Lebensdaten
zwischen 1020 und 1030 – nach 1098
Geburtsort
in Lothringen
Beruf/Funktion
Kardinal
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 102475776 | OGND | VIAF: 187202223
Namensvarianten
  • Hugo
  • Hugo Candidus
  • Hugo von Remiremont
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Hugo von Remiremont, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102475776.html [19.05.2024].

CC0

  • Biographie

    H. ist wohl in Remiremont als Kleriker tätig gewesen, und von hier aus hat ihn Leo IX. (Bruno von Toul) bei einem Besuch 1049 nach Rom berufen und zum Kardinalpriester von S. Clemente gemacht. Von H.s Tätigkeit hören wir jedoch erst 1061, als er unter dem Pontifikat Nikolaus' II. mit der offiziellen Politik der Kurie in Konflikt gekommen zu sein scheint. Doch ist diese Nachricht, wie auch alle künftigen über ihn, mit einiger Vorsicht zu verwerten, da sie zumeist auf Bonizo von Sutri zurückgehen, der H. feindlich gesinnt war. Jedenfalls schloß sich H. nach dem Tod Nikolaus' II. dem Gegenpapst Honorius II. (Cadalus) an, machte aber bald nach 1064 seinen Frieden mit Alexander II. und wurde im Dienste der Kurie 1065-68 und 1071 zu mehreren diplomatischen Aufträgen in Spanien und Frankreich verwendet. Vielleicht hat er auch Einfluß auf den Entschluß Sanchos von Aragon gehabt, der 1068 sein Reich dem hl. Petrus kommendierte. H. ist jedoch wegen angeblicher simonistischer Verstöße auf der röm. Fastensynode von 1073 angeklagt, nach Bonizo sogar exkommuniziert worden, eher vermutlich, weil er in einen Konflikt mit den ebenfalls an Spanien interessierten und dort tätigen Cluniazensern geraten sein könnte. Doch nahm er an der Wahl Gregors VII. teil und wurde von diesem noch 1073 mit der Vorbereitung eines Kreuzzuges nach Spanien betraut. Bald darauf muß es jedoch zum Bruch gekommen sein, über dessen Anlaß wir nichts wissen (Kehr vermutet als Anlaß das Scheitern der span. Legation). Jedenfalls ist H. auf der Fastensynode 1075 und dann wieder 1078 gebannt worden. Er stand hinfort ganz auf kaiserl. Seite und nahm an der Wormser Synode vom Jan. 1076 teil, doch dürfte sein Einfluß auf die Absetzung Gregors trotz seiner gegen den Papst vorgebrachten Anklagen ebenso überschätzt worden sein wie sein Anteil an der 1080 in Brixen erfolgten Erhebung Wiberts (Clemens III.). Erst 1085 trat H. wieder hervor als Legat Clemens' III. in Mainz; sein Versuch, England für die Oboedienz des Gegenpapstes zu gewinnen, scheiterte. Danach ist kaum mehr etwas von ihm überliefert. Aus einer Inschrift aus dem Jahre 1093 kann man entnehmen, daß Clemens ihn nach 1084 zum Kardinalbischof von Praeneste ernannt haben muß; als solcher erscheint er auch auf der röm. Synode 1098. Die relativ spärlichen und zudem verzerrten Nachrichten über H. erlauben kein abschließendes Urteil. Er war zweifellos ein Anhänger der Reform, so, wie sie sich unter Leo IX. abzeichnete, er hat jedoch nach der Trennung von der Reformkurie seine eminente politische Begabung in den Dienst einer im Endergebnis unterlegenen Sache gestellt.

  • Literatur

    Bonizo v. Sutri, Liber ad amicum, in: MG Lib. de lite I, 1891, S. 571 ff.;
    J. Schmitzer, Die Gesta Romanae Ecclesiae d. Kardinals Beno u. a. Streitschrr. d. schismat. Kardinäle wider Gregor VII., 1892;
    H. Holtkotte, H. Candidus, ein Freund u. Gegner Gregors VII., Diss. Münster 1903;
    B. Gaffrey, H. d. Weiße u. d. Opposition im Kardinalskollegium gegen Gregor VII., Diss. Greifswald 1914;
    P. Kehr, Das Papsttum u. d. Kgrr. Navarra u. Aragon b. z. Mitte d. 12. Jh., 1928;
    F. Lerner, Kardinal H. Candidus, 1931;
    G. B. Borino, Note Gregoriane per la storia di Gregorio VII. e della Riforma Gregoriana, in: Studi Gregoriani 4, 1952, S. 441-66, bes. 456 ff.;
    W. Goez, Zur Erhebung u. ersten Absetzung Papst Gregors VII., in: Röm. Quartalsschr. 63, 1968, S. 117-44.

  • Autor/in

    Kurt Reindel
  • Zitierweise

    Reindel, Kurt, "Hugo von Remiremont" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 18-19 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102475776.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA