Lebensdaten
1452 bis 1512
Sterbeort
Trier
Beruf/Funktion
Graf zu Hohenzollern
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119270277 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Zollern, Eitel Friedrich II. Graf von
  • Hohenzollern, Eitel Friedrich II. Graf von
  • Eitel Friedrich II.
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Zitierweise

Eitel Friedrich II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119270277.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jos. Niclas ( 1488);
    M Agnes (1434–67), T des Joh. Gf. v. Werdenberg-Heiligenberg;
    B Friedrich ( 1505), Bischof v. Augsburg, 3 B in kaiserlichen Diensten ⚔;
    1482 Magdalena (1460–94), T des Mgf. Frdr. v. Brandenburg ( 1463, s. ADB VII);
    6 S, 5 T.

  • Leben

    Seine Ausbildung erhielt E. am Hofe von Albrecht Achilles von Brandenburg und verblieb in brandenburgischen Diensten bis 1487. 1488 übernahm er zwar die Regierung seiner Stammgrafschaft, war aber meist in königlichen Diensten tätig, zu denen er insbesondere von Maximilian I., dessen vertrauter Ratgeber er war, herangezogen wurde. Wir finden ihn als Begleiter Maximilians in Krieg und Frieden: auf den Reichstagen als Verfechter der Sache des Königs, als Schiedsrichter in Streitfällen und als königlichen Unterhändler (so in Senlis 1493). Ende 1495 war er unter denen, die den König überredeten, von dem Plan einer Umgehung der Stände bei der Einziehung des gemeinen Pfennigs abzustehen. Über seine Einstellung zu außenpolitischen Fragen ist nur wenig zu erfahren. Als Truppenführer trat er besonders im Schweizerkrieg 1499 (Rorschach), im bayerischen Erbfolgestreit 1504 und beim Feldzug gegen Geldern (1505) in Erscheinung. Schon seit 1492 königlicher Kammerrichter, wurde er 1495 von Maximilian zum Vorsitzenden des neu begründeten Reichskammergerichts ernannt, jedoch wegen anderer Aufgaben bereits Anfang 1496 abgelöst. 1501 erhielt E. das Goldene Vließ und wurde 1502 königlicher Hofmeister. Unter Berufung auf die Verdienste des Grafen und dessen Hauses um das Reich bestätigte Maximilian 1505 die Belehnung E. mit dem Reichserbkämmereramt durch den Kurfürsten Joachim von Brandenburg. Von Bedeutung für sein Stammland war, daß er ab 1488 die Hauptmannschaft über die benachbarte österreichische Grafschaft Hohenberg innehatte und daß er 1497 die Herrschaft Haigerloch gegen die Herrschaft Räzüns von Österreich eintauschen konnte.

  • Literatur

    ADB 45 (unter Zollern);
    J. H. Harpprecht, Staats-Archiv d. Kaiserl. u. d. H. Röm. Reichs Cammer-Gerichts I-III, Frankfurt/M. 1757-59;
    T. Märcker, E. Gf. zu Hohenzollern, … u. Mgfn. Magdalena v. Brandenburg, 1857;
    E. Schnell, Das Reichs-Erzkämmereramt d. Markgrafen u. Kurfürsten v. Brandenburg u. d. Reichs-Erbkämmereramt d. Grafen u. Fürsten v. Hohenzollern, 1873, S. 31-36;
    H. Ulmann, Kaiser Maximilian I., Bd. 1, 1884, S. 807-09 u. ö.;
    S. Locher, Btrr. z. Gesch. d. Gf. E. v. Zollern, in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. u. Altertumskde. in Hohenzollern 21, 1887/88, S. 93-132;
    P. Manns, Gesch. d. Gfsch. Hohenzollern im 15. u. 16. Jh., 1897, S. 91-119;
    K. Th. Zingeler, Vom Fels zum Meer!, 1908, S. 22-27;
    F. X. Hodler, Gesch. d. Oberamts Haigerloch, 1928, S. 102-06.

  • Portraits

    Gem. v. Meister v. Meßkirch (?) (Berlin, Hohenzollern-Mus.).

