Lebensdaten
1799 – 1872
Geburtsort
Pforzheim
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116434317 | OGND | VIAF: 42588944
Namensvarianten
  • Eisenlohr, Wilhelm Friedrich
  • Eisenlohr, Wilhelm
  • Eisenlohr, Wilhelm Friedrich
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Zitierweise

Eisenlohr, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116434317.html [28.03.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. (1761–1810), Oberamtmann in Durlach, S des Pfarrers Jakob u. der Pfarrerstochter Christine Salome Wechsler;
    M Karoline Heinrike (1763–1850), T des Kirchenrats u. Rektors Joh. Christian Sachs in Karlsruhe u. der Regine Sofie Rößle;
    Ov Christof s. Genealogie (1);
    Mannheim 1824 Gertrud ( 1832), T des badischen Politikers Joh. Adam v. Ilzstein ( 1855, s. ADB XIV);
    1 S;
    N August s. (1).

  • Biographie

    Durch den frühen Tod des Vaters schon in der Jugend zu eigenem Broterwerb genötigt, eignete sich E. während einer Tätigkeit als Schreiber den Schulstoff nebenher an, studierte 1817-19 in Heidelberg Kameralwissenschaften und Mathematik, wurde 1819 Lehrer der Mathematik und Physik am Lyzeum, später an der Gewerbeschule in Mannheim und folgte 1840 einem Ruf an das Polytechnikum in Karlsruhe, wo er bis zu seiner Pensionierung 1865 die Physik vertrat. Sein großes Lehrtalent machte er auch in wissenschaftlichen Vorträgen vor naturwissenschaftlichen Vereinen und als Verfasser populär-wissenschaftlicher Schriften nutzbar. Sein „Lehrbuch der Physik“ (1836, 111876) galt als das erste deutsche Physiklehrbuch, das nicht auf französische Vorbilder zurückging. Stets Fragen der Verwaltung und des Gemeinwohls zugeneigt, setzte er sich für die Einführung der Gewerbeschulen ein. Auch bemühte er sich um die Hebung der Schwarzwälder Uhrenindustrie. – E.s wissenschaftliche Verdienste liegen vor allem in der Erforschung der von ihm bereits 1854 als ultraviolettes Licht bezeichneten kurzwelligen Strahlen, die als „unsichtbare“ oder „chemisch wirksame“ Strahlen mit ihrer Fähigkeit, Phosphoreszenz und Fluoreszenz zu erregen, damals allgemeiner Gegenstand physikalischer Untersuchungen waren. E. gewahrte den beträchtlichen Anteil an UV-Licht, der bei Gasentladungen auftritt, und maß erstmalig – gleichzeitig mit Ernst Esselbach (1832–64) – die Wellenlängen dieser Lichtart, wobei das von ihm für diesen Zweck angewandte Strichgitterverfahren besondere Aufmerksamkeit erregte.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Freiburg u. Berlin), GR.

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Wirkung d. violetten u. ultravioletten unsichtbaren Lichtes, in: Poggendorffs Ann. 93, 1854, S. 623-26; Die brechbarsten od. unsichtbaren Lichtstrahlen u. ihre Wellenlänge, ebd. 98, 1856, S. 353-70; Die Wellenlänge d. brechbarsten u. d. auf Jodsilber chem. wirkenden Strahlen, ebd. 99, 1856, S. 159-65. – Zu E. Esselbach: Über d. Messung d. Wellenlängen d. ultravioletten Lichtes, in: Poggendorffs Ann. 98, 1856, S. 513-46.

  • Literatur

    ADB V; Astronom. Vj.schr. 7, 1872, S. 263 ff.;
    G. W. A. Kahlbaum, W. E … 100. Geburtstag, 1899;
    J. Ch. Döll, in: Bad. Biogrr. I, 1875, S. 223-26; Pogg. I, III (auch f. E. Esselbach).

  • Porträts

    in DGB 101, S. 129.

  • Autor/in

    Grete Ronge
  • Zitierweise

    Ronge, Grete, "Eisenlohr, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 418 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116434317.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Eisenlohr: Wilhelm Friedrich E. wurde 1. Jan. 1799 zu Pforzheim geboren und erhielt seine Schulbildung in Durlach. Als Schreiber erwarb er sich die Mittel, um die Universität Heidelberg zu beziehen (1817), wo er sich|dem Studium der Mathematik und Physik mit solchem Eifer widmete, daß er bereits 1819 zum Lehrer dieser Fächer am Lyceum zu Mannheim ernannt werden konnte. Nachdem er 21 Jahre lang in dieser Stellung erfolgreich gewirkt, übernahm er 1840 die Professur der Physik an der polytechnischen Schule in Karlsruhe, und daneben, während der ersten 15 Jahre seiner dortigen Thätigkeit, den physikalischen Unterricht in den obersten Lycealclassen. Nachdem im J. 1865 die Beschwerden des Alters ihn genöthigt hatten in den Ruhestand zu treten, erlag er zu Karlsruhe am 9. Juli 1872 einem Herzleiden. Unter seinen wenig zahlreichen aber werthvollen wissenschaftlichen Arbeiten ragt besonders hervor seine „Bestimmung der Wellenlängen der ultravioletten Lichtstrahlen mittelst des Beugungsspectrums“ (Pogg. Annalen Bd. 98). Sein im J. 1836 zuerst erschienenes treffliches „Lehrbuch der Physik“ fand die weiteste Verbreitung, er selbst besorgte noch die 1872 nöthig gewordene 10. Auflage. E. gründete zu Mannheim die erste Gewerbeschule Badens, und erwarb sich überhaupt um die Förderung des technischen Schulwesens des Großherzogthums große Verdienste.

    • Literatur

      Unsere Zeit VIII. 2. 1872. — Döll in v. Weech's Badischen Biographieen I. 223 ff.

  • Autor/in

    Lommel.
  • Zitierweise

    Lommel, "Eisenlohr, Wilhelm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 769-770 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116434317.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA