Lebensdaten
vermutlich 1479 bis 1554
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123614597 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baer, Ludwig
  • Ber, Ludwig
  • Berus, Ludwig
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Zitierweise

Bär, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123614597.html [14.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes Baer, Kaufherr aus Elsaßzabern, seit 1468 in Basel;
    M N. Lupfried;
    Stief-M Anna, T des Wechslers und Ratsherrn Matthis Eberler genannt Grünenzweig „zum Gold“ und der Anna Peiger.

  • Leben

    B. studierte in Paris Philosophie und Theologie, wurde 1497/98 Baccalaureus, 1499 Magister. 1511 erfolgte seine Promotion zum Dr. theol. mit Auszeichnung. 1512 kehrte er nach Basel zurück. Dort wurde er im folgenden Jahre in den Lehrkörper der theologischen Fakultät der Universität aufgenommen, war 1515 und 1529 Dekan, 1514 und 1520 Rektor. 1513 erhielt B. eine Chorherrenstelle am Kollegiatstift St. Peter und wurde dortselbst 1518 Propst. Seit 1526 war er Domherr und Scholaster am Münster. Der Reformation war B. zunächst günstig gesinnt, wurde aber nach der lehrmäßigen Festlegung ihr Gegner, wenn auch seine Haltung maßvoll und ausgleichend war. Das zeigte sich besonders, als er auf der Badener Disputation das Amt eines Präsidenten innehatte. Nach der Abschaffung des katholischen Gottesdienstes 1529 verließ er mit Erasmus, dem er freundschaftlich verbunden war, H. L. Glarean und mehreren katholischen Professoren und Mitgliedern des Domkapitels Basel und siedelte nach Freiburg (Breisgau) über, wo er an der dortigen Universität ein Lehramt erhielt.

  • Werke

    Pro salutari hominis ad felicem mortem praeparatione, Basel 1551;
    Expositio psalmorum, ebenda 1551;

    Ad quaestionem ei propositam: utrum videlicet tempore pestis vel ex alia causa ad vitandam mortem seu mortis periculum fugere interdum liceat, necne? Et si quando liceat, an tunc praestet non fugere, Responsio, ebenda 1551;

    Briefwechsel mit Erasmus v. Rotterdam, in: P. S. Allen, Opus Epistolarum Desiderii Erasmi Rot., Oxford 1906 ff.;
    Briefwechsel mit Aleander, in: Ztschr. f. Kirchengesch. 16, 1896, S. 486-90.

  • Literatur

    ADB II; J. W. Herzog, Athenae Rauricae, Basel 1778, S. 8 ff.;
    H. Schreiber, Gesch. d. Univ. Freiburg II, 1868, S. 155;

    R. Thommen, Gesch. d. Univ. Basel, Basel 1889, S. 161 ff.;

    G. Knod, Findlinge, in: Ztschr. f. Kirchengesch. 14, 1894, S. 129-32;

    A. Burckhardt, in: Basler Biogrr. I, 1900, S. 74 ff.;
    Wetzer-Welte, Bd.2;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques VI, 1932 Sp. 1663;
    LThK (unter Berus).

  • Autor/in

    Wilfrid Trusen
  • Empfohlene Zitierweise

    Trusen, Winfried, "Bär, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 525 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123614597.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bär: Ludwig B. (Ber, Berus), Dr. theol. und Prof. an den Universitäten Basel und Freiburg i. Br., geb. um 1490, 14. April 1554, entstammte einem altberühmten Schweizergeschlecht der Ursi. Seine Eltern (Vater: Johann Bär, Mutter: geb. Grünenzweig) ließen ihm, da sie wohlhabend waren, eine sorgfältige Erziehung zu Theil werden und sandten ihn zur Vervollkommnung seiner Studien nach Paris. Er zeichnete sich sehr bald durch Fleiß und Kenntnisse aus und erwarb sich daselbst die theologische Doctorwürde. Nach seiner Rückkehr wurde er in Basel 1512 als artium liberalium ac S. Theologiae doctor inscribirt. 1513 trat er in die theologische Facultät ein, wurde|1514 Rector und Decan und promovirte als solcher u. A. Oekolampadius, Urbanus Regius, Capito zu Doctoren der Theologie, vermochte aber weder mit diesen, noch mit seinen späteren anderen Collegen in den beginnenden religiösen Bewegungen der Zeit sich in Uebereinstimmung zu erhalten. Da er gegenüber den Reformirenden an der Partei des Bischofs von Basel festhielt, wurde er Propst der Petrin. Kanoniker und Kanzler des Bischofs. 1520 bekleidete er zum letzten Male das Amt eines Rectors der Universität. — Seine Gelehrsamkeit war gemäß seiner Zeit und der in Paris genossenen theologischen Bildung wesentlich scholastisch. Aehnlich dem Erasmus in Entwickelung und Denkweise, erkannte er gerne die Schäden und Irrthümer der katholischen Kirche offen an, drang auch entschieden auf die Abstellung derselben, vermochte aber dennoch den Geist der Reformation nicht so tief zu erfassen, daß er sich ihr freimüthig und unbedingt angeschlossen hätte. Als man ihn aus Achtung vor seiner Gelehrsamkeit und seiner hohen Stellung bei der Disputation von Baden 1526 in das Präsidium gewählt hatte versuchte er vielmehr Oekolampadius unter Versicherung, daß wenn dieser in der Abendmahlslehre nachgeben wolle, sich eine Vereinigung wol herbei führen lassen werde, für die alte Kirche wieder zu gewinnen. Umsonst; die Zeit der Vermittlung war vorüber. B. entschied sich, indem er Eck's Thesen unterschrieb, für die katholische Kirche, verließ, da in Basel die Reformation siegte, seine Heimath und zog mit Erasmus und Glareanus nach Freiburg, wo er vom Jan. 1529 an wieder ein Lehramt an der Universität übernahm. Während Erasmus nach Basel zurückkehrte, blieb B. bis an sein Ende in Freiburg und fand auch daselbst sein Grab. Bis an seinen Tod verband ihn enge Freundschaft mit Erasmus, der auf sein Urtheil viel gab, ihm seine „Diatribe de libero arbitrio“ zur Begutachtung übersandte und ihn durch viele Zeugnisse von Vertrauen auszeichnete. — An Schriften hinterließ B.: „De christiana ad mortem praeparatione". — „Expositio psalmorum". — „Ad quaestionem propositam, utrum videlicet tempore pestis Christiano homini fugere liceat“. — Sämmtlich erschienen zu Basel 1551. — Die Hauptnachrichten über sein Leben gibt Iselin in der Bibl. Bremensis cl. IV. fasc. II. p. 295 ff.

  • Autor/in

    Brecher.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brecher, Adolf, "Bär, Ludwig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 45-46 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123614597.html#adbcontent

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