  • Autor/in

    Eberhard Gönner
  • Empfohlene Zitierweise

    Gönner, Eberhard, "Eitel Friedrich II." in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 423 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119270277.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Zollern: Graf Eitel Friedrich II. von Z., geboren um 1452 als Sohn des Grafen Jos. Niclaus und der Gräfin Agnes v. Werdenberg-Heiligenberg folgte am 27. Juni 1490 seinem Vater. Durch seine am 17. Februar 1482 geschlossene Heirath mit Magdalena ( 17. Juni 1496), einer Tochter des Markgrafen Friedrich von Brandenburg befestigte der Graf die schon unter seinem Vater angeknüpften Beziehungen zu seinen Vettern fränkischer Linie. Dieselben fanden ihren Ausdruck in dem im Jahre 1488 von Eitel Friedrich II und seinen Brüdern Eitel Friedrich und Friedrich errichteten Testament, darinnen sie für den Fall, daß sie alle drei ohne Leibeserben absterben sollten, die Markgrafen von Brandenburg zu Erben all ihrer Habe und Güter substituirten. Mit Kaiser Maximilian I., dessen Liebling der Graf war, theilte letzterer die Freude an ritterlichen Spielen und findet man ihn am 7. Januar 1484 auf dem Turnier zu Stuttgart, am 24. September 1486 auf dem zu Bamberg und 1503 auf dem zu Ansbach. Doch auch an den Kriegen des Kaisers nahm der Graf theil, kämpfte 1499 gegen die Schweizer und führte am 12. September 1504 im niederbairischen Erbfolgekrieg bei Schloß Schönberg den linken Flügel gegen die Böhmen an. Auch machte er mehrere Feldzüge in Spanien mit. Seine Hauptbedeutung liegt aber auf friedlichem Gebiete, indem er an den Bestrebungen des Kaisers, dem Reich den innern Frieden zu sichern, hervorragenden Antheil nahm. Schon auf dem, noch von des Kaisers Vater einberufenen Reichstag zu Frankfurt, auf welchem ein zehnjähriger Landsriede festgesetzt wurde, war der Graf zugegen. Später ernannte ihn der Kaiser 1494, als er in den Niederlanden Gericht halten ließ, zum Kammerrichter. Nachher hielt der Kaiser 1495 zu Worms unter den Augen der Reichsversammlung Gericht, wobei der Graf den Vorsitz führte. Das am 1. October 1495 von Maximilian eingesetzte Reichskammergericht hielt am 3. November zu Frankfurt auf dem Großbraunfels unter des Grafen Vorsitz seine erste Session ab. 1507 wurde letzterer bei Errichtung des Hofkammergerichts zu Worms vom Kaiser zum Präsidenten desselben ernannt und bekleidete diese Stelle mit ausgezeichneter Ehre. Inzwischen war der Graf am 13. März 1496 in die Dienste Herzog Eberhard II. von Würtemberg getreten, dessen Nachfolger Ulrich ihn am 21. Juni 1498 aufs neue zum Diener bestellte. An mehreren Reichs- und andern Tagen nahm der Graf theil. So war er im April 1505 auf dem Fürstentag zu Hagenau, im Frühjahr 1507 auf dem Reichstag in Konstanz, am Ende des Jahres 1511 auf dem Schwäbischen Bundestag in Augsburg und im April 1512 auf dem Reichstag zu Trier. Am 29. Juni 1505 auf dem Reichstag zu Köln hatte er die Mitverwaltung und Exspectanz auf das Reichserbkämmereramt erhalten, allein erst 1508 nach dem Tod Philipp's v. Weinsberg kam er in den Besitz dieses Amtes. Er vermehrte nicht unbedeutend das vom Vater überkommene Erbe. Von 1490 bis 1491 besaß er als Pfand die Grafschaft Hohenberg, deren Hauptmann er später noch war. Am 5. und 6. September 1495 erhielt er die Reichssteuer zu Lindau und Reutlingen von Maximilian, der am 6. December 1506 die letztere ihm zum rechten Mannlehen verlieh. Am 12. October 1497 tauschte er die Herrschaften Haigerloch und Wehrstein gegen Razüns in Graubünden ein. Im J. 1505 stiftete der Graf, welcher auch das Kloster Rangendingen von neuem erbaut hatte, das Chorherrnstift zu Hechingen. Am 18. Juni 1512 starb er, nachdem er Großhofmeister und Geheimerrath Maximilian's I. geworden war, auch von dessen Sohn Philipp 1501 den Orden des goldenen Vließes rhalten hatte. Sein Grabmal befindet sich im Chor der katholischen Pfarrkirche zu Hechingen.

    • Literatur

      Ch. F. Stälin, Wirtemb. Geschichte III, 494, 720, IV, 8, 67, 69, 72. — J. Reiner, Hohenzollern, 1843, S. 56—62. — Fidel Baur, Geschichte des Hohenzollern'schen Staates, 1834, S. 29—41. —
      Johler, Geschichte der|Fürstenthümer Hohenzollern, 1824, S. 45—46. —
      Cramer, Die Grafschaft Hohenzollern, 1873, S. 36—37. —
      Zingeler, Hohenzollern, 1897, S. 36—37, 94 und 204. —
      Vehse, Geschichte der deutschen Höfe, S. 49, 50—60. —
      Fr. Chr. Schlosser. Weltgeschichte, 1872, IX. 163. —
      Mittheil. des Instituts für oest. Geschichtsforschung. 1896, S. 245—248. — Manns, Geschichte von Hohenzollern, 1897.

  • Autor/in

    Theodor Schön.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schön, Theodor, "Eitel Friedrich II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 45 (1900), S. 414-415 unter Zollern [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119270277.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA