Lebensdaten
1889 bis 1952
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Urologe
Konfession
griechisch-katholisch
Normdaten
GND: 134079418 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hryntschak, Theodor

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Zitierweise

Hryntschak, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134079418.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1850–1936), Dr. med., Obermedizinalrat in Preßburg u. W.;
    M Marie (1862–1942), T d. Adolf Rr. v. Stepski-Doliwa (1833–99) u. d. Emma v. Sax;
    B Alexander (* 1891), Vizepräs. d. Österr. Creditanstalt f. Öffentl. Unternehmungen u. Arbeiten, Präs. d. Wiener Symphoniker u. d. Ges. d. Musikfreunde, 1929-34 Nationalrat;
    - 1) (⚮) Margaretha Antonia Kath. (1902–65), T d. Reg.rats Franz Xaver Ragowskj u. d. Amalie Berger, 2) 1929 Alida (* 1898), T d. Benjamin William van de Kamer u. d. Viola Franziska Heyx;
    1 T aus 1).

  • Leben

    Nach Absolvierung des Medizinstudiums in Wien trat H. 1913 als Operationszögling in die I. Chirurgische Klinik (Eiselsberg) ein. Im Krieg diente er – mehrfach ausgezeichnet – in der von Eiseisberg aufgestellten Chirurgengruppe an der Balkan- und Italienfront. 1918 wurde er Schüler V. Blums in der Urologischen Station des Sophienspitals. 1925 erfolgte seine Habilitierung, 1927 seine Ernennung zum Vorstand der urologischen Abteilung des Wilhelminenspitals. 1939 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors, 1944 übernahm er die Leitung der urologischen Abteilung der Wiener Poliklinik.

    Die Bedeutung H.s dokumentiert sich in einer großen Anzahl von Publikationen, die für viele Teilgebiete seines Faches Fortschritte brachten. Er klärte mit M. Sgalitzer die Gestalt der normalen Harnblase und den Miktionsvorgang im Röntgenbild, er empfahl die „schräge“ Pyelographie und die Pyeloskopie, beschrieb die tuberkulösen Veränderungen der Niere und prägte für die Kavernen der Niere den Ausdruck „Margueritenform“. Frühzeitig lieferte er eine klare Beschreibung der pyelographischen Veränderungen bei Nierentumoren. Tierexperimentellhistologische Untersuchungen galten der Nervenversorgung von Ureter und Harnblase, wobei H. eine neue Färbetechnik der Ganglienzellen entwickelte. Wichtig waren seine Studien über die experimentelle Steinentstehung. Zu erwähnen sind seine Arbeiten über einzeitige Entfernung doppelseitiger Nierensteine. Er inaugurierte eine eigene Methode der Ureterimplantation in die Blase und gab eine Modifikation der Hydronephrosenplastik an. Angeregt durch den Vorschlag des Australiers S. H. Harris, die Prostataloge primär nach der Prostatektomie zu nähen und die Blasenwand zu schließen, bemühte er sich erfolgreich um die Verbesserung der Methode: Harris-Hryntschaksche Prostatektomie. Er führte als einer der ersten die in Amerika entwickelte Elektroresektion der Prostata in Europa ein und propagierte frühzeitig die Hormontherapie des Prostatakarzinoms.

  • Auszeichnungen

    A Erster Vorsitzender d. Österr. Ges. f. Urol.; österr. Delegierter d. Internat. Ges. f. Urol.

  • Werke

    u. a. Über d. Operation doppelseitiger Nierensteine in einer Sitzung, in: Dt. Zs. f. Chirurgie 225, 1930;
    Über d. Wert d. Pyelographie f. d. Diagnose d. Nierentuberkulose, in: Zs. f. Urol. 25, 1931;
    Neueinpflanzung beider Harnleiter in d. Blase mittels d. Tubusmethode, ebd. 26, 1932;
    Zur Technik d. suprapub. Prostatektomie mit primärem Blasenverschluß nach Harris, ebd. 34, 1940;
    Die Erkrankungen d. Prostata, insbes. d. Prostatahypertrophie, 1932;
    Experimentelle Unterss. z. Harnsteinentstehung, in: Zs. f. urolog. Chirurgie 40, 1935;
    Über Nierenbeckenplastiken b. Hydronephrosen (Vorläufige Mitt.), in: Wiener klin. Wschr. 49, 1936;
    Die zytolog. Krebsdiagnostik nach Papanicolaou u. ihre Anwendung beim Prostatakrebs, ebd. 61, 1949;
    Die Hypertrophie u. d. Carcinom d. Prostata, Diagnostik u. Therapie f. d. Praxis, 1948;
    Hormonale Behandlung d. Prostatakarzinoms, Ber. üb. 102 Fälle, in: Schweizer. med. Wschr. 78, 1948;
    Die Ergebnisse d. suprapub. Prostatektomie nach eigener Methode, in: Wiener med. Wschr. 99, 1949. -
    Mithrsg.: Zs. f. Urol.

  • Literatur

    P. Deuticke, in: Wiener med. Wschr. 102, 1952;
    R. Übelhör, in: Wiener klin. Wschr. 64, 1952;
    G. Fest, in: Münchener med. Wschr. 94, 1952 (P);
    H. Meuser, in: Zs. f. Urol. 46, 1953 (P).

  • Autor/in

    Marlene Jantsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jantsch, Marlene, "Hryntschak, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 679 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134079418.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA