Lebensdaten
1711 bis 1777
Geburtsort
Tychomlu (Wolhynien)
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Mäzen ; Stifter der Jablonowskischen Gesellschaft
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117028339 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Iablonowsky, Joseph Alexander von
  • Iablonowsky, Joseph Alexander von Pruss-
  • Jablonovius, Josephus A.
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Zitierweise

Jablonowski, Joseph Alexander Fürst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd117028339.html [26.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Alexander Johann (1671–1723), S d. Stanislaus (1634–1702), poln. Krongroßfeldherr, Woiwode v. Krakau, lenkte d. Wahlen v. Johann Sobieski u. v. Kf. Friedrich August v. Sachsen zu Königen v. Polen; M Theophila (1677–1754), T d. Nikolaus Hieronymus Sieniawski (1645–83), Kronfeldherr u. Woiwode v. Wolhynien, u. d. Caecilie Marie Prn. Radziwill; 1) Wysokie b. Warschau 1740 Caroline Theresia (1707–64), T d. Fürsten Carl Radziwill (1669–1719), Großkanzler v. Litauen, u. d. Anna Catharina Prn. Sanguszko, 2) 1766 Francisca Victoria (1743–1829), T d. Fürsten Franz Michael Korybut-Woroniecki; 1 S, 2 T aus 1).

  • Leben

    Als Angehöriger des hohen Adels wurde J. 1755 Woiwode von Nowogródek, jedoch beschäftigte er sich lieber mit Fragen der Wissenschaft als mit den Aufgaben seines Amtes und der Politik. Während dieser Zeit verfaßte er – wohl angeregt durch seine Lehrer K. Niesiecki und St. Konarski – Schriften über poln. Geschichte, politische Ökonomie, Mathematik und Physik in franz., poln. und lat. Sprache. Wegen der Unruhen nach der Wahl Stanislaus August Poniatowskis zum König von Polen (1764) verließ er seine Heimat und lebte seit 1768 in Leipzig als Kunstfreund, Sammler und Mäzen der Wissenschaften. Schon Anfang der 60er Jahre hatte er vergeblich versucht, in Warschau eine Gesellschaft der Wissenschaften zu gründen. Mehr Erfolg hatte er anfänglich in Danzig unter Mitwirkung von M. Ch. Hanow, D. Gralath und G. Lengnich. Jedoch erlahmte sein Interesse, als A. L. Schlözer in der 1. Preisarbeit nachwies, daß der sagenumwobene Stammvater der Polen, Lech, nie gelebt habe. Die darauf von J. 1774 in Leipzig gegründete und ansehnlich dotierte „Fürstlich Jablonowskische Gesellschaft der Wissenschaften“ konnte von den Kapitalzinsen jährlich je eine Preisarbeit aus der Geschichte (ursprünglich der poln.), der Mathematik oder Naturwissenschaft und der Ökonomie oder Landwirtschaft ausschreiben und drucken lassen, bis die Inflation nach dem 1. Weltkrieg das Stiftungsvermögen zum großen Teil entwertete und während des Zusammenbruchs 1945 die Gesellschaft unterging. Die Preise bestanden ursprünglich aus einer Goldmedaille mit dem Bildnis des Stifters, später auch aus Geldbeträgen und wurden am Geburtstag des Stifters verliehen. Die Gesellschaft, die aus 9 Mitgliedern bestand (4 waren Angehörige der Universität), schrieb nur Preisaufgaben aus (die ersten Aufgaben wurden schon vor der eigentlichen Gründung gestellt), sie war also nicht so organisiert wie die Akademien der Zeit. Auf Anregung ihrer Mitglieder, vor allem Drobischs, wurde 1846 die Sächs. Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig vom König gestiftet. (Acta Societatis Jablonoviae, 6 Bde., Leipzig 1772 f.; Nova Acta …, 9 Bde., 1802–45; Preisschrr. 1847-1925).

  • Literatur

    J. Wislicenus, in: Zur 50j. Jubelfeier d. Sächs. Ges. d. Wiss., 1896; E. Merian, Die J.schen Ges. unter bes. Berücksichtigung d. Slawistik, Diss.|Leipzig 1965 (P; ungedr.); ders., Zur Gründungsgesch. d. J.schen Ges. in Leipzig, in: Wiss. Zs. d. Humboldt-Univ. Berlin, Ges.- u. sprachwiss. R., 17, 1968, S. 269-73; Jöcher (W); Wurzbach X (W. Stammtafel); Pogg. I.

  • Autor

    Herbert Helbig
  • Empfohlene Zitierweise

    Helbig, Herbert, "Jablonowski, Joseph Alexander Fürst von" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 211 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd117028339.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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