Lebensdaten
1881 bis 1957
Geburtsort
Eydelstedt Kreis Grafschaft Diepholz
Sterbeort
Ahrweiler
Beruf/Funktion
Erfinder eines Ortungsverfahrens mittels elektrischer Wellen
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118707779 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hülsmeyer, Christian

Orte

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Zitierweise

Hülsmeyer, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707779.html [16.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1830–1900), Zimmermann, S d. Bauern Hermann Henrich in Varenesch u. d. Anna Marg. Elisabeth Tangemann;
    M Wilhelmine (1838–1901), T d. Bernd Heinrich Brenning in E. u. d. Anna Marie Marg. Kockemeyer;
    Bremen 1910 Luise (1880–1968), T d. Kaufm. Eberhard Petersen in Bremen u. d. Anna Elise Dor. Bergmann;
    3 S, 3 T.

  • Leben

    Nach Besuch der Volksschule kam H. 1896 an das Lehrerseminar in Bremen. Hier hatte er Gelegenheit, physikalische Experimente anzustellen. Nachhaltigen Einfluß auf ihn hatten Versuche über die Reflexion von Hertzschen Wellen. Er faßte den Gedanken, die Reflexion zur Ortung metallischer Gegenstände zu verwenden. Er verließ gegen den Willen der Eltern das Seminar und nahm eine Lehrstelle bei Siemens-Schuckert in Bremen an. 1902 ging er nach Düsseldorf, um sich ganz seinen Ideen zu widmen, und machte am Rheinufer Reflexionsversuche mit elektrischen Wellen an vorbeifahrenden Schiffen. Die Geräte waren primitiv, die Ergebnisse aber so aussichtsreich, daß er einen Geldgeber fand. Am 30.4.1904 erhielt er das Reichspatent Nummer 165 546 für sein „Telemobiloskop“. Dieses Gerät ist der Vorläufer der modernen Radartechnik. H. benutzte im Gegensatz zur damaligen Funkentelegraphie, die mit langen Wellen arbeitete, Kurzwellen im Dezimeter-Bereich. Bei der öffentlichen Vorführung im Mai 1904 in Köln gelang ihm ein Reflexionsversuch bei einer Entfernung von mehreren hundert Metern. Wenig später hatte er in Rotterdam mit verbesserten Geräten bei Versuchen über 3000 m Erfolg. 1904 erhielt er ein Zusatzpatent für die Entfernungsmessung auf elektrischem Wege.

    H.s Arbeiten wiesen den richtigen Weg, waren jedoch mit den noch unzulänglichen Mitteln seiner Zeit ausgeführt. Die Verstärkerröhre war noch nicht bekannt, der von ihm verwendete Fritter unzuverlässig. Die Schifffahrt verhielt sich trotz der Erfolge ablehnend und vertraute bei kurzen Entfernungen mehr dem Nebelhorn als elektrischen Wellen. Als Funkentelegraphie gewannen sie jedoch mehr und mehr bei der Seefahrt an Bedeutung. H. wandte sich enttäuscht anderen Gebieten der Technik zu. Er gründete in Düsseldorf eine Fabrik für Rostschutzfilter, die heute noch besteht.

  • Literatur

    L. Brandt, in: Physikal. Bll. 13, 1957, H. 4;
    VDI-Nachrr., 1957, H. 4 (P);
    F. Vollmar, Das Telemobiloskop v. Ch. H., e. früher Vorläufer d. Radargeräts, in: Dt. Mus., Abhh. u. Berr. 28, 1960, H. 1;
    F. Pudor, Lb. a. d. rhein.-westfäl. Industriegebiet 1955–57, 1960;
    A. Dahl, Radartechnik seit mehr als 60 J., Zum Andenken an Ch. H., in: Ortung u. Navigation, 1964, H. 2.

  • Autor/in

    Adolf Wißner
  • Empfohlene Zitierweise

    Wißner, Adolf, "Hülsmeyer, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 739 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707779.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA