Müllermeisters Franz Kretschmer in Kratzau Bez. Reichenberg u. d. Barbara Pietsch;
    B Franz (1847–1912), Brettmüller, Sägewerksbes. in Daneville/USA, Bruno (* 1861), Bäckermeister, Gründer u. Inh. mit B Oswald (1868–1910) v. e. bedeutenden Brotfabrik in Milwaukee/USA;
    - Zeidler Bez. Schluckenau um 1877 Emilie (1854–1927), T d. Landwirts u. Bleichereibes. Anton Rösler u. d. Marie Anna Hesse;
    1 S Gustav Adolf (1878–1954), Nachf. J.s.

  • Leben

    J. lernte in der Wirkwarenfabrik Gebrüder Klinger in Zeidler und besuchte die Industrieschule in Schönlinde. 1876 begann er hier mit ausgeliehenen Handstrickmaschinen die Erzeugung von Strumpfwaren. 1881 verlegte J. den Betrieb nach Schönbüchel; Heimarbeitsstätten wurden in 6 Orten errichtet, 1892 ein Zweigbetrieb in Ebersbach (Sachsen) mit einem aus Thüringen stammenden Gesellschafter (Jäger & Gramatke unter Leitung von J.s Nichte Emilie Sander, 1875–1913, aufgelöst nach deren Tod). 1893 folgte ein weiterer Fabrikbau in Schönbüchel mit Dampfkraftanlage und modernsten Pagetwirkstühlen sowie Cottonmaschinen, 1896 und 1905 kamen Erweiterungsbauten hinzu. 1908 liefen etwa 150 Kraftmaschinen, 300 Handstrickmaschinen, eine Färberei mit Bleicherei. Hergestellt wurden nahtlose Damenstrümpfe, Herrensocken, Kinderstrümpfe, Kinderjäckchen, Trikothosen, -leibchen, Badeanzüge, Handschuhe und Hemden. Im gleichen Jahre verarbeitete das Werk rund 140 Tonnen Rohstoff (Schaf-, Halb-, Baumwolle, Flor, Seide) u. a. zu etwa 700 000 Paar Strumpfwaren. Mit bis zu 300 Betriebsangehörigen und 400 Heimarbeitern gehörte es zu den bedeutendsten der Branche in Österreich-Ungarn. 1913 kaufte J. die liquidierte Wirkwarenfabrik Johann Hampf & Söhne in Schönlinde. Infolge der Wirtschaftskrise wurde dieses Werk um 1927 wieder verkauft. 1918 bestanden Niederlassungen in Budapest, Bukarest, Lemberg, Paris, Prag, Triest, Warschau, Wien. Das Unternehmen bestand bis 1945 als OHG. J. gründete 1906 den Verein der Strick- und Wirkwaren-Industriellen von Schönlinde und Umgebung und war dessen Präsident bis zu seinem Tod. Er war Mitglied der Permanenzkommission im Wiener Handelsministerium. Viele Jahre als Gemeinderat tätig, wurde er Ehrenbürger von Schönbüchel.|

  • Auszeichnungen

    KR.

  • Literatur

    Compaß, Finanzielles Jb. f. Österreich-Ungarn 3, 1918, S. 613;
    Industrie-Compaß d. Tschechoslowakei, 1925, S. 1568, 1891;
    Abwehr, Warnsdorf, v. 25.6., 26.6. u. 2.7.1927;
    Unser Niederland 1954, Folge 78, S. 7;
    Die Wirk- u. Strickwaren-Industrie im Niederlande, ebd. 1971, Folge 273, S. 2 (Fabrikbild);
    ebd., Folge 274, S. 14;
    E. Marschner, Die Strick- u. Wirkwarenfabrik G. J. in Schönbüchel, ebd. 1973, Folge 305, S. 109, Folge 307, S. 125 f. (P).

  • Portraits

    Sudetendt. Bildarchiv, München.

  • Autor/in

    Erhard Marschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Marschner, Erhard, "Jäger, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 276 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136254497.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